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Sedimentstabilität Bakterien als Baumeister und Ökosystem-Ingenieure

Autor / Redakteur: Sabine Ulrike Gerbersdorf* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Sedimentstabilität ist eine wichtige Komponente in Seen und Flüssen aber auch im marinen Bereich. Seit einiger Zeit ist klar, dass die Organismen im Sediment einen wichtigen Einfluss auf die Sedimentstabilität haben. Dies wurde nun auch für die kleinsten unter ihnen, die Bakterien, nachgewiesen.

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Als Sediment bezeichnet man in aquatischen Lebensräumen die in strömungsberuhigten Zonen abgelagerten Materialien. Sie reichen von feinem Ton bis hin zum groben Sand, also quasi den Boden der Gewässer. Gerade die feinen Korngrößen wie Ton und Schluff haben geladene Oberflächen. Dies ist der Grund, warum sich hier besonders gut organisches Material und Organismen aber auch Schadstoffe anlagern können. Die feinen Materialien werden mit relativ geringen Strömungsgeschwindigkeiten schnell wieder aufgewirbelt und weiter flußabwärts transportiert. In den Wasserstraßen und Häfen lagern sich somit jedes Jahr Tonnen an Sedimentmaterial ab, die kostenaufwändig ausgebaggert werden müssen, um den Schiffsverkehr aufrechtzuerhalten. Dabei sind die sedimentgebundenen Schadstoffe ein großes Problem, denn diese werden nach dem Verbringen ins sauerstoffhaltige Wasser wieder bioverfügbar, d.h. giftig für Organismen und letztlich auch für den Menschen. Dennoch sind belastete Sedimente nicht einfach nur als schlecht und unerwünscht anzusehen: Sie stellen auch einen bedeutsamen Lebensraum für viele Organismen dar und sind Ort wichtiger Ökosystem-Funktionen wie Selbstreinigung bzw. Nährstoffrecycling.

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