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Eppendorf Young Investigators Award 2015 Deutscher Forscher erhält renommierten Wissenschaftspreis

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Zum 20. Mal vergibt das Hamburger Life Sciences-Unternehmen Eppendorf in diesem Jahr seinen renommierten Forschungspreis. Die unabhängige Jury erkor Dr. Thomas Wollert, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, zum Gewinner des Eppendorf Award for Young European Investigators 2015. Er erhielt den Preis für seine Arbeiten zur Autophagozytose, der Eigenschaft von Zellen, geschädigte oder überflüssige Bestandteile zu entsorgen.

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Anlässlich der Preisverleihung am 25. Juni 2015 im EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg: Wilhelm Plüster (Eppendorf), Maria Leptin (EMBO), Thomas Wollert (Max Planck Institute of Biochemistry), Reinhard Jahn (MPI for Biophysical Chemistry),Axel Ziemke (Eppendorf Vertrieb Deutschland), Axel Jahns (Eppendorf)
Anlässlich der Preisverleihung am 25. Juni 2015 im EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg: Wilhelm Plüster (Eppendorf), Maria Leptin (EMBO), Thomas Wollert (Max Planck Institute of Biochemistry), Reinhard Jahn (MPI for Biophysical Chemistry),Axel Ziemke (Eppendorf Vertrieb Deutschland), Axel Jahns (Eppendorf)
(Bild: EMBL_Photolab Marietta Schupp)

Heidelberg – Dr. Thomas Wollert, Jahrgang 1979, erhält den mit 20.000 Euro dotierten Eppendorf Young Investigators Award für seine bahnbrechende Rekonstitution komplexer intrazellulärer Prozesse im Reagenzglas unter Verwendung künstlicher Membranen und aufgereinigter Komponenten. Seine Experimente ermöglichen ein besseres Verständnis von Schlüsselschritten der Autophagozytose, eines zentralen Prozesses der Entsorgung von beschädigten zellulären Bestandteilen eukaryotischer Zellen. Diese Erkenntnisse, so die Jury, bergen zudem das Potenzial zur Entwicklung von Medikamenten, da Störungen der Autophagozytose entscheidend an der Entstehung verschiedener Krankheiten beteiligt sind.

Die Preisverleihung fand am 25. Juni 2015 im EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg statt. In seiner Laudatio würdigte der Juryvorsitzende Prof. Reinhard Jahn die Arbeit von Thomas Wollert.

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Wie arbeiten die „Entsorgungsabteilungen“ in Zellen?

Thomas Wollert erläuterte in seinem Vortrag das Prinzip der Autophagozytose und welche Ansätze er und seine Forschungsgruppe Molecular Membrane and Organelle Biology verfolgen, um aufzudecken, wie Zellen geschädigte oder überflüssige Bestandteile entsorgen.

Thomas Wollert: „Ziel unserer Forschung ist es, diesen komplexen Stoffwechselweg auf molekularer Ebene zu verstehen. Dazu stellen wir die einzelnen Komponenten der Maschinerie, welche die Autophagozytose antreibt, im Labor her. Anschließend setzen wir diese Einzelteile an künstlichen Membranen zusammen, um so ihre Funktionsweise aufzuklären. Letztendlich wollen wir die Autophagozytose im Reagenzglas nachbauen, um zu verstehen, warum Störungen dieses Stoffwechselweges zur Entstehung von schweren Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs führen.“ Wollert weiter: „Mit dieser renommierten Auszeichnung wird das hohe Engagement meiner Labormitglieder für unser Forschungsziel, die Autophagozytose auf molekularer Ebene zu verstehen, gewürdigt. Insbesondere bin ich dankbar, dass unser außergewöhnlicher Ansatz, komplexe molekulare Maschinen aus ihren Einzelteilen zusammenzusetzen, um ihre Funktionsweise zu charakterisieren, durch diesen Preis Anerkennung und Beachtung erfährt.“

Mit dem 1995 initiierten Eppendorf Young Investigator Award würdigt Eppendorf herausragende Forschungsarbeiten auf dem biomedizinischen Sektor und fördert damit junge Wissenschaftler in Europa bis zum Alter von 35 Jahren. Der Eppendorf Award wird in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsmagazin Nature verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury, bestehend aus Prof. Reinhard Jahn (Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen), Prof. Dieter Häussinger (Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf), Prof. Maria Leptin (EMBO, Heidelberg) und Prof. Martin J. Lohse (Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Würzburg).

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