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Weniger Nebenwirkungen ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck: Vergleichsstudie nennt sicherere Alternative

| Autor / Redakteur: Monika Kugemann* / Dr. Ilka Ottleben

Bis zu 40 Prozent mehr Menschen haben nach den neuen Richtlinien Bluthochdruck. Wem Bluthochdruck diagnostiziert wird, der bekommt häufig einen ACE-Hemmer verschrieben. Nachteil: Diese sind häufig mit Nebenwirkungen verbunden. Schlimmstenfalls können Patienten unter der Einnahme von ACE-Hemmern ein lebensbedrohliches Angio-Ödem entwickeln. Nun hat eine Vergleichsstudie des Inselspitals Bern gezeigt: Eine andere Wirkstoffklasse weist weniger Nebenwirkungen bei gleicher Wirksamkeit auf.

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Bis zu 40 Prozent mehr Menschen haben nach den neuen Richtlinien Bluthochdruck.
Bis zu 40 Prozent mehr Menschen haben nach den neuen Richtlinien Bluthochdruck.
(Bild: Tanja Läser für Insel Gruppe AG)

Bern/Schweiz – Bis zu 40 Prozent mehr Menschen haben Bluthochdruck, seit die amerikanischen Fachgesellschaften die Kriterien dafür heruntergesetzt haben (neu 130/80 mmHg). Die neuen internationalen Richtlinien empfehlen ACE-Hemmer als Blutdrucksenker. Diese Medikamente sind jedoch mit Nebenwirkungen behaftet: Häufig auftretender chronischer trockener Husten führt dazu, dass Patienten die Therapie oft abbrechen. In sehr seltenen Fällen kann es zu akuten lebensbedrohlichen Erstickungsanfällen kommen, einem sogenannten Angio-Ödem. Doch es gibt eine alternative und sicherere Wirkstoffklasse. Das zeigt eine Vergleichsstudie, welche die Universitätsklinik für Kardiologie am Inselspital jetzt veröffentlichte.

Ähnlich gute Wirkung wie ACE-Hemmer – weniger gravierende Nebenwirkungen

Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. med. Franz Messerli und Prof. Dr. med. Stefano Rimoldi verglich die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARBs) bei Menschen ohne kardiovaskuläre Grunderkrankung sowie bei solchen mit Erkrankungen der Herzkrankgefäße, Herzinsuffizienz, Diabetes oder chronischer Nierenerkrankung. Auch die Nebenwirkungen der jeweiligen Patientengruppe wurden retrospektiv untersucht. Insgesamt schlossen sie die Daten von 254.301 Patienten in die Untersuchung ein.

Der Vergleich ergab, dass ARBs in allen Patientengruppen eine ähnliche gute oder sogar bessere blutdrucksenkende Wirkung aufwiesen wie ACE-Hemmer. Beide Wirkstoffe senkten das Risiko für Todesfälle, Herzinfarkt, Herzversagen, Hirnschlag oder Nierenversagen gleichermaßen gut – besonders auch bei weiteren Risikofaktoren wie einer Herzerkrankung oder Diabetes. Dabei kam es unter ARBs zu signifikant weniger Nebenwirkungen. Es gab deutlich weniger lebensbedrohliche Erstickungsanfälle. Der trockene Husten blieb aus. Teils linderte das Medikament sogar Kopfschmerzen und andere Beschwerden, welche der Bluthochdruck hervorgerufen hatte.

Neuer Behandlungsstandard bei Bluthochdruck in Sicht?

Da heute zwischen 30 und 40 Millionen Menschen weltweit ACE-Hemmer erhalten, könnte die äußerst seltene Nebenwirkung des Angio-Ödems statistisch immerhin mehrere hundert Todesfälle im Jahr verursachen. Unter diesen Voraussetzungen und aufgrund der nun vorliegenden Verlgeichsdaten müssten ARBs zur besseren Wahl bei Bluthochdruck werden. In der Schweiz erhalten aktuell noch etwa 20 Prozent der Patienten ACE-Hemmer.

Originalpublikation: Franz H. Messerli, Sripal Bangalore, Chirag Bavishi and Stefano F. Rimoldi: Angiotensin-Converting Enzyme Inhibitors in Hypertension; Journal of the American College of Cardiology, Volume 71, Issue 13, April 2018 DOI: 10.1016/j.jacc.2018.01.058

* M. Kugemann: Universitätsspital Bern – Inselspital, 3010 Bern/Schweiz

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