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Leibniz-Gemeinschaft

Für 26 Millionen Euro: Neubau für Naturstoff- und Infektionsforschung

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Am 18. Juni wurde der Grundstein für ein neues Laborgebäude am Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie gelegt. Der insgesamt 26 Millionen Euro teure Bau soll im Juni 2021 fertig gestellt werden.

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Eine Vision des neuen Laborgebäudes am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena
Eine Vision des neuen Laborgebäudes am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena
(Bild: Leibniz-HKI)

Jena – Vertreter aus Wissenschaft und Politik feierten gemeinsam mit der Belegschaft des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) am 18 Juni die Grundsteinlegung für ein neues Laborgebäude. Im HKI Biotech Center werden künftig Forschungsgruppen untergebracht, die sich biotechnologischen und immunologischen Themen widmen und den Brückenschlag zur Anwendung suchen.

Das neue Laborzentrum entsteht auf dem Institutscampus des Leibniz-HKI anstelle von zwei kleineren Laborgebäuden, die den technischen Anforderungen an moderne Laborarbeitsplätze nicht mehr entsprachen. Dort, wo bisher kleine Gruppen mit insgesamt 40 Mitarbeitern untergebracht waren, werden künftig doppelt so viele Arbeitsplätze entstehen. Das neue Gebäude hat eine Nutzfläche von 2000 Quadratmetern und wird – so der Plan – im Juli 2021 fertiggestellt. Die Baukosten belaufen sich auf 26 Mio Euro, von denen Bund und Freistaat Thüringen jeweils die Hälfte übernehmen.

Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“

Institutsdirektor Axel Brakhage dankte in seiner Begrüßung den Geldgebern dafür, auch in gerade für Thüringen finanziell schwierigen Zeiten, die Investition zu schultern. Das neue Bauwerk stehe für die Zukunft und für zahlreiche hochqualifizierte Mitarbeiter, die wesentlich zum Aufschwung der Region beitragen werden.

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Staatssekretär Markus Hoppe hob in seinem Grußwort hervor, dass der kürzlich eingeworbene Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ bester Beleg für die erfolgreiche Entwicklungsstrategie des Beutenberg-Campus sei. Mit dem neuen Laborgebäude füge sich ein weiterer Mosaikstein in diese Erfolgsgeschichte.

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, verwies in seiner Ansprache auf die zehn erfolgreichen Firmenausgründungen, die das Leibniz-HKI bereits auf den Weg gebracht hat. Einige davon verfügen heute über mehr Mitarbeiter, als das Institut selbst. Das HKI Biotech Center biete beste Bedingungen, um die anwendungsorientierte Forschung weiter zu stärken.

Der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität, Walter Rosenthal, ging besonders auf die starke Verbindung des Instituts zur Universität und dem Universitätsklinikum ein. Als langjähriger Beiratsvorsitzender hat er die Entwicklung des Leibniz-HKI hautnah begleitet und sieht den Forschungsneubau als Fortsetzung einer beinahe drei Jahrzehnte währenden Erfolgsgeschichte. Sie beruhe vor allem auf den Forschungsergebnissen, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts in einer großen Teamleistung und mit vielen Kooperationspartnern gemeinsam zustande gebracht hätten.

Gutachten belegt: Herausragende wissenschaftliche Leistungen

In dem neuen Gebäude werden künftig Wissenschaftler und technische Angestellte unter modernsten Bedingungen arbeiten. Im Untergeschoss wird eine Tiefgarage eingerichtet, die die angespannte Parksituation auf dem Beutenberg entlasten wird. Der Neubau wurde notwendig, da das Leibniz-HKI in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen hat. Zahlreiche große, vom Bund und Freistaat Thüringen geförderte Forschungsvorhaben führten zu einem drastischen Anstieg der Mitarbeiterzahl. Heute arbeiten etwa 450 Personen an der Aufklärung von Infektionsprozessen und der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten.

Eine internationale Gutachterkommission hatte dem Institut anlässlich der letzten Evaluierung herausragende wissenschaftliche Leistungen attestiert und den Neubau empfohlen. Damit soll eine leistungsfähige Infrastruktur geschaffen werden, die auch weiterhin Spitzenleistungen in der Forschung ermöglicht. „Wir freuen uns sehr, dass Bund und Land dieser Empfehlung gefolgt sind und die Finanzierung des Vorhabens gemeinsam übernehmen“, sagt Institutsdirektor Axel Brakhage, der zudem einen Lehrstuhl an der Friedrich-Schiller-Universität Jena innehat. „Nur wenn wir attraktive Arbeitsbedingungen schaffen, können wir vielversprechende Talente nach Jena holen und im Verbund mit der Universität und den Beutenberg-Instituten auch künftig im internationalen Wettbewerb bestehen.“

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