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46. Internationale Chemie-Olympiade Leverkusen statt Sotschi – Nachwuchs-Chemiker trainieren für Olympia

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im russischen Sotschi finden zurzeit die XXII. Olympischen Winterspiele statt – aber auch in Leverkusen war der olympische Geist in den vergangenen Tagen deutlich spürbar. Denn die 20 besten NRW-Teilnehmer des Wettbewerbs „Internationale Chemie-Olympiade“ nahmen an einem von Bayer ausgerichteten Landesseminar teil.

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Die Nachwuchs-Chemiker bereiten sich gemeinsam mit Birgit Vieler (zweite untere Reihe re.), Landesbeauftrage NRW der Chemie-Olympiade, und Guido Körner (dritte untere Reihe re.), Currenta Ausbildung, auf die Internationale Chemie-Olympiade vor.
Die Nachwuchs-Chemiker bereiten sich gemeinsam mit Birgit Vieler (zweite untere Reihe re.), Landesbeauftrage NRW der Chemie-Olympiade, und Guido Körner (dritte untere Reihe re.), Currenta Ausbildung, auf die Internationale Chemie-Olympiade vor.
(Bild: Bayer)

Leverkusen – Bei der Vorbereitung auf die Chemie-Olympiade standen knifflige theoretische Aufgaben aus der der faszinierenden Welt der Chemie ebenso auf dem Programm wie ein intensives Laborpraktikum. Letztlich qualifizierten sich 14 Nachwuchsforscher aus Nordrhein-Westfalen für die nächste, auf Bundesebene stattfindende, Auswahlrunde – und kamen damit ihrem Ziel, der Teilnahme am Finale der 46. Internationalen Chemie-Olympiade im Juli 2014 in Hanoi (Vietnam), einen entscheidenden Schritt näher.

„Die vergangenen Tage waren für unsere Nachwuchs-Chemiker eine Herausforderung – aber auch eine großartige Inspirationsquelle“, sagte Oberstudienrätin Birgit Vieler, Landesbeauftragte NRW der Internationalen Chemie-Olympiade. „Sie haben anspruchsvolle Trainingsaufgaben bewältigt und ein hoch spannendes Synthese-Praktikum zum Aspirin-Wirkstoff, der Acetylsalicylsäure, engagiert absolviert. Vor allem aber hat die Veranstaltung den Austausch unter Gleichgesinnten ermöglicht – naturwissenschaftlich interessierten Schülern und im Beruf stehenden Chemie-Profis. Alle Teilnehmer hätten den Einzug in die kommende Entscheidungsrunde verdient gehabt – den qualifizierten Schülern wünsche ich nun viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg nach Hanoi.“

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Siegerehrung für die Denksportler

Zum Abschluss des Landesseminars wurden alle Teilnehmer von Thimo V. Schmitt-Lord, Vorstand der Bayer-Stiftung, im Rahmen einer feierlichen Abendstunde ausgezeichnet. Die Bayer Science & Education Foundation unterstützte das jährlich stattfindende NRW-Vorbereitungsseminar als Gastgeber mit 15 000 Euro.

„Über vier Tage lang haben uns die Jugendlichen mit ihrer Leidenschaft für das Fach Chemie begeistert – sehr gerne waren wir ihre Gastgeber“ so Thimo V. Schmitt-Lord. „Die Förderung naturwissenschaftlicher und technischer Nachwuchs-Wettbewerbe liegt ganz im Sinne unserer Unternehmens- und Stiftungsphilosophie. Denn die Innovationen von morgen resultieren aus der heutigen Förderung unserer jüngsten Forschertalente.“

Die Internationale Chemie-Olympiade

Die erstmals 1968 in Prag ausgetragene Internationale Chemie-Olympiade ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler an allgemein bildenden Schulen, der in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird. Für die Organisation ist das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel verantwortlich.

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Qualifikanten

Einen Platz für die nächste Wettbewerbsrunde, die mit insgesamt 60 Teilnehmern aus ganz Deutschland vom 22. Februar bis 01. März 2014 in Göttingen stattfindet, haben erreicht:

- Justus Beyerling, St. Michael-Gymnasium, Bad Münstereifel

- Rolf Hartmann, St. Michael-Gymnasium, Bad Münstereifel

- Stefan Heimersheim, St. Michael-Gymnasium, Bad Münstereifel

- Yorick Schmerwitz, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Bünde

- Lukas Stolz, Clemens-Brentano-Gymnasium, Dülmen

- Tobias Pan, Gymnasium Gerresheim, Düsseldorf

- Christian Scheulen, Goetheschule, Essen

- Christopher Georg Margraf, Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium, Gelsenkirchen

- Arne Heusler, Pascal-Gymnasium, Grevenbroich

- Jakob Schneidewind, Kaiserin-Augusta-Gymnasium, Köln

- Georg Berger, Werner-Heisenberg-Gymnasium, Leverkusen

- Jonas Häger, Konrad-Adenauer-Gymnasium, Meckenheim

- Sven Stegemann, Friedensschule, Münster

- Paul Disse, Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule, Nordkirchen

Der Entscheidung auf Bundesebene gehen Regionalausscheidungen auf Landesebene voraus. Deutsche Schüler gehen seit 1974 ins Medaillen-Rennen. Bei den Wettbewerben müssen die Teilnehmer zwei fünfstündige Klausuren schreiben und mehrere Laborexperimente gemäß den Prüfungsvorgaben ausführen und dokumentieren. Die Anforderungen liegen dabei weit über dem Abitur-Niveau. Von der Internationalen Chemie-Olympiade 2013 in Moskau, Russland, kehrten alle vier deutschen Teilnehmer mit Medaillen – drei Mal Silber, ein Mal Bronze – zurück.

Zu einem ähnlichen Erfolg bei der diesjährigen Internationalen Chemie-Olympiade soll der ereignisreiche Besuch des Landesseminars in Leverkusen beitragen. Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehörten unter anderem eine Führung durch die Themenräume des Bayer-Kommunikationszentrums „Bay Komm“ sowie ein Besuch der „Bay Arena“. Zudem kamen die Nachwuchs-Chemiker in den Genuss eines Trainings mit den Übungsleitern der Bayer 04-Fußballschule – bei der die Jugendlichen einen ähnlichen sportlichen Ehrgeiz entwickelten wie die Olympioniken von „Sotschi 2014“.

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