Anbieter zum Thema
Das ursprünglich für Aufgaben in der Materialwissenschaft entwickelte DSX 100 bietet beispielsweise Funktionen wie HDR (High Dynamic Range) oder Wider (Wide Dynamic Range). Mit der HDR-Funktion können die Helligkeitsdifferenzen von mehreren, unterschiedlich belichteten Aufnahmen automatisch abgeglichen und zu einem einzigen Bild zusammengefasst werden. Selbst feinste Oberflächenstrukturen sind absolut klar darstellbar. Ina Schneebauer: „Für eine präzise technologische Untersuchung der Textilien müssen wir beispielsweise wissen, wie Kette und Schuss verlaufen, und das ist unter dem DSX 100 schnell und gut erkennbar.“ Einen weiteren Vorteil bietet dabei die Wider-Funktion: Damit es bei starker Intensität der Beleuchtung nicht zu Halobildung kommt, können Kontrastprobleme per Knopfdruck rechnerisch aufgelöst und damit auch in der optischen Ansicht beseitigt werden. Selbst bei einer Bildverkleinerung oder Bildvergrößerung verliert der Anwender beim DSX 100 nicht die Orientierung. Die Funktion Makro Map zeigt immer den Beobachtungspunkt auf dem Bildschirm. Das Mikroskopsystem bietet einen optischen Zoom von 13-fach und einen digitalen Zoom von 30-fach.
Tiefenschärfe über alle Bildebenen
Am meisten überzeugte Ina Schneebauer aber die extreme Tiefenschärfe der Aufnahmen: „Statt viele Einzelaufnahmen der unterschiedlichen Schichten auf einem Metallteil anfertigen zu müssen, um jeweils eine Ebene klar zu erkennen, können wir die Strukturen jetzt schon anhand eines einzigen Bildes dokumentieren.“ Die Zeitersparnis ist immens, der Aufwand sinkt – nicht zuletzt dank der einfachen Bedienbarkeit des DSX 100 – von Jahren auf Monate. Wenn Ina Schneebauer ihre Promotionsarbeit und die Untersuchung der organischen Strukturen auf den Grabbeigaben abgeschlossen hat, wird sie auch einige Rätsel des Gräberfeldes vom Waginger See gelöst haben. Beispielsweise in welchen gesellschaftlichen Kreisen die bestatteten Männer zu Lebzeiten verkehrten, ob ihre Kleidung in der Umgebung angefertigt wurde oder gar aus anderen Ländern stammte. Teilweise sind sogar Herkunftsanalysen der eingesetzten Farbstoffe möglich. Und all das dank feinster Überreste, die Archäologen noch vor wenigen Jahrzehnten als „Schmutz“ weggewischt hätten und die nun via opto-digitaler Mikroskoptechnik zur reinsten Schatztruhe werden.
* L. Ruminski, H.-J. Zamzow: Zamzow Bebernitz + Partner, 13156 Berlin
(ID:42853751)

