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Neue Forschungsgruppe Chemische Prozesse im Mikromaßstab untersuchen

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Mit einer Fördersumme von etwa zwei Millionen Euro unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden drei Jahren ein von der Universität Leipzig koordiniertes Forschungsvorhaben. An der Forschergruppe „Integrierte chemische Mikrolaboratorien“ sind neben sechs Leipziger Arbeitsgruppen auch die Humboldt-Universität zu Berlin sowie das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam beteiligt.

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„Die Chemie in miniaturisierten Systemen, in denen chemische Prozesse in Mikrokanälen oder in Hohlräumen innerhalb von Molekülen ablaufen, ist ein weltweit sehr gefragtes Forschungsgebiet“, sagt Prof. Dr. Detlev Belder von der Universität Leipzig, der Sprecher der neuen Forschergruppe „Integrierte chemische Mikrolaboratorien“.
„Die Chemie in miniaturisierten Systemen, in denen chemische Prozesse in Mikrokanälen oder in Hohlräumen innerhalb von Molekülen ablaufen, ist ein weltweit sehr gefragtes Forschungsgebiet“, sagt Prof. Dr. Detlev Belder von der Universität Leipzig, der Sprecher der neuen Forschergruppe „Integrierte chemische Mikrolaboratorien“.
(Bild: Privat)

Leipzig – Ziel des interdisziplinären Verbundes „Integrierte chemische Mikrolaboratorien“ ist die Untersuchung von chemischen Prozessen im Mikromaßstab. Chemikalien werden dabei in kreditkartengroßen Systemen statt in großen Kolben gehandhabt.

„Die Chemie in miniaturisierten Systemen, in denen chemische Prozesse in Mikrokanälen oder in Hohlräumen innerhalb von Molekülen ablaufen, ist ein weltweit sehr gefragtes Forschungsgebiet“, erläutert Prof. Dr. Detlev Belder von der Universität Leipzig, der Sprecher der neuen Forschergruppe. Der Einsatz solcher Chiplaboratorien sei, in Analogie zu Computerchips, nicht nur wegen des Geschwindigkeitsgewinnes interessant, "sondern ermöglicht auch eine viel ökonomischere und ökologischere Chemie".

Forschungsvorhaben soll Einzeldisziplinen zusammen bringen

Weltweit wurden in den vergangenen Jahren große Erfolge sowohl in der Mikroreaktionstechnologie als auch in der Miniaturisierung analytischer Technologien erzielt. „Allerdings ist diese Forschung noch stark in Einzeldisziplinen zersplittert und eine effiziente Verknüpfung der unterschiedlichen Forschungsansätze steckt noch weitestgehend in den Kinderschuhen“, erläutert Belder.

Dieser Herausforderung stellt sich die Forschergruppe "Integrierte chemische Mikrolaboratorien", mit der Intention eines Brückenschlags zwischen chemischer Synthese und Analytik in Mikrosystemen. Dies soll unter anderem auf Basis der Lab-on-a-chip-Technologie realisiert werden. Dabei handhaben die Wissenschaftler Chemikalien in kreditkartengroßen Systemen statt in großen Kolben oder Rohren. Grundlegende Arbeiten auf den Gebieten der Synthese und der Integration analytischer Konzepte sollen zum besseren Verständnis chemischer Prozesse beitragen. „Die Anwendungsfelder solcher Mikrosysteme sind äußerst vielfältig und beispielsweise in der raschen Wirkstoffentwicklung und der umweltschonenden Optimierung chemischer Reaktionen zu finden“, sagt Detlef Belder. Zudem könnten Analysen auch ohne große Ausrüstung in entlegenen Regionen der Welt stattfinden.

Die Förderzusage der DFG sorgt auch im Rektorat der Universität Leipzig für große Freude, heißt es in einer Pressemitteilung: „Erst vor Kurzem haben wir in einem aufwändigen Prozess unser Forschungsprofil geschärft. Nun können wir die ersten Früchte ernten“, sagt Prof. Dr. Matthias Schwarz, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Die neue Forschergruppe passe perfekt ins strategische Forschungsfeld „Intelligente Methoden und Materialien“.

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