Suchen

Registrierungspflichtiger Artikel

Nachhaltig und zukunftssicher

Die Vorteile des Temperierens mit natürlichen Kältemitteln

| Autor/ Redakteur: Michael Sauer* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Im Alltag finden Kohlenwasserstoffgase vielfach Verwendung, u.a. in Küchenherden, als umweltfreundliches Autogas oder in den Propangasflaschen von Campingwagen und Grill. Auch in der Temperiertechnik erleben natürliche Kohlenwasserstoffe ein Comeback als klimaschonende Kältemittel – jedoch nicht ohne die Skepsis der Anwender. Warum Vorbehalte gegen Kohlenwasserstoff-Kältemittel in Temperiergeräten unbegründet sind, zeigt ein Temperierspezialist aus Offenburg.

Firmen zum Thema

Worauf müssen Sie beim Einsatz von natürlichen Kältemitteln in der Temperierung achten?
Worauf müssen Sie beim Einsatz von natürlichen Kältemitteln in der Temperierung achten?
(Bild: Peter Huber Kältemaschinenbau; © Romolo Tavani - stock.adobe.com; [M]Tscherwitschke)

Die Entscheidung für ein Kältemittel in einem Temperiergerät ist oftmals komplex und ein Kompromiss zwischen verschiedenen Faktoren. Je nach Anwendung müssen chemische, thermodynamische, fluiddynamische und physikalische Eigenschaften berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird der Umwelteinfluss zunehmend relevanter – und das nicht erst seit Inkrafttreten der EU-F-Gase-Verordnung. Eine ausgezeichnete Energieeffizienz bei gleichzeitig bekannter Umweltverträglichkeit bieten natürliche Kältemittel. Die Peter Huber Kältemaschinenbau AG setzt seit vielen Jahren auf Kohlenwasserstoffe in ihren Kältemaschinen und zählt damit zu den Wegbereitern für umweltverträgliche Temperiertechnik. In der Vergangenheit wurden in der Kälteindustrie vor allem FKW-Kältemittel wie R134a, R507A und R404A eingesetzt. Diese Kältemittel sind nicht brennbar und weisen gute thermodynamische Eigenschaften im Tieftemperaturbereich bis ca. -50 °C auf. Für diese synthetisch hergestellten fluorierten Gase (F-Gase) wird die Umweltverträglichkeit anhand des Ozonabbaupotenzials ODP (Ozone Depletion Potential) und des Erderwärmungspotenzials GWP (Global Warming Potential) bestimmt.

Alternative Kältemittel für Temperiergeräte

Bereits in den frühen 70er Jahren sammelte Unternehmensgründer Peter Huber erste Erfahrungen mit natürlichen Kältemitteln. In den Folgejahren wurden zahlreiche Seriengeräte mit Propan R290 und Propen R1270 entwickelt und international auf den Markt gebracht. Diese Kältemittel besitzen kein Ozon­abbaupotenzial und nur ein geringes Treibhauspotenzial (GWPCO = 2 bis 3). Doch trotz aller Pionierarbeit stehen manche Anwender den natürlichen Kältemitteln noch immer skeptisch gegenüber. Hauptgrund hierfür sind Sicherheitsbedenken aufgrund der Entflammbarkeit. Dass diese Bedenken unbegründet sind, belegen die tausendfach verkauften und unfallfreien Laborgeräte von Huber. Die kompakten Umwälzkühler (Unichiller, Minichiller), Prozessthermostate (Petite Fleur, Tango) und Kältethermostate (KISS, Ministat, etc.) werden seit vielen Jahren serienmäßig mit Propan R290 oder Propen R1270 ausgestattet. Die Kältemittelfüllmengen bei diesen Modellen liegen unter 150 g, weshalb in der Regel keine Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind. Auch größere Temperiersysteme, z.B. der Unistat 610 mit einer Füllmenge von 2,2 kg, sind auf Kundenwunsch mit natürlichem Kältemittel erhältlich. Hierbei sind jedoch betreiberseitige Maßnahmen zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften notwendig. Je nach Aufstellungsort und Verwendungszweck muss u.a. eine geeignete Belüftung gewährleistet sein und ein Gaswarnsensor installiert werden.