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Norm DIN 1946-7

Aktuelle Norm DIN 1946-7 zur Lufttechnik in Laboratorien

20.04.2009 | Autor / Redakteur: Christoph Heinekamp*, Ludger Hohenberger ** und Burkhard Winter *** / Olaf Spörkel

Lufttechnische Anlagen in Laboratorien sind häufig aus Gründen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes unerlässlich, um die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung zu erfüllen. (Cartoon: Michael Hüter)
Lufttechnische Anlagen in Laboratorien sind häufig aus Gründen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes unerlässlich, um die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung zu erfüllen. (Cartoon: Michael Hüter)

Der DIN Normenausschuss Laborgeräte und Laboreinrichtungen hat die bereits 1992 veröffentlichte Norm DIN 1946-7 „Raumlufttechnische Anlagen in Laboratorien“ grundlegend überarbeitet. Die Neuausgabe der Norm soll rechtzeitig zur ACHEMA 2009 erscheinen und wird dort ausführlich vorgestellt.

Lufttechnische Anlagen in Laboratorien, naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen von Schulen und laborverwandten Räumen müssen vielfältige Aufgaben erfüllen und verursachen erhebliche Investitions- und Betriebskosten. Sie beeinflussen wesentlich die energetische Bewertung des Gebäudes nach der Energieeinsparverordnung ENEV, sind jedoch häufig aus Gründen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes unerlässlich um die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung zu erfüllen.

Rückblick auf die Entstehung

DIN 1946-7 ist der Teil 7 einer mehrteiligen Normenreihe zu Raumlufttechnik, die vom DIN Normenausschuss Heiz- und Raumlufttechnik erarbeitet wurde. Beispielsweise beschäftigt sich Teil 4 dieser Normenreihe mit der Raumlufttechnik in Krankenhäusern; Teil 6 gilt für die Lüftung von Wohnungen. Begriffe und Grundlagen für alle raumlufttechnischen Anlagen waren früher im Teil 1 der Normenreihe beschrieben. Dieser Teil 1 wurde 2004 durch die europaweit gültige DIN EN 12792 ersetzt. Da die Planung und Auslegung der Raumlufttechnik in Laboratorien besondere Kenntnisse hinsichtlich der Labornutzung erfordert, übernahm der Arbeitsausschuss Abzüge und Laborlufttechnik im DIN Normenausschuss Laborgeräte und Laboreinrichtungen die Federführung bei der Überarbeitung und Neuausgabe von DIN 1946-7. Die Autoren dieses Artikels sind auch Mitglieder des Arbeitsausschusses.

Adressaten der Norm

Die Norm unterstützt die Planung, Ausführung und den Betrieb der Lufttechnik im Labor unter Berücksichtigung der vielen möglichen Schnittstellen zwischen der raumlufttechnischen Anlage (im Folgenden kurz RLT-Anlage genannt) und sicherheitstechnisch relevanten ablufttechnischen Einrichtungen wie Abzügen, Punktabsaugungen, belüfteten Sicherheitsschränken oder Bodenabsaugungen. Planung und optimaler Betrieb der RLT-Anlage ist ohne besondere Expertise zu Arbeitsabläufen in Laboratorien und zur Wirkungsweise vieler labortechnischer Einrichtungen von der Waage bis zum AAS nicht möglich.

Deshalb wird die Norm mit Begriffsdefinitionen eingeleitet, in denen die wichtigsten ablufttechnischen Einrichtungen im Labor und die bei der Planung zu berücksichtigenden Luftarten (Außen-, Zu-, Ab-, Um-, Fort- und Sekundärluft) übersichtlich zusammengestellt sind. Außerdem wird erläutert, dass für die Gesamtplanung der Lufttechnik auch laborverwandte Räume wie Lösemittel-, Chemikalien-, Thermo- und Druckgasflaschenräume von Bedeutung sind.

Bedeutung für die Laborplanung

Anforderungen und Aufgaben von Laboratorien sind sehr vielfältig geworden. Interdisziplinäre Arbeitsweisen erfordern flexible, anpassungsfähige Laborräume und Umgebungen. Die Integration von Computerarbeitsplätzen als Gerätesteuerung oder als Dokumentations- bzw. Schreibarbeitsplatz erfordert neue Lösungsansätze für die Laborlüftung, die Energie- und Kosteneinsparungen ermöglichen.

Daher kommt der Definition des Labors und der Labornutzfläche mit Berücksichtigung ablufttechnischer Einrichtungen besondere Bedeutung zu. Die Auslegung und Betriebsweise von RLT-Anlagen sollte nach funktionalen und sicherheitstechnischen Notwendigkeiten erfolgen und sich nicht allein am Begriff Labor festmachen: Es ist nicht entscheidend, ob ein Raum Labor-, Mess- oder Geräteraum heißt, sondern welche Maßnahmen für seine Funktion und zur Vermeidung von Gefährdungen notwendig sind.

Die RLT-Anlage in Laboratorien muss drei Aufgaben erfüllen:

  • Die Versorgung mit einer ausreichenden Menge Frischluft, wobei die Behaglichkeitskriterien (siehe DIN EN 15251) einzuhalten sind.
  • Die Verdünnung und Abführung im Labor möglicherweise freigesetzter Gefahrstoffe, um Gesundheitsgefährdungen über die Atemluft zu vermeiden.
  • Den Abluft- und Zuluftbedarf von Laboreinrichtungen und Geräten sicher zu stellen.

Gegenüber der bisherigen Norm DIN 1946-7 aus dem Jahr 1992 wurden die Werte für den Luftwechsel im Labor und in laborverwandten Räumen flexibler gestaltet (es wird z.B. zwischen Planung und Betrieb unterschieden), und die Planungswerte wurden auf die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung und der TRGS 526 abgestimmt. Ferner sind erstmalig die grundlegende Planungsabfolge und Möglichkeiten der Luftoptimierung erläutert.

 

Expertengespräche und Vortragsreihen auf der ACHEMA

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