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E10-Sprit

Die Folgen des Einsatzes von E10- bis E100-Benzin analysieren

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Die Ethanolkonzentration im Motoröl steigt auch in Folge einer unvollständigen Verbrennung, also bei einem Kaltstart des Motors oder eben bei Kurzstreckenfahrprofilen. Die Folge: das Brennstoff-Luft-Gemisch (Aerosol) kann über den Ölfilm an der Wandung der Brennkammer an den Kolbenringen vorbei nach unten ins Kurbelwellengehäuse gezogen werden, wo es sich mit dem Motoröl vermengt. Ethanol lässt sich im Motoröl nach Kurzstreckenfahrten in Konzentrationen von 0,1 bis 2% feststellen.

Das führt zu der Frage, welche Auswirkungen Ethanol hat, wenn es einmal im Motoröl angekommen ist. Eine zentrale Aufgabe des Motorenöls ist die Schmierung des Motors und der Schutz vor Verschleiß. Wenn nun aber dünnflüssiges Ethanol (insbesondere bei E100 und E85) ins Motoröl gelangt, reduziert sich dessen Viskosität. Im ungünstigsten Fall resultiert ein zu dünner Schmierfilm und das Verschleißrisiko des Motors steigt. Ethanol besitzt ein ätzendes, sprich saures Potenzial, da es durch Oxidation von Verbrennungsprodukten im Motorraum zu Essigsäure reagieren kann. Die basischen Additive im Motorenöl, die bislang Säuren und nitrose Gase neutralisieren, werden durch den Einsatz von Ethanol und der dadurch gebildeten Essigsäure noch stärker gefordert. Um eine robuste Motorfunktion sicherzustellen, sind daher bereits während der Motorentwicklung zahlreiche Ethanolbestimmungen erforderlich.

Auf dem Weg zur DIN-Methode

Unter Leitung eines namhaften deutschen Automobilkonzerns sollen bisherige Erfahrungswerte durch Fakten untermauert werden. Anwender unterschiedlicher Disziplinen sind angetreten, um eine Methode zu entwickeln und zur Deutschen Industrie Norm (DIN) zu erheben, mit der sich Ethanol sicher und reproduzierbar in Motoröl und Benzinkondensaten nachweisen lässt. Bei der Suche nach der geeigneten Methode orientierte man sich an einem im Straßenverkehr üblichen Verfahren zur Feststellung von Trunkenheitsfahrten durch Bestimmung des Blutalkoholwertes, die hierzulande mittels Headspace-GC erfolgt.

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