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Fressverhalten von Pollensammlern Hummeln halten strikte Fett-Diät

| Autor / Redakteur: Dr. Katharina Baumeister-Krojer* / Christian Lüttmann

Hummeln sehen zwar eher pummelig aus, haben aber einen strikten Ernährungsplan. So meiden sie gezielt fettreiche Pollen bei der Nahrungsaufnahme, wie Forscher der Technischen Universität München (TUM) herausfanden. So vermeiden sie vermutlich negative Auswirkungen auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit.

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Eine Wiesenhummel sammelt Pollen an einem blauen Natternkopf.
Eine Wiesenhummel sammelt Pollen an einem blauen Natternkopf.
(Bild: TUM Fotostelle, D.G.Mahsberg)

Freising – Bienen sind wichtig für unsere Umwelt und Ernährung. Ohne Bestäubung durch Tiere können sich viele Pflanzen, auch viele Nutzpflanzen, nicht vermehren. „Das Bienensterben hat demnach auch Auswirkungen auf das Nahrungsangebot für den Menschen“, sagt Sara Diana Leonhardt, die als Professorin am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München (TUM) arbeitet. Sämtliche der weltweit über 20.000 Bienenarten seien hier in den Blick zu nehmen. Besonders wichtig seien dabei neben der Honigbiene auch Hummeln, die ebenfalls zur Gattung der Echten Bienen gehören.

„Bienen beziehen die meisten Nährstoffe aus ihrer Hauptnahrungsquelle, Nektar und Pollen. Während Nektar hauptsächlich eine Quelle für Kohlenhydrate ist, enthält Pollen die meisten anderen benötigten Nährstoffe: Eiweiß, Fett, Mineralien und Vitamine. Bisher glaubte man, dass Bienen, wie andere Pflanzenfresser, dabei vor allem auf den Eiweißgehalt ihrer Nahrung achten“, erläutert Leonhardt.

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Nahrungsvorlieben von Erdhummeln

Doch welche Nährstoffe können Hummeln überhaupt in Pollen schmecken? In Lernversuchen analysierten die Wissenschaftler zunächst die Vorlieben der Hummeln für Fett oder Eiweiß. „Wir konzentrierten uns auf Fett- und Aminosäuren, welche die beiden wichtigsten Pollenmakronährstoffe aufbauen und sehr wahrscheinlich von Bienen geschmacklich wahrgenommen werden können“, sagt Fabian Rüdenauer, Hauptautor der Studie.

Dazu wurden Pollen mit zunächst wenig Fettsäuren versehen und anschließend der Fettgehalt erhöht. Die Forschergruppe fand heraus, dass Erdhummeln hier gut unterscheiden können und Vorlieben zeigen. „Je mehr Fett im Pollen war, desto weniger haben die Hummeln gefressen“, fasst die Insektenforscherin Leonhardt zusammen. Dabei nahmen die Hummeln sogar in Kauf, eher zu sterben, als fettreiche Pollen zu sich zu nehmen. Daraus schließt die Arbeitsgruppe, dass Fett in Pollen die Fortpflanzungsfähigkeit und auch das Überleben der Bienen beeinträchtigt und daher gemieden wird.

Bei den Pollen mit Variationen im Aminosäuregehalt trafen die Hummeln hingegen keine Unterscheidungen. Der Eiweißgehalt scheint also kaum eine Rolle für das Fressverhalten zu spielen.

Daten zur Pollenchemie sollen Bienenschutz verbessern

Als nächsten Schritt stellen die Forscher nun einen Datensatz zur Pollenchemie zusammen, um einen Überblick über ein breites Pflanzenspektrum hinweg zu erhalten. Darüber hinaus untersuchen sie die Nährstoffbedürfnisse weiterer Bienenarten. „Dadurch könnten künftig auch Blühmischungen und Schutzmaßnahmen wie Blühstreifen verbessert werden“, so der Ausblick der Forschenden.

Originalpublikation: Fabian A. Ruedenauer, David Raubenheimer, Daniela Kessner-Beierlein, Nils Grund-Mueller, Lisa Noack, Johannes Spaethe, Sara D. Leonhardt: Best be(e) on low fat: linking nutrient perception, regulation and fitness, Ecology Letters 2020; DOI: 10.1111/ele.13454

* Dr. K. Baumeister-Krojer, Technische Universität München (TUM), 85748 Garching b. München

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