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E10-Sprit

Die Folgen des Einsatzes von E10- bis E100-Benzin analysieren

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Limitierende Faktoren bei der E10-Analyse

Allerdings gelingt eine Übertragung der Analysenmethode von Blut auf Motoröl und Benzinkondensat als Matrix nicht per se, da der Nachweis von Ethanol in Motoröl ungleich schwieriger ist als der Nachweis von Ethanol in Blut beziehungsweise Serum, sprich: in einem wässrigen Medium, in dem sich das polare Ethanol sehr gut löst. Diese Tatsache wirkt, bezogen auf die Zeit, einem Verlust an Ethanol entgegen, selbst wenn im Vorfeld der Analyse einige Probenvorbereitungsschritte vonnöten sind.

In Motoröl jedoch, das bekanntermaßen wenig polar ist, löst sich Ethanol nicht, und eine Emulsion der Mischung bleibt, je nach Konzentrationsverhältnis, nur für Sekunden bis Minuten homogen. Damit erweist sich nicht nur die Entnahme einer repräsentativen Probenmenge aus dem Ethanol-Motoröl-Gemisch zu Analysezwecken als alles andere als trivial. Zudem besteht das Risiko, dass sich Ethanol schnell verflüchtigt. Nicht zuletzt stellt darüber hinaus sowohl die Matrix Motoröl, vor allem die eines gebrauchten Motoröls, als auch das Benzinkondensat den Anwender im Labor vor eine als nicht gering einzuschätzende Herausforderung, da sie in puncto Wassergehalt, Viskosität sowie Begleitstoffart und -anteil variieren kann. Dies macht es schwierig, den Einfluss genannter Parameter auf die Gleichgewichtsverteilung oder die Extraktionsleistung zu überwinden und alle Proben mit nur einer Methode zu analysieren.

Die Sensitivität wiederum stellt kein Problem dar, da es sich beim Nachweis um hinreichend große Konzentrationsmengen handelt: zwischen 0,1 und 10% (w/w) in Motoröl sowie 10 und 50% (w/w) und darüber hinaus in Benzinkondensat. Auf den Punkt gebracht lässt sich sagen, dass die Headspace-GC von Ethanol in Öl eine mögliche Methode darstellt, die jedoch nicht per se – wie ein Ringversuch unter den beteiligten Laboratorien des Arbeitskreises zeigte – zufriedenstellende Resultate liefert. Außerdem ist sie als arbeits- und zeitintensiv zu bezeichnen.

Wie die Arbeit im Labor zeigt, erweist sich die FET-HS (Full Evaporation Headspace Technique) als probate Alternative zur klassischen HS. Bei der FET-HS wird Ethanol komplett gestrippt und die Matrix bleibt zurück. Daraus resultiert eine erschöpfende Extraktion, und die Gleichgewichtseinstellung spielt keine Rolle.

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