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LABORPRAXIS-Newsticker Legionellen-Risiko in Ferienwohnungen

Aktualisiert am 14.07.2026 Quelle: dpa 7 min Lesedauer

Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

13.6. – Legionellen-Risiko in Ferienwohnungen

Olpe (Schell GmbH & Co. KG) 13:29 Uhr – Eine Woche belegt, danach tagelang leer: Was in Ferienwohnungen zum normalen Betrieb gehört, kann für die Trinkwasserhygiene zum Risiko werden. Denn steht Wasser zu lange in den Leitungen, erhöht sich das Risiko für eine gesundheitsgefährdende Vermehrung von Legionellen. Wie relevant das Thema ist, zeigen dieeuropäischen Überwachungsdaten. Demnach gilt etwa ein Fünftel aller Legionellose-Fälle als reiseassoziiert, also im Zusammenhang mit Hotels und Ferienunterkünften [1]. In Deutschland meldete das Robert Koch-Institut über 2.200 Fälle pro Jahr - Tendenz steigend [2]. Elektronische Armaturen mit automatischer Stagnationsspülungen helfen, dieses Risiko zu senken. So wird der für die Trinkwasserhygiene geforderte regelmäßige Wasseraustausch sichergestellt, auch wenn gerade keine Gäste vor Ort sind.

Legionellen vermehren sich vor allem in warmem, übermäßig lang stagnierendem Wasser. Besonders problematisch sind Temperaturen in künstlichen Wassersystemen zwischen 25 °C und 45 °C. Wenn durch die Leitung längere Zeit kein Wasser läuft, kann die Vermehrung von Legionellen begünstigt werden. Genau solche Bedingungen entstehen in Ferienwohnungen leicht, wenn zwischen zwei Buchungen niemand die Armaturen nutzt. Besonders kritisch wird es dann beim Duschen oder Händewaschen: Wird das Wasser fein zerstäubt, können erregerhaltige Aerosole eingeatmet werden und schwere Lungenentzündungen oder Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen auslösen.

Die Trinkwasserverordnung nimmt Eigentümer und Vermieter in die Pflicht. Sie müssen einen regelmäßigen vollständigen Wasserwechsel über alle Entnahmestellen der Trinkwasserinstallation sicherstellen. Laut der Richtlinie VDI 6023 Blatt 1 sollte dieser spätestens alle 72 Stunden erfolgen. Alle Entnahmestellen von Hand zu spülen, ist für Eigentümer und Vermieter jedoch kaum praktikabel – erst recht bei mehreren Wohnungen.

Zudem sind Eigentümer und Vermieter laut Trinkwasserverordnung dazu verpflichtet, alle drei Jahre die Warmwasserversorgungen auf Legionellen prüfen zu lassen. Der Untersuchungspflicht unterliegen nahezu alle Anlagen in Gebäuden mit einer zentralen Warmwasserversorgungsanlage, also auch Objekte mit mehreren Ferienwohnungen und unterschiedlichen Eigentums- und Vermietungsverhältnissen. Die Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen obliegt der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) und nicht allein den einzelnen Eigentümern und Vermietern.

Quellen:

  • [1] Beauté J, The European Legionnaires' Disease Surveillance Network: Legionnaires' disease in Europe, 2011 to 2015. Eurosurveillance, 2017; 22(27):30566. DOI: 10.2807/1560-7917.ES.2017.22.27.30566.
  • [2] Robert Koch-Institut: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2024. Berlin, 2026, Kapitel «Legionellose».

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8.7. – Investition von BASF: China statt Stammwerk

Ludwigshafen (dpa) 5:01 Uhr – Rund 100 Tage nach Eröffnung eines 8,7 Milliarden Euro teuren Verbundstandorts in China hat BASF-Finanzvorstand Dirk Elvermann eine positive Bilanz gezogen. Der Chemiekonzern rechne im ersten Betriebsjahr noch mit Verlusten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Tatsächlich habe der Standort aber bereits fast zwei profitable Monate verzeichnet. Das sei „wirklich ganz spektakulär“.

Für BASF sei das Areal in Zhanjiang vor allem eine Folge der Marktentwicklung. „Letztlich ist der Markt ausschlaggebend dafür, wo wir investieren“, sagte Elvermann. Das Werk mit mehr als 30 Produktlinien, darunter ein Steamcracker, sei nicht nur planmäßig fertiggestellt worden, sondern habe auch das Budget unterschritten. „Das kommt bei Großprojekten nicht so oft vor.“ Zudem seien alle Anlagen sofort produktions- und lieferfähig gewesen.

Der Steamcracker, das Herzstück des Werks, ist eine Großanlage zur Aufspaltung von Rohbenzin mit Hilfe von Dampf (englisch: steam). BASF hatte das Werk in China am 26. März in Betrieb genommen (rund 2.000 Mitarbeiter).

Mit Blick auf das defizitäre Stammwerk Ludwigshafen sprach Elvermann von einem deutlichen Kulturwandel. Beschäftigte entwickelten zahlreiche Ideen, um Anlagen effizienter zu machen, Synergien zu heben und die Kostenstruktur zu verbessern. „Da erlebe ich gerade ganz viel Zusammenhalt und Teamgeist.“

Der Standort werde weiter schrumpfen. Die Zahl der Beschäftigten sei auf rund 30.000 Vollzeitstellen gesunken und werde im Zuge steigender Produktivität weiter zurückgehen. Entscheidend sei, Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu geben und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts dauerhaft zu sichern. Ende 2024 hatte BASF im Stammwerk noch 33.370 Beschäftigte.

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6.7. – Wie Ultraschall Teilchen antreibt: Förderpreis für Physiker

Essen/Aachen (dpa) 12:59 Uhr – Der mit 1,1 Millionen Euro dotierte Alfried Krupp-Förderpreis für junge Universitätsprofessoren geht in diesem Jahr an den Aachener Physiker Raphael Wittkowski. Der 38-Jährige ist seit 2025 Professor für die Theorie Aktiver weicher Materialien an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, wie die Krupp-Stiftung in Essen mitteilte.

Das Gebiet der Aktiven weichen Materie sei ein neues Forschungsfeld, das an der Schnittstelle von Physik, Chemie, Ingenieurwissenschaften, Biologie und Medizin angesiedelt sei, hieß es. „Im Zentrum seiner Arbeit stehen insbesondere Mikrosysteme mit eigenem Antriebsmechanismus, die mithilfe von Ultraschall gesteuert werden. Das Ziel besteht darin, neue Perspektiven für Anwendungen in Medizin und Technik zu finden“, erklärte eine Sprecherin.

Ultraschall durchdringe Gewebe und andere Materialien, der Antrieb funktioniere in Flüssigkeiten und biologischem Gewebe. Die Aktivität lasse sich über die Schallintensität fernsteuern. So habe Wittkowski etwa zusammen mit Kollegen künstliche Muskeln entwickelt, die sich durch Ultraschall mit Energie versorgen und präzise steuern ließen. „Diese Systeme könnten künftig als feinfühliger weicher Greifer, programmierbar verformbares Gewebepflaster zur Unterstützung der Herzmuskelbewegung oder für die gezielte Abgabe von Wirkstoffen eingesetzt werden.“

„Dank seiner Forschung haben utopistische Ansätze, die bislang allenfalls in Science-Fiction abgebildet wurden, Einzug in der Wissenschaft gehalten, mit dem Ziel, neue innovative Anwendungen in Medizin und Technik zu etablieren“, erklärte die Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung, Ursula Gather.

1.7. – Ifo-Institut sieht „Hoffnungsschimmer“ für die Chemie

München (dpa) 8:26 Uhr – Die Stimmung in der chemischen Industrie steigt. Das vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima für die Branche lag im Juni bei 17,8 Punkten - das waren 11,2 mehr als noch im Mai. Dennoch warnt Ifo-Expertin Anna Wolf: „Von einer nachhaltigen Trendwende kann noch keine Rede sein.“ Die strukturellen Probleme der deutschen Chemie blieben erhalten. „Doch nach langer Zeit zeichnet sich erstmals wieder ein Hoffnungsschimmer ab.“

Vor allem die aktuelle Lage wird inzwischen wieder relativ solide eingeschätzt. Sie stieg den dritten Monat in Folge und liegt nun mit minus 2,9 Punkten nur noch minimal im negativen Bereich. Es ist zudem der höchste Wert seit 2024. Doch auch die Geschäftserwartungen, die im Mai noch auf ein Mehrjahrestief gefallen waren, stiegen deutlich. Mit minus 31,5 Punkten sind sie allerdings noch immer schlecht.

„Das Geschäftsklima in der Chemieindustrie profitiert von leichten Rückgängen bei den Preisen für Energie und einzelnen Vorprodukten nach der sich abzeichnenden Entspannung im Nahostkonflikt“, sagt Wolf.

Andererseits hat der Konflikt im Nahen Osten der Brache als Sondereffekt auch geholfen: Aufgrund von Lieferausfällen aus dem Nahen Osten und dem besonders betroffenen Asien verlagert sich die Nachfrage nach chemischen Produkten zu deutschen und europäischen Herstellern. So stieg der Auftragseingang und die Produktion stabilisierte sich. Zudem hoffen die Unternehmen auf mehr Exporte.

23.6. – Lebensmittelkontrolleure stellen bedenkliche Trends fest

Dresden (dpa/sn) 13:36 Uhr – Ein Giftstoff in Säuglingsnahrung, Slush-Eis mit zu hohen Mengen Glycerin und „Mystery-Boxen“ haben die sächsischen Lebensmittelkontrolleure in den vergangenen beiden Jahren herausgefordert, wie der nun vorgestellte Bericht für 2024 und 2025 zeigt . So erreichte die Behörden im Dezember 2025 eine Warnung zu kontaminierter Säuglingsnahrung. Über das europaweite Schnellwarnsystem wurde der Fund des Giftstoffs Cereulid gemeldet. Dieser kann innerhalb kürzester Zeit zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Rüdiger Helling, Leiter der Lebens- und Futtermittelüberwachung beim Gesundheitsministerium, berichtete von zwei weiteren besorgniserregenden Trends. Bei Slush-Eis etwa bieten Hersteller seit einigen Jahren eine zuckerfreie Variante mit Glycerin an. Der Lebensmittelzusatzstoff ist in geringen Mengen gesundheitlich zwar unbedenklich, kann aber in zu hohen Dosen zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit führen. In Sachsen stellten die Kontrolleure bei 6 von 19 getesteten Proben der zuckerfreien Slush-Eis-Variante zu hohe Werte fest.

Ein weiteres Problem stellten so genannte Mystery-Boxen dar, die die hauptsächlich in Verkaufsautomaten angeboten werden. Dabei handelt es sich um Pakete, die beispielsweise Rückläufer aus dem Versandgeschäft oder B-Warenartikel enthalten. Die Käufer zahlen einen geringen Preis, kennen aber vorab den Inhalt des Pakets nicht. Die zuständige Behörde überprüfte neun Händler, keiner kam seinen rechtlichen Pflichten vollständig nach. So fehlte etwa Dokumentation oder die Herkunft der Produkte war unklar.

Insgesamt wurden 2025 etwa 20.000 Lebensmittelproben untersucht. Die Beanstandungsquote lag bei 16 Prozent. Das entspricht dem Niveau der Vorjahre. Drei Viertel der Beanstandungen bezogen sich auf Kennzeichnungsmängel und die Produktaufmachung, bei etwa einem Sechstel gab es Verunreinigungen.

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