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Vom Aussterben bedrohte Großkatze Genanalysen zeigen extreme Bedrohung des Gepards

Quelle: Pressemitteilung

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Mit nur noch 7.100 in freier Wildbahn lebenden Tieren zählt der Gepard zu den gefährdeten Säugetierarten, einzelne Unterarten sind sogar akut vom Aussterben bedroht. Doch es ist nicht die geringe Zahl der Individuen allein. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Inzucht und geringe Mischerbigkeit den Großkatzen zum Verhängnis werden könnte.

Mit nur noch 7.100 in freier Wildbahn lebenden Tieren zählt der Gepard zu den gefährdeten Säugetierarten, einzelne Unterarten sind sogar akut vom Aussterben bedroht.
Mit nur noch 7.100 in freier Wildbahn lebenden Tieren zählt der Gepard zu den gefährdeten Säugetierarten, einzelne Unterarten sind sogar akut vom Aussterben bedroht.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Kann man auch den Gepard – wenn überhaupt – bald nur noch im Zoo bewundern? Von Lebensraumverlust, Mensch-Wildtier-Konflikten und illegalem Handel bedroht, leben nur noch etwa 7.100 Individuen dieses Prädators in der Natur. Doch es ist nicht nur die geringe Anzahl an Individuen, die diese Großkatze vom Aussterben bedroht. Eine aktuelle internationale, vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni geleitete Genanalyse zeigt, dass die genomweite Heterozygotie (Mischerbigkeit) extrem gering ist. Gleichzeitig bestätigt die Studie die Einteilung der ostafrikanischen und der südafrikanischen Geparde in zwei eigenständige Unterarten.

Die Studie präsentiert die bisher umfassendste genomweite Analyse der Phylogeographie und Erhaltungsgenomik von Geparden (Acinonyx jubatus) und stellt Proben aus fast der gesamten aktuellen und früheren Verbreitung zusammen. Die Wissenschafter weisen darin nach, dass ihre Phylogeographie – also die phylogenetische und geographische Herkunft einzelner genetischer Linien – komplexer ist als bisher angenommen, und dass sich ostafrikanische Geparden (A. j. raineyi) genetisch von südafrikanischen Individuen (A. j. jubatus) unterscheiden – was ihre Anerkennung als eigenständige Unterart rechtfertigt.

Hohe Inzucht und geringe Mischerbigkeit bei bedrohten Unterarten

Studien-Letztautorin Pamela Burger vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Vetmeduni erläutert die grundlegenden neuen Erkenntnisse: „Wir fanden eine starke genetische Differenzierung zwischen allen klassisch anerkannten Unterarten und widerlegen damit frühere Annahmen, dass Geparden eine nur geringe Differenzierung aufweisen. Die stärkste Differenzierung beobachteten wir zwischen der asiatischen und allen afrikanischen Unterarten.“

Bei den vom Aussterben bedrohten iranischen (A. j. venaticus) und nordwestafrikanischen (A. j. hecki) Unterarten stellten die Wissenschafter eine hohe Inzucht fest.

Zusammen mit Schneeleoparden weisen Geparden die niedrigste genomweite Heterozygotie von allen Großkatzen auf. Das unterstreicht den kritischen Erhaltungszustand des Gepards

, konstatiert Stefan Prost vom FIWI

Wichtige Erkenntnisse für den Schutz des Gepards

Laut den Forschern können die neu gewonnenen Informationen zur Phylogeographie von Geparden dabei unterstützen, im Artenschutz evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen und so besser zum Schutz der stark gefährdeten Großkatze beizutragen. Dies ist besonders relevant angesichts laufender und geplanter Umsiedlungen von Geparden über Unterartengrenzen hinweg und der zunehmenden Bedrohung durch illegalen Handel. Einzelne Unterarten wie die, nur noch im Iran vorkommende Unterart A. j. venaticus, sind mit weniger als 50 Individuen vertreten und brauchen schnelle und effiziente Schutzmaßnahmen.

Geparden halten Ökosystem in Balance

Spitzenprädatoren wie der Gepard nehmen in Ökosystemen eine wichtige Funktion ein. An der Spitze der Nahrungspyramide stehend tragen sie wesentlich dazu bei, ihren Lebensraum in Balance zu halten. Durch Biodiversitätsverlust und globale Umweltveränderungen sind viele große Fleischfresser allerdings vom Aussterben bedroht. Das kann weitreichende Auswirkungen auf Ökosysteme haben, etwa eine unkontrollierte Zunahme von Pflanzenfressern, die sich wiederum negativ auf die Regenerationsfähigkeit der Pflanzenwelt auswirkt. Der Gepard steuert auf eine ungewisse Zukunft zu.

Originalpublikation: Stefan Prost, Ana Paula Machado, Julia Zumbroich, Lisa Preier, Sarita Mahtani-Williams, Rene Meissner, Katerina Guschanski, Jaelle C. Brealey, Carlos Rodríguez Fernandes, Paul Vercammen, Luke T. B. Hunter, Alexei V. Abramov, Martin Plasil, Petr Horin, Lena Godsall-Bottriell, Paul Bottriell, Desire Lee Dalton, Antoinette Kotze und Pamela Anna Burger: Genomic Analyses Show Extremely Perilous Conservation Status of African and Asiatic cheetahs (Acinonyx jubatus); Molecular Ecology, First published: 24 June 2022; https://doi.org/10.1111/mec.16577

(ID:48480042)

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