Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)
16.6. – Wegen Schlafstörungen in Klinik - Männer häufiger betroffen
Die Zahl der Klinikaufenthalte wegen Schlafstörungen ist binnen 20 Jahren um mehr als Hälfte gesunken. Was können Gründe dafür sein?
Wiesbaden/Frankfurt (dpa) 9:36 Uhr – Die Anzahl der Menschen, die aufgrund von Schlafstörungen stationär im Krankenhaus behandelt wurden, ist über die Jahre deutlich gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden waren es 2024 rund 67.200 Patientinnen und Patienten, das sind 59 Prozent weniger als 20 Jahre zuvor. „Ein Grund für den Rückgang dürfte sein, dass Schlafstörungen zunehmend auch ambulant in Schlaflaboren oder zuhause behandelt werden können“, erklärten die Statistiker.
Laut den Daten wurden zwanzig Jahre zuvor - also im Jahr 2004 - noch 165.400 Menschen mit Schlafstörungen stationär behandelt. Den niedrigsten Stand in diesem Zeitraum gab es im Jahr 2022 mit 62.300 Fällen.
„Zu den Diagnosen gehören vor allem die Schlafapnoe, aber auch Ein- und Durchschlafstörungen, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus oder ein krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis“, hieß es. Den Angaben zufolge kommen Männer deutlich häufiger mit Schlafstörungen in eine Klinik: Im Jahr 2024 entfielen 68 Prozent der Behandlungsfälle auf Männer und 32 Prozent auf Frauen. Zum Vergleich: 20 Jahre war Geschlechterunterschied sogar noch größer - mit 78 Prozent Männern und 22 Prozent Frauen.
Kiel (dpa/lno) – Schleswig-Holstein will den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) in allen Wasserschutzgebieten verbieten. „Wir müssen dafür sorgen, dass weniger PFAS in der Natur landen“, sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). Schleswig-Holstein sei das erste Bundesland, das den Einsatz in Schutzgebieten flächendeckend verbiete. Für eine entsprechende Verordnung startete bereits die Anhörung. Die Regelung könnte gegen Ende des Sommers in Kraft treten.
In Schleswig-Holstein wird das Trinkwasser nach Ministeriumsangaben ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. PFAS und Abbauprodukte wie insbesondere Trifluoressigsäure (TFA) ließen sich auch bei der Trinkwasseraufbereitung nicht mit verhältnismäßigem Aufwand entfernen.
Goldschmidt will den Einsatz von 19 Pflanzenschutzmitteln mit PFAS, für die es bereits Alternativen gibt, sofort verbieten. Für acht weitere Stoffe soll eine Übergangsfrist bis 2035 gelten, für drei andere Stoffe ist diese kulturartspezifisch vorgesehen.
„Ich halte es grundsätzlich für ein Unding, dass überhaupt so viele Pflanzenschutzmittel mit PFAS auf dem Markt sind“, sagt Goldschmidt. Notwendig sei eine strikte europäische und nationale Regulierung dieser Stoffe.
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10.6. – Humboldt-Preis: Neuer Biologie-Professor kommt ins Saarland
Saarbrücken (dpa/lrs) 15:04 Uhr – Der renommierte Biologe Nicholas Taylor ist mit dem Humboldt-Preis ausgezeichnet worden. Er soll dazu beitragen, die Universität des Saarlandes zu einer europaweit führenden Institution der Anti-Infektions- und Wirkstoffforschung zu machen, wie die Universität mitteilt. Aktuell ist Taylor Professor an der Universität Kopenhagen. Er wird 2027 im Saarland Professor für Strukturbiologie mit Schwerpunkt Kryo-Elektronenmikroskopie.
Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Matthias Hannig, erklärte: „Nicholas Taylors Forschungsergebnisse liefern grundlegende Erkenntnisse über den Transport durch die Zellmembran und können dabei helfen, strukturbasierte Wirkstoffe und Medikamente zu entwickeln. Entsprechend vernetzt wird er auf dem Homburger und dem Saarbrücker Campus forschen.“
Die Alexander von Humboldt-Professur wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesforschungsministerium finanziert. Mit dem Preisgeld von 9,9 Millionen Euro soll renommierten Wissenschaftlern Spitzenforschung in Deutschland ermöglicht werden.
Biomolekulare Motoren: Winzig, aber unverzichtbar für die Zelle
9.6. – Stadtwerke Kiel prüfen Förde auf Munitionsaltlasten
Kiel (dpa/lno) 16:36 Uhr – Die Stadtwerke Kiel weiten ihre Kampfmittelsondierung auf die Förde aus. Sie konzentrieren sich dabei auf das erweiterte Gebiet vor dem Küstenkraftwerk in Dietrichsdorf, wo künftig Wasser für geplante Großwärmepumpen entnommen werden soll, wie die Stadtwerke mitteilten. Ihr Ziel: Sie wollen den Meeresgrund systematisch auf Munitionsaltlasten aus dem Zweiten Weltkrieg prüfen. Zuvor liefen Untersuchungen an Land.
Stand: 08.12.2025
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„Die Untersuchungen im Wasser sind der nächste Schritt auf unserem Weg zu einer klimaneutralen Fernwärmeversorgung“, sagte der Vorstand für Technik und Personal bei den Stadtwerken, Jörg Teupen. „Die Großwärmepumpen werden künftig Umweltwärme aus der Förde nutzen, um unser Fernwärmewasser zu erhitzen.“ Dabei sei es entscheidend, auch unter Wasser höchste Sicherheitsstandards einzuhalten.
Die Kieler Förde gilt den Angaben zufolge als historisch belastet. So wurden nach dem Zweiten Weltkrieg dort große Mengen an Munition im Meer versenkt. Bis heute befinden sich daher noch zahlreiche Altlasten auf dem Meeresboden.
6.6. – Curevac-Stellenabbau: Kaum Alternativen für Betroffene
Tübingen/Mainz (dpa/lsw) 4:01 Uhr – Für hunderte Beschäftigte von Curevac zeichnen sich nach der angekündigten Schließung des Standorts tiefgreifende Einschnitte ab. Gleichzeitig laufen die Gespräche über die mögliche Abwicklung des Biotechunternehmens mit Hauptsitz in Tübingen auf Hochtouren.
Eine von der Landesregierung gebildete Taskforce will Infrastruktur und Know-how in der Universitätsstadt sichern und den Mitarbeitenden „eine Perspektive geben und zumindest einen Teil der Top-Talente am Standort halten“, teilte ein Sprecher des Staatsministeriums in Stuttgart mit.
Die Taskforce besteht demnach aus dem Wissenschafts- und dem Wirtschaftsministerium, dem Staatsministerium, der Bundesagentur für Arbeit und der Landesagentur Biopro, die die Gesundheitsindustrie im Südwesten unterstützt. Auch die Stadt Tübingen sei eng in die Gespräche eingebunden.
Der Curevac-Betriebsrat spricht von einem straffen Zeitplan durch die Konzernführung von Biontech in Mainz. Rund zwei Drittel der Arbeitsplätze sollen demnach bereits bis Ende 2026 wegfallen. Ziel sei es, den operativen Betrieb von Curevac zum 31. Dezember einzustellen, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Gemeinschaftsbetriebsrats von Curevac, Heike Wagenaar.
Im September würden die Mitarbeiter, die in diesem Jahr gehen sollen, ein Angebot erhalten, einen Aufhebungsvertrag abzuschließen. Dies erhöhe Entscheidungsdruck und Planungsunsicherheit. Ein kleinerer Teil der Belegschaft solle im Jahr 2027 etwa noch laufende Studien abschließen und Anlagen stilllegen. „Die Geschäftsführung ist bislang nicht wirklich kooperativ“, sagt Wagenaar. Es gebe keine ernsthaften Verhandlungen etwa über eine bessere Ausstattung von Unterstützungsprogrammen für die Beschäftigten.
Biontech betont, man setze auf einen sozialverträglichen Personalabbau und entsprechende Unterstützungsprogramme. Laut einer Sprecherin gibt es unter anderem ein Betroffenenprogramm im Sinne eines sozialverträglichen Personalabbaus.
Biontech hatte Curevac im Januar vollständig übernommen. Damals hieß es, dass der Forschungs- und Entwicklungsstandort in Tübingen erhalten bleiben soll. Doch das Biontech-Management will mehrere Standorte schließen - darunter auch Einrichtungen von Curevac.
2.6. – Noch 7,6 Millionen Dosen Corona-Impfstoff auf Lager
Berlin (dpa) 3:16 Uhr – Gut drei Jahre nach Ende der Corona-Pandemie gibt es weiter Impfstoffvorräte im zentralen Lager des Bundes. Dort befinden sich noch 7,6 Millionen Dosen des Präparats Comirnaty LP.8.1 des Herstellers Biontech, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Weitere Lieferungen an den Bund erfolgen demnach nicht mehr, da die Erfüllung laufender Verträge abgeschlossen ist. Der Bund stellt die Impfdosen auf Bestellung bereit. Die in der akuten Krise massive Nachfrage ist seit längerem deutlich zurückgegangen.
Mit Blick auf die Vorsorge für künftige Pandemien stehen geplante Einschnitte bei Biontech-Produktionsstätten unter Beobachtung. Sollte das Unternehmen aufgrund angekündigter Standortschließungen die Voraussetzungen für einen bestehenden Bereitschaftsvertrag nicht mehr erfüllen können, müssten mögliche Konsequenzen geprüft werden, hieß es aus dem Ministerium.
Die Bundesregierung hat Verträge mit drei in Deutschland ansässigen Firmen, die im Fall einer Pandemie den Abruf vorgehaltener Produktionskapazitäten für Impfstoffe sichern. Neben Biontech sind dies IDT Biologika und Wacker/Corden Pharma. Biontech hatte kürzlich angekündigt, die deutschen Produktionsstätten seines Corona-Impfstoffes zu schließen. Die Herstellung soll künftig vollständig über Standorte des US-Partners Pfizer in Europa und Amerika laufen.