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Nach 100 Jahren Prozessanalytik

Arbeitskreis Prozessanalytik trifft Industrie 4.0

| Redakteur: Tobias Hüser

100 Jahre Prozessanalytik sind ein Grund zu feiern, und wo könnte der Arbeitskreis Prozessanalytik besser feiern als beim Erfinder des Pfeifenanalysators? Im Feierabendhaus der BASF in Ludwigshafen diskutierten deshalb 200 Wissenschaftler, Anwender und Gerätehersteller über das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 und die automatisierte Prozessführung.

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Kolloquiums-begleitende Ausstellung der Geräte- und Softwarehersteller
Kolloquiums-begleitende Ausstellung der Geräte- und Softwarehersteller
(Bild: Arbeitskreis Prozessanalytik)

Mit dem Themenschwerpunkt „Prozessanalytik in Produktionsverfahren: Prozessführung und -automatisierung“ lockte das von der Dechema und der GDCh getragene 9. Kolloquium des Arbeitskreis Prozessanalytik knapp 200 Mitglieder und Gäste nach Ludwigshafen.

Zu Beginn stellte sich Dr. Mukul Agarwal von Bühler der Frage, wie eine intelligente Prozessführung bei komplexen Mischaufgaben, wie von Getreidemühlen zu bewältigen, gelingt. In mehreren Prozessstufen wird das Mahlgut vermahlen und zu 30 bis 80 Zwischenmehlströme aufgetrennt. Wie am Ende das Mischverhältnis der fertigen Mehle aussieht, ist von den Qualitätsmerkmalen und der Ausbeute der Zwischenmehle abhängig.

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„Diese komplexen Entscheidungen können anhand eines Software-Tools gezielter gefällt werden“, sagte Agarwal. Das Programm optimiert die möglichen Lösungen für den gesamten Bereich der Soll-Spezifikationen und erlaubt dem Obermüller, die Endmehle in kurzer Zeit sukzessiv und iterativ festzulegen.

NIR-Spektroskopie für die Pharmaindustrie

Das die NIR-Spektroskopie über die letzten Jahre vor allem bei Online-Applikationen an Bedeutung gewonnen hat, erläuterte Dr. Holger Lutz von Bruker Optics. Besonders in der Pharmaindustrie gebe es neue Handlungsfelder, so Lutz. Lange wurde die NIR-Spektroskopie dort für die Wareneingangskontrolle der Rohstoffe genutzt. Heute sei sie aber auch der Schlüssel zur Überwachung der kritischen Qualitätsattribute (CQA´s) und Prozessparameter (CPP´s) von Herstellprozessen. So könne die Produktqualität verbessert und Ausschussraten reduziert werden.

PAT in Smart Factories

Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von CT-Chefredakteur Armin Scheuermann. Dieter Schaudel (Schaudelconsult), Prof. Rudolf Kessler (Hochschule Reutlingen), Dr. Michael Kloska (BASF) und Dr. Thomas Natschläger (Software Competence Center) diskutierten über die Relevanz von Industrie 4.0 für die PAT.

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