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Heterogene Katalyse Im Hochdurchsatz forschen – Dichte ist ein wichtiger Prozessparameter

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Katalysatoren sind aus der chemischen Produktion nicht wegzudenken. Das Unternehmen HTE ist auf die Hochdurchsatzforschung spezialisiert. Das Gespräch führte LP-Chefredakteur Marc Platthaus

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Abb. 1: Speziell angefertigte, parallele Reaktorsysteme für das Hochdurchsatz-Katalysatortesten. Im Bild Dr. Michael Paul, Business Development Manager & Head of Marketing, hte company (Bild: hte company)
Abb. 1: Speziell angefertigte, parallele Reaktorsysteme für das Hochdurchsatz-Katalysatortesten. Im Bild Dr. Michael Paul, Business Development Manager & Head of Marketing, hte company (Bild: hte company)

LP: Herr Dr. Paul, HTE wurde 1999 gegründet und ist mittlerweile ein führender Anbieter auf dem Gebiet der heterogenen Katalyse. Was kann man sich genau darunter vorstellen?

Dr. Michael Paul: Unser Firmenname HTE steht für „High Throughput Experimentation“, also Hochdurchsatzforschung, und drückt eigentlich schon das aus, was wir im alltäglichen Geschäft machen. Das Grundprinzip der Hochdurchsatzforschung ist das Parallelisieren von Experimenten, das heißt die simultane Durchführung der Versuche und nicht wie vorher üblich, einen Versuch nach dem anderen durchzuführen. Die Technologieplattform „High Throughput Experimentation“ ermöglicht also einen zeitgleichen Ablauf von z.B. 32 Experimenten anstatt einer aufeinander folgenden Serie dieser 32 Versuche. Kurz gesagt, der Zeitaufwand minimiert sich um den entsprechenden Faktor. Das ist in der heterogenen Katalyse und für die Weiterentwicklung neuer Verfahrenstechniken immens wichtig, da die F&E-Produktivität signifikant gesteigert werden kann und Entwicklungszeiten gekürzt sowie Kosten gesenkt werden. Wenn ein Kunde ein Forschungsvorhaben hat und glaubt, Hochdurchsatz sei für ihn die passende Methode, so kann er entweder ein Reaktorsystem bei uns bestellen oder wir entwickeln und optimieren für ihn neue Materialien und Prozesse in unseren Laboratorien. Durch unsere Technologien können die Verfahren und Prozesse unserer Kunden deutlich schneller entwickelt werden, was ihnen wiederum einen Wettbewerbsvorteil sichert.

LP: Inwiefern spielt ihr Partner BASF als Kunde eine Rolle und in welchen Geschäftsfeldern ist HTE tätig?

Dr. Paul: Der BASF kam und kommt stets eine wichtige Bedeutung zu. Sie war von Anfang an unser größter Kunde und startete 1999 ein fünfjähriges Forschungsprojekt mit uns, um unsere F&E-Arbeit zu evaluieren. HTE konnte diese Phase für sich nutzen, um sich weiterzuentwickeln und seine weltweit führende Technologieplattform für die High-throughput-Katalyseforschung auszubauen. Die Kooperation erwies sich als sehr erfolgreich, mittlerweile ist HTE zu 75% eine BASF-Tochtergesellschaft, was unsere Position am Markt natürlich stärkt und uns langfristig Stabilität gibt. Unsere Kunden kommen hauptsächlich aus dem petrochemischen und Raffineriebereich, z.B. Shell, BP oder auch Chevron. Einer der Forschungsschwerpunkte liegt auf Energy & Refining, das heißt wir beschäftigen uns zum Beispiel mit der Katalysatorentwicklung und Optimierung für alternative, also nicht fossile Kraftstoffe. Die Herausforderung bei all diesen Forschungsaufträgen besteht in den sehr komplexen Versuchsbedingungen – hoher Druck, hohe Temperaturen und ein verkleinerter Maßstab – sowie den vielen produzierten Daten der parallel verlaufenden Experimente. Heute ist es möglich, 64 Reaktoren parallel laufen zu lassen, und das bei Temperaturen von bis zu 1100 °C und einem Druck bis zu 250 bar. Ohne unsere Software wäre es nicht möglich, die dabei entstehenden Datenmengen im Gigabyte-Bereich zu bewältigen. Das gelingt uns mit einer sehr hohen Präzision und Datenqualität, und diese Expertise wissen unsere Kunden zu schätzen.

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