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Nachhaltiges Verpackungsmaterial Bruchsicher im Popcornkasten

Redakteur: Christian Lüttmann

Popcorn steht eine zweite Karriere neben dem Kino-Snack bevor: als Verpackungsmaterial. An der Universität Göttingen haben Forscher aus Popcorn eine nachhaltige Alternative zu Styropor entwickelt.

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Nachhaltige Verpackung: Eine Arbeitsgruppe der Universität Göttingen forscht seit langem an Herstellungsverfahren für Produkte aus Popcorn, die eine umweltfreundliche Alternative zu Styropor- oder Kunststoffprodukten darstellen könnten.
Nachhaltige Verpackung: Eine Arbeitsgruppe der Universität Göttingen forscht seit langem an Herstellungsverfahren für Produkte aus Popcorn, die eine umweltfreundliche Alternative zu Styropor- oder Kunststoffprodukten darstellen könnten.
(Bild: Carolin Pertsch)

Göttingen – Verpackungen sollten heutzutage neben den besonderen Anforderungen für Transport, Lagerung und Produktdarstellung auch nachhaltig sein: Das Material sollte umweltschonend und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, gute Stabilität für ein mögliches Wiederverwenden aufweisen und sich am Ende der Gebrauchszeit leicht recyceln lassen.

Um ein derartiges Material zu entwickeln, hat sich eine Arbeitsgruppe der Universität Göttingen auf Popcorn spezialisiert. Daraus entstehen umweltfreundliche Alternativen zu Styropor- oder Kunststoffprodukten.

Formkörper aus Popcorngranulat

Noch ist die Verpackungsindustrie mit fast 40 Prozent der wichtigste Abnehmer der Kunststoffindustrie. Große Produzenten und Handelsketten haben jedoch begonnen, ihre Verpackungskonzepte zu überdenken und recyclingfähiger zu gestalten. Der Arbeitsgruppe „Chemie und Verfahrenstechnik von Verbundwerkstoffen“ der Universität Göttingen ist es nun gelungen, dreidimensionale Formkörper aus Popcorngranulat herzustellen. Großer Vorteil dieses Granulats: Es ist eine biobasierte, umweltschonende und nachhaltige Alternative zu den bisher in der Industrie verwendeten Produkten auf Styroporbasis.

„Mit diesem neuen an die Kunststoffindustrie angelehnten Verfahren lassen sich nunmehr die verschiedensten Formteile herstellen“, sagt Prof. Dr. Alireza Kharazipour, Leiter der Forschungsgruppe. „Besonders für den Bereich Verpackungen lässt sich so gewährleisten, dass Produkte sicher transportiert werden. Und dies mit einem Verpackungsmaterial, das anschließend sogar biologisch abbaubar ist.“ Darüber hinaus besitzen die neuen Popcorn-Produkte wasserabweisende Eigenschaften, was ihre Einsatzmöglichkeiten noch vergrößert.

Über die kommerzielle Nutzung des Verfahrens und der Produkte für den Bereich Verpackungen hat die Universität nun einen Lizenzvertrag mit dem mittelständischen Unternehmen Nordgetreide abgeschlossen. „Die pflanzenbasierten Verpackungen werden aus einem nicht für Lebensmittel geeigneten Reststoff unserer Cornflakes-Produktion hergestellt und sind nach der Verwendung rückstandslos kompostierbar“, erklärt Nordgetreide-Geschäftsführer Stefan Schult.

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