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Elektromembranverfahren Hohenheimer Forscher entwickeln Trennverfahren für Milchbestandteile

| Redakteur: Manja Wühr

Lebensmittelhersteller können bisher wertvolle Milchproteine kaum nutzen. Wissenschaftler der Universität Hohenheim entwickeln mit ihren Kooperationspartnern nun ein Verfahren, um kleine Proteine oder deren Spaltprodukte, die Peptide, zu fraktionieren und anzureichern.

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Universität Hohenheim entwickelt Verfahren, um den Einsatz von funktionellen Milchproteinen für die Lebensmittelproduktion zu erleichtern.
Universität Hohenheim entwickelt Verfahren, um den Einsatz von funktionellen Milchproteinen für die Lebensmittelproduktion zu erleichtern.
(Bild: Universität Hohenheim/Angelika Emmerling )

Hohenheim – Milchproteine zählen zu den hochwertigsten Proteinen in der Ernährung. Darin verborgen sind zudem zahlreiche biofunktionelle Peptide. Doch die Lebensmittelhersteller konnten diese Peptide bisher kaum nutzen. „Dazu müssen die Bestandteile in einzelne Fraktionen getrennt und angereichert werden, was bisher nur in Kleinstmengen im Labormaßstab möglich war“, erklärt Prof. Dr. Jörg Hinrichs vom Fachgebiet Milchwissenschaft und -technologie an der Universität Hohenheim.

Das wollen die Wissenschaftler im Projekt Whey2Food nun ändern. Ein neues Verfahren soll das ernährungsphysiologische und funktionelle Potenzial der Milchproteine nun verstärkt erschließen. Die Universität Hohenheim entwickelt die Methode gemeinsam mit dem Fraunhofer IGB, dem belgischen Forschungsinstitut VITO und Firmenpartnern aus fünf europäischen Ländern.

Elektromembranverfahren trennt Milchbestandteile

„Reine Filtration trennt die Partikel nur aufgrund ihrer Größe“, erläutert Prof. Dr. Hinrichs. „Kleine Proteine und Peptide sind jedoch alle fast gleich groß. Die konventionelle Filtration führt deshalb zu einem Gemisch verschiedener Peptide.“

Kleine Proteine und Peptide unterscheiden sich jedoch in ihrer Aminosäurenzusammensetzung und damit je nach pH-Wert in ihrer Ladung. Das nutzen die Forscher als zusätzliches Selektionskriterium. Sie haben die Filteranlage mit einem elektrischen Feld überlagert – und diese Cross-Flow-Elektromembranfiltration ermöglicht eine Fraktionierung und Anreicherung von Peptiden.

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