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Meilenstein Labordiagnostik

Heute das tun, was Patienten morgen brauchen

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Die Medizin wird personalisiert

Getrieben durch Fortschritte in etlichen Bereichen der molekularbiologischen Forschung, darunter PCR und Next Generation Sequencing (NGS), sind die Ursachen einiger Erkrankungen heute auf molekularer Ebene bereits relativ gut untersucht. Und man beginnt zu verstehen, dass das Krankheitsbild eines Patienten, trotz gleicher Diagnose, häufig nicht dem des anderen gleicht. Auf molekulargenetischer Ebene kann es vielmehr große Unterschiede geben, die letztlich auch über das Ansprechen oder Nichtansprechen auf bestimmte Therapien entscheiden können. In einigen Bereichen lässt sich dieses Wissen bereits heute nutzen, um Patienten zielgerichteter zu therapieren. Der Begriff „Personalisierte Medizin“ ist längst zum Schlagwort und Megatrend der Branche geworden.

Die Entwicklung hochsensitiver Verfahren zum Nachweis kleinster Nukleinsäure-Mengen machte wiederum Technologien wie die seit einigen Jahren aufkommende Liquid Biopsy („Flüssigbiopsie“), die blutbasierte Nukleinsäureanalytik zum Nachweis von Tumorzellen bzw. Tumor-DNA im Blut, möglich. Einer ihrer großen Vorteile: Es muss keine klassische, d.h. invasive Gewebeentnahme vorgenommen werden. In der Onkologie wird das Verfahren z.B. zur Abschätzung des Metastasierungsrisikos, zur Identifizierung therapeutischer Zielstrukturen und Resistenzmechanismen sowie zum Tumor-Monitoring eingesetzt. Dabei wird z.B. auf sog. Treibermutationen in Onkogenen wie EGFR, BRAF oder KRAS analysiert, die eine Aussage über das Metastasierungsrisiko und die Gefahr der Therapieresistenz ermöglichen.

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Roche begleitet diese Entwicklung bereits heute mit einem balancierten Portfolio. Der „epidermal growth factor receptor“ (EGFR) beispielsweise ist Ausgangspunkt verschiedener Signalkaskaden für die Kontrolle des Zellwachstums. Das Vorliegen einer aktivierenden EGFR-Mutation begünstigt die Wirksamkeit von Tyrosinkinase-Inhibitoren, die z.B. im Rahmen der Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) zum Einsatz kommen. Der Cobas EGFR Mutation-Test v2 identifiziert über 99% aller klinisch relevanten, aktivierenden und Resistenz-vermittelnden EGFR-Mutationen und unterstützt damit Ärzte bei ihrer Therapieauswahl. Der Test kann sowohl aus Proben von Gewebebiopsien als auch einfach und patientenschonend per Liquid Biopsy an Blutplasma durchgeführt werden. Er liefert innerhalb von Stunden reproduzierbare Testergebnisse. Bei wiederholten Tests auf die EGFR-Mutationen kann eine Trendanalyse Hinweise auf die Tumorprogression liefern. Das System kann auch für den Nachweis von Mutationen im KRAS- und BRAF-Gen von Tumorproben verwendet werden.

Chancen nutzen

Das Wissen um die Entstehung vieler Krankheiten nimmt stetig und immens zu, die Gesellschaft wird immer älter, dennoch ist die Ursache vieler oder das Wechselspiel unterschiedlicher Erkrankungen noch immer nicht oder nur in Teilen verstanden. Für die meisten von ihnen aber gilt: Je früher ich sie erkenne, desto größer sind die Handlungsoptionen. „Die Diagnostik erlebt aus meiner Sicht eine spannende Zeit und sie wird immer wichtiger und auch das Gesundheitssystem sollte erkennen, welche Chancen noch in ihr liegen“, konstatiert Schinecker. Ganz im Sinne von „Doing now what patients need next“.

Literatur:

[1] Mueller, C. et al (2015): Ann Emerg Med. 10.1016/j.annemergmed.2015.11.013

[2] De Luca G. et al. (2004): Circulation. 109(10);1223-5.

[3] Zeisler, H., Llurba, E., Chantraine, F., et al. (2016). NEJM

* Dr. I. Ottleben: Redaktion LABORPRAXIS, E-Mail Ilka.ottleben@vogel.de

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