Anbieter zum Thema
Eine andere Serie von polyklonalen Antikörpern erkennt Gesamtprotein von bakteriellen Expressionsstämmen (BL21, HB101, W311) und ist sehr nützlich, um die Reinheit bzw. mögliche Rückstände bei der Aufreinigung eines in diesen Stämmen rekombinant exprimierten Targetproteins mittels Western Blot oder ELISA zu verifizieren.
Vertriebskanal Internet
Um die oben dargestellte Palette hochspezifischer immunologischer Agentien auch anderen Wissenschaftlern zur Verfügung zu stellen, bietet Micromol diese über den Internetmarktplatz www.antikoerper-online.de an. „Die Alternative dazu wäre ein Vertriebssystem mit Außendienstmitarbeitern gewesen. Das hätte jedoch ein viel umfangreicheres zeitliches und finanzielles Investment gefordert“, erläutert Micromol-Geschäftsführer Dr. Dreusch die Vorteile der Online-Vermarktungsstrategie.
Die als Spin-off der RWTH Aachen gegründete Handelsplattform ist ein herstellerunabhängiger Marktplatz, der gerade für kleinere Firmen und Institute einen schnellen Zugang zum Vertriebskanal Internet darstellt. Das Angebot umfasst derzeit über 300 000 Antikörper und komplementäre Produkte wie ELISA-Kits, Peptide oder Proteine.
Die Karlsruher Wissenschaftler sind mit ihrem Ansatz, die entwickelten Antikörper über das Internet zu vermarkten, nicht alleine – auch die in der Diabetesforschung aktive Unicus Karlsburg OHG nutzt diesen Service. Als ehemalige Mitarbeiter des Institutes für Diabetes „Gerhardt Katsch“ in Karlsburg verfügen Dr. Martina Strebelow und Dipl. Ing. Sonja Tietz, die Gründerinnen von Unicus, über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der Diabetesforschung. Bereits in den 1980er Jahren wurden hier die ersten monoklonalen Antikörper entwickelt, die mit den Beta-zellspezifischen Autoantigenen wie Insulin, Glutamatdekarboxylase und später der Tyrosinphosphatase reagierten. Dadurch wurden z.B. Untersuchungen zur Epitopspezifität der Diabetes-assoziierten Autoantikörper möglich, welche inzwischen eine große Bedeutung bei der Differentialdiagnose des Diabetes mellitus Typ I, Typ II und LADA sowie der Früherkennung eines Typ I Diabetesrisikos gewonnen haben.
„Eine besondere Herausforderung war die Entwicklung monoklonaler Antikörper gegen das niedermolekulare Neopterin“, führt Dr. Strebelow weiter aus. „Erhöhte Neopterinspiegel werden bei allen Krankheiten beobachtet, die mit einer Stimulation des zellulären Immunsystems einhergehen, beispielsweise virale Erkrankungen, bakterielle Infekte, Autoimmunerkrankungen und Transplantatabstoßung. Unerfahren mit Internetauftritten und Marketingstrategien haben wir nach Möglichkeiten gesucht, unsere Produkte zu vertreiben“, sagt die Diabetes-Wissenschaftlerin. Gegründet wurde Unicus im Januar 2005. Neben der Entwicklung monoklonaler Antikörper und der Entwicklung und Evaluierung von Immunoassays sollte auch der Vertrieb des vorhandenen Bestands an monoklonalen Antikörpern ein Standbein der Firma sein.
Starke Internationalisierung
Entscheiden sich Wissenschaftler für eine Vermarktung über www.antikoerper-online.de übernimmt antibodies-online eine aktive Vermarktung der Produkte über Suchmaschinen wie Google, Partnerseiten und über Newsletter. Eine Vergütung erfolgt nur im Verkaufsfall durch eine Provision. „Deutsch, Französisch oder Englisch – antibodies-online bietet seinen Kunden eine nationale Hotline mit einer Kundenberatung in der jeweiligen Landessprache. Mittlerweile erzielen wir 60 Prozent unseres Umsatzes im Ausland“, erläutert Geschäftsführer Dr. Tim Hiddemann.
Besonders groß ist die Nachfrage aus den USA: Hier ist der Umsatz innerhalb kürzester Zeit auf 35 Prozent gestiegen. „Da die Nachfrage in Nordamerika weiter zunimmt, haben wir jetzt in Atlanta eine US-Tochter antibodies-online Inc. gegründet.“ Die Internationalisierung der Plattform schreitet zudem weiter zügig voran: So plant die Geschäftsführung jetzt den Einstieg in den chinesischen Markt. n
* P. von Glasow: antibodies-online GmbH, 52072 Aachen,
(ID:26287380)

