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Lab-Supply Berlin

Laborsicherheit auf der Lab-Supply

| Redakteur: Christian Lüttmann

Elke Moser und Friedhelm Weichert bieten Containment-Lösungen und Schulungen für sicheres Arbeiten im Labor.
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Elke Moser und Friedhelm Weichert bieten Containment-Lösungen und Schulungen für sicheres Arbeiten im Labor. (Bild: LABORPRAXIS)

Auf der Lab-Supply in Berlin war dank der großen Bandbreite an Ausstellern für jeden Anwender etwas Interessantes zu finden. Ein Thema, was wirklich jeden in der Laborbranche betrifft, ist Sicherheit. Daher sind auf der Messe diverse Aussteller präsent, die entsprechende Produkte für die Laborsicherheit anbieten. LABORPRAXIS hat mit zwei davon gesprochen und erfahren, was passiert, wenn das Sicherheitskonzept im Labor Lücken aufweist.

Berlin – Die 60. Lab-Supply lockte am 13. Juni zahlreiche Besucher in die Veranstaltungshallen des Estrel Hotels in Berlin Neu-Kölln. Dort präsentierten die über 100 Aussteller ihre Produkte für de Laborbereich: Von Verbrauchsmaterialien wie Glasgefäße oder Spritzenfilter, über HPLC-Säulen bis hin zu Trockenschränken und anderen Großgeräten. Unter den zahlreichen. Bei dem ein oder anderen Aussteller der Lab-Supply war vor allem Sicherheit ein Thema, genauer gesagt Laborsicherheit. Schließlich ist man beim Arbeiten im Labor besonderen Gefahrenquellen ausgesetzt.

Explosionsschutz im Labor

Das fängt schon beim Öffnen des Chemikalienschrankes an. Lagern dort leicht flüchtige Lösungsmittel, könnte schon eine winzige elektrische Entladung entwichene Lösemitteldämpfe entzünden und zum Brand oder zur Explosion führen. Wie so etwas enden kann, weiß Volker Rubarth, Geschäftsführer von der Firma Rumed: „Wir hatten einen Kunden, der über das Wochenende einen Bombagentest laufen ließ, bei dem Konservendosen bei hoher Temperatur extrem überlagert werden. Dabei hatte sich wohl Methan in der Konserve gebildet, das ausgeströmt und explodiert ist. Von dem Testgerät war danach quasi nichts mehr da.“

Damit das nicht passiert, gibt es explosionsgeschützte Sicherheitsschränke, die eigens dafür ausgelegt sind, elektrostatische Aufladung zu verhindern und eine kontrollierte Gasatmosphäre im Schrankinneren zu gewährleisten. Viele Kleinigkeiten sind dazu wichtig, z.B. müssen größere LCD-Displays auf der Schranktüre beim Öffnen des Schrankes automatisch ausgehen. „Man muss auch den Pt100-Temperatursensor im Schrank über eine Sicherheitsbarriere abkoppeln, damit der nicht im Störfall des Reglers plötzlich als Heizkörper wirkt und eine Zündung herbeiführt“, erklärt Rubarth eine weitere der vielen technischen Voraussetzungen.

Unterschätzte Gefahr von Kontamination

Und auch wenn keine Explosionsgefahr besteht, gilt es, die Gefahrstoffe nach Möglichkeit von den Anwendern fernzuhalten. „Man unterschätzt oft, wie leicht Gefahrstoffe freigesetzt werden, vor allem bei luftgetragenen Partikeln“, betont Friedhelm Weichert von A1 Safetech. „Als Beispiel führe ich in meinen Schulungen immer drei Mitarbeiterinnen auf, die während eines gemeinsamen Urlaubs alle die gleichen Symptome gezeigt hatten: Entzugserscheinungen von einem Stoff, der in ihrem Labor verwendet wurde.“ In dem von Weichert beschriebenen Fall ging es um Nasensprays, die außerhalb der Abzüge untersucht wurden, um den Sprühkegel nicht durch Luftströmungen zu beeinflussen. „Man hatte leichtfertig angenommen, dass die Gefährdung auch außerhalb des Abzugs nur lokal besteht und durch das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung an der Versuchsstation entsprechend abgesichert sei. Wie Wischtests aber später zeigten, war der Wirkstoff über die Luftzirkulation der feinen Aerosolpartikel im ganzen Labor verteilt – und eben nicht nur lokal in der Ecke, wo die Tests durchgeführt wurden.“

Das Beispiel von Weichert verdeutlicht, wie wichtig geeignete Containment-Lösungen sind. „Man mikronisiert immer mehr im Labor, alles wird feiner und kleiner und somit steigt die Gefahr, dass sich Partikel über die Luft verteilen. Das Verarbeiten und Einwiegen haben die meisten im Griff. Aber bei anderen Applikationen im Labor wie Partikelgrößenmessung oder Sieben wird die Gefahr von Freisetzung oft unterschätzt. Und da wo solche Expositionsgefahr entsteht kommen wir von Safetech mit unseren Containment-Lösungen ins Spiel: Wir bauen was drum rum“, bringt es Weichert auf den Punkt.

Praxistag Laborsicherheit Am 19. September findet der Praxistag Laborsicherheit in Köln statt. Rund 80 Experten diskutieren dort zahlreiche Facetten der Laborsicherheit, von der persönlichen Schutzausrüstung über spezielle Containment-Lösungen bis zu sicherheitsoptimierten Laborgeräten. Melden Sie sich gleich an und sichern sich noch bis zum 30. Juni den Frühbucher-Preis.

Laborsicherheit funktioniert nur zusammen mit dem Mensch

Am Ende ist aber der beste Abzug und das umfassendste Sicherheitskonzept nutzlos, wenn der Anwender nicht verantwortungsvoll und mit dem entsprechenden Risikobewusstsein arbeitet. „Unsere Containment-Lösungen helfen, sind aber nur 50 Prozent der Laborsicherheit, die anderen 50 Prozent stehen vor dem Abzug“, schließt Weichert.

Er wird genau wie Volker Rubarth auch auf den nächsten Lab-Supply-Messen wieder mit einem Stand dabei sein und interessierte Messebesucher über Sicherheitsfragen im Labor aufklären. Die nächste Messe findet am 28. August in Dresden statt. Weitere Infos und Termine finden Sie auf www.lab-supply.info.

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