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Antikörper Einfache Vermarktung eigener Forschungsantikörper über das Internet

Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

In Deutschland entwickelte Forschungsantikörper finden häufig nicht den Weg in die Vermarktung, da es den Beteiligten an Zeit und Möglichkeiten mangelt. Ein herstellerunabhängiger Internetmarktplatz erleichtert es nun, diese Produkte auch anderen Wissenschaftlern zugänglich zu machen.

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Abb. 1: Schematische Darstellung eines Ig-G-Antikörpers (Quelle: de.academic.ru)
Abb. 1: Schematische Darstellung eines Ig-G-Antikörpers (Quelle: de.academic.ru)

Obwohl der Innovationsstandort Deutschland berühmt für seine Ideen und Produkte ist, schlummern viele Forschungsantikörper noch in den Schubladen hiesiger Entwicklungslabors und Produktionsstätten. In der Regel bleibt das Potenzial dieser Produkte aus Instituten oder Unternehmen einer breiten Nutzerschaft verwehrt. Für die systematische Vermarktung von Antikörpern fehlten bisher in den Instituten und Forschungslabors häufig Zeit und Möglichkeiten. Die Vermarktung eigener Entwicklungen ist jedoch mittlerweile relativ leicht und ohne großes Risiko über das Internet möglich. Laut Umfragen nutzen über 80% der Wissenschaftler primär das Internet, um nach neuen oder alternativen Forschungsantikörpern zu suchen. „Das Internet ist das Medium, über das jede Recherche in der modernen Biotechnologie und auch die Suche nach speziellen Antikörpern abläuft“, bestätigt Dr. Andreas Dreusch, Geschäftsführer des Biotechnikunternehmens Micromol.

Das Karlsruher Unternehmen hat derzeit drei Therapeutika/Diagnostika in der Entwicklungspipeline und ist seit 1996 auf vielen Gebieten der Biotechnologie in Entwicklungsprojekte eingebunden. Auf die Entwicklung ihrer Kernprodukte fokussiert bieten selbst solche Unternehmen ihre eigenen Forschungsantikörper selten aktiv zur Vermarktung an. In der Regel stellt Micromol die Antikörper für eine eigene konkrete Fragestellung oder ein neues internes Projekt her. Daraus resultieren hohe Qualitätsansprüche an die Entwicklungsarbeit, um bestimmte Sensitivitätsgrenzen zu erreichen.

Micromol hat eine ganze Serie von Antikörpern in der Pipeline, die hauptsächlich gegen Antigene der Forschungsgebiete Autoimmunität und Lebensmittelallergene gerichtet sind. Als besonders wertvoll erwies sich jedoch eine Serie von polyklonalen Antikörpern, die hochspezifisch und sehr sensitiv den HIS-tag und den GST-tag erkennen, und so ein hervorragendes Hilfsmittel darstellen, um alle mit diesen tags gekoppelten rekombinanten Proteine mittels Western Blot und ELISA zu detektieren. Aufgrund des großen Erfolges dieser Antikörper-Serie entschloss sich Micromol, diese Palette mit Antikörpern zu erweitern, die den MYC-tag und den DYKDDDDK-tag sensitiv und spezifisch nachweisen. Somit steht zum jetzigen Zeitpunkt eine Serie hochspezifischer immunologischer Tools zur Verfügung, die es ermöglichen, rekombinant exprimierte Proteine schnell und sensitiv zu analysieren. In diesem Zusammenhang wurde als generelle Nachweiskontrolle ein rekombinantes Multitag-Protein konstruiert, mit dem der Nachweis eines tag-gekoppelten rekombinanten Proteins im individuellen Experiment spezifisch kontrolliert werden kann. Ein ELISA-System zur Quantifizierung „getagter“ rekombinanter Proteine schlummert noch in der Pipeline der Karlsruher Molekularbiologen.

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