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Labordiagnostik Auf dem Weg in die Zukunft der Labordiagnostik

| Autor: Dr. Ilka Ottleben

Die Labordiagnostik von morgen fand vergangene Woche im Ruhrgebiet gewissermaßen bereits heute statt – anlässlich seines „Diagnostik Campus 2016“ stellte Siemens Healthineers mit Atellica Solution ein hochflexibles integriertes Analysesystem für die klinische Chemie und die Immundiagnostik erstmals in Europa vor. Das neue System schafft u.a. in puncto Geschwindigkeit neue Dimensionen und beschränkt manuelle Eingriffe auf ein Minimum.

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Franz Walt, Leiter Laboratory Diagnostics, Siemens Healthineers: „Wir haben Atellica Solution basierend auf einer umfassenden Untersuchung der Markttrends und des Bedarfs unserer Kunden entwickelt”.
Franz Walt, Leiter Laboratory Diagnostics, Siemens Healthineers: „Wir haben Atellica Solution basierend auf einer umfassenden Untersuchung der Markttrends und des Bedarfs unserer Kunden entwickelt”.
(Bild: www.siemens.com/press)

Erlangen – Vom 20. bis 22. September lud Siemens Healthineers Anwender und Entscheider aus unterschiedlichen Bereichen der klinischen Diagnostik zu seinem „Diagnostik Campus 2016“ in das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein nach Essen ein. Den rund 200 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bot sich auf der dreitägigen Veranstaltung in historischem Ambiente ein umfassendes Programm an Fachvorträgen mit begleitender Ausstellung zu Status Quo und Zukunft der Labordiagnostik.

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Eingebettet in diese Veranstaltung erblickte zudem eine echte Produktneuheit das Licht der – zumindest europäischen – Fachwelt, denn die Teilnehmer wurden Zeuge der Europapremiere von Atellica Solution*, einem hochflexiblen integrierten Analysesystem für die klinische Chemie und die Immundiagnostik. Als Hersteller, der In-vivo- und In-vitro-Diagnostik unter einem Dach vereint, sieht sich Siemens Healthineers in besonderem Maße mit globalen Markttrends wie dem Bevölkerungswachstum, sinkenden Erstattungen, dem Personalmangel, der Konsolidierung und verschärften Regulierungen konfrontiert. Im engen Austausch mit Anwendern von Siemens-IVD-Lösungen und deren Bedürfnis nach schnelleren Systemen, die bessere Testleistungen ermöglichen und es gleichzeitig erlauben, Workflows zu verbessern, hat das Unternehmen in gut fünfjähriger Entwicklungsarbeit Atellica Solution* geschaffen. Mit dem Produkt hat das Unternehmen gleichzeitig eine komplett neue Markenfamilie der Siemens In-vitro-Diagnostik vorgestellt: Atellica Solution*, ist das Erste in einer Reihe von neuen Atellica-Systemen. Weitere Innnovationen sind noch in der Entwicklung.

„Wir wollen mit unseren Produkten alles von der Prä- bis hin zur Postanalytik abdecken“, erläutert Franz Walt, Leiter Laboratory Diagnostics, Siemens Healthineers, die übergeordnete Unternehmensstrategie. Bereits heute werden 9 Mrd. labordiagnostische Tests von Siemens pro Jahr durchgeführt. Das Unternehmen bietet derzeit 900 indikationsübergreifende Tests an.

Patentierte Probentransporttechnologie und intelligente Probenführung

Das jetzt in Europa neu vorgestellte hochflexible System für klinische Chemie und Immundiagnostik verfügt über einen patentierten bidirektionalen magnetischen Probentransport. Dieser ist bis zu zehnmal schneller als herkömmliche Transportbänder.*

Zusätzlich zu dieser Geschwindigkeit gewährleistet ein Multi-Kamera-System* und eine intelligente Probenführung* die individuelle Steuerung jeder einzelnen Probe, von Routineproben bis zu Notfallproben. So erlaubt das intelligente System beispielsweise, dass Notfallproben jederzeit vom System erkannt und in der Analyse vorgezogen werden. „Wir haben hier gewissermaßen den Notfall zur Routine gemacht“, erklärt Peter Schardt, Siemens Healthcare Diagnostics Inc., Tarrytown, USA, der als Projektleiter maßgeblich an der Entwicklung des neuen Systems beteiligt war.

Die außerordentlich hohe Flexibilität der neuen Lösung erlaubt es, mit einem zunehmenden Testaufkommen umzugehen oder auf Platzprobleme zu reagieren. Das System kann frei stehend genutzt oder in mehr als 300 verschiedenen Kombinationen und mit bis zu zehn Komponenten individuell zusammengestellt werden*. Es kann außerdem in die Aptio-Automation integriert werden, um eine umfassende Lösung über verschiedene Disziplinen hinweg zu erhalten.* Die Lösung kann mehr als 30 verschiedene Typen von Probenröhrchen verarbeiten, darunter auch pädiatrische Röhrchen.

Über verschiedene Konfigurationen oder Laborstandorte hinweg können die gleichen Reagenzien genutzt werden. Das vereinfacht den Laborbetrieb, gestaltet Abläufe in der Bestandskontrolle effizienter und ermöglicht konsistente Testergebnisse. Zusätzlich schafft ein einziges Immunoassay-System bis zu 440 Ergebnisse pro Stunde***, was die höchste Produktivität pro Quadratmeter in dieser Branche darstellt.**

Weitere Vorteile der Atellica Solution* sind die Möglichkeit zur Fernwartung und -kontrolle*, um Betriebszeiten zu maximieren, und ein breites stetig wachsendes Assay-Angebot*, welches bewährte Nachweismethoden nutzt.

Neue Markenfamilie der Siemens In-vitro-Diagnostik

Die vorgestellte Innovation Atellica Solution*, ist das Erste in einer Reihe von neuen Atellica-Systemen. Darüber hinaus steht dem Markt mit dem COAG 360 Analyzer für die Gerinnungsdiagnostik bereits ein weiteres Atellica-System zur Verfügung. Weitere Innovationen sind noch in der Entwicklung. So soll beispielsweise mit dem 1500 Automated Urinanalysis System ein weiteres System in näherer Zukunft folgen.

* Die Produkte befinden sich im FDA-Review und sind deshalb noch nicht käuflich zu erwerben. Die hier genannten Funktionen sind lediglich Entwicklungsziele, deren künftige Verfügbarkeit nicht garantiert werden kann.

** Gegenüber führenden IVD-Marktwettbewerbern.

*** Abhängig vom Testspektrum.

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