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Abluftwäscher Mehr Laborsicherheit durch Abluftwäscher

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Sicherheit der Mitarbeiter ist eines der wichtigsten Kriterien für die Arbeit im Labor. Warum insbesondere beim Umgang mit Säuren die Abluft von Abzügen per Abluftwäscher gereinigt werden sollte, erläutert Christian Schmitt im LP-Interview. Das Gespräch führte LP-Chefredakteur Marc Platthaus

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Christian Schmitt, Industriemeister Elektrotechnik, Division Keramik bei Friatec
Christian Schmitt, Industriemeister Elektrotechnik, Division Keramik bei Friatec
(Bild: Friatec)

LP: Laboratorien sind Bereiche, in denen für besondere Sicherheit der Mitarbeiter gesorgt werden muss. Wie sehen solche Maßnahmen aus und was kann der einzelne Mitarbeiter tun?

Christian Schmitt: Die Laborrichtlinien BGI/GUV-I 850-0 regeln den Umgang mit Gasen, Dämpfen oder Stäuben in gefährlicher Konzentration und sehen eine Vielzahl von Maßnahmen vor, um das Laborpersonal vor möglichen Gefährdungen zu schützen. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, durch technische Schutzmaßnahmen möglichen Gefahren vorzubeugen. Zu solchen technischen Schutzmaßnahmen zählen beispielsweise Abzüge zum Abrauchen von Perchlorsäure, von Schwefelsäure oder für Arbeiten mit Flusssäure. Diese sind von der Konstruktion und der Materialauswahl für den Umgang mit Säuren geeignet. Die Labormitarbeiter sind angehalten, bei Arbeiten mit Säuren diese Abzüge zu nutzen, um sich bei ihrer Tätigkeit optimal vor Unfällen durch umherfliegende Glassplitter oder verspritzende Stoffe zu schützen. Die Abzugsnorm DIN EN 14175 Teil 7 für Abrauchabzüge sieht die Empfehlung vor, die Abluft aus diesen Abzügen zu reinigen. Dies kann durch den speziell entwickelten Fridurit-Abluftwäscher direkt oberhalb des Abzugs oder in Abzugsnähe realisiert werden.

LP: In einem Dienstleistungslabor der Petrochemie haben Sie in einem Projekt mehrere Abluftwäscher installiert. Bitte beschreiben Sie die Anforderungen etwas genauer?

Schmitt: Speziell in Dienstleistungslaboren werden täglich hunderte von Proben analysiert. Die dazu notwendige Menge an Säuren liegt nicht selten bei mehreren Kilogramm pro Tag. Nur Abluftwäscher mit hoher Reinigungsleistung sind in der Lage, diese hochaggressiven Schadstoffe zuverlässig aus der Abluft zu entfernen. Ein weiteres Kriterium ist die einfache Bedienbarkeit der Anlagen, um die Mitarbeiter im Labor nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu behindern.

LP: Aber das System besteht nicht nur aus dem Abluftwäscher?

Schmitt: Das ist richtig, das Gesamtsystem bestehend aus Lüftung, Abzug und Abluftwäscher muss möglichst vollautomatisch und ohne Eingriff des Personals funktionieren. Zusätzlich dazu ist zum wirtschaftlichen Betrieb eines solchen Labors eine hohe Verfügbarkeit der eingesetzten Geräte wichtig, da auch kurze Betriebsstörungen enorme Ertragsausfälle verursachen. Wartungen oder Störungen an den Anlagen sollten möglichst kurze Stillstandzeiten verursachen.

LP: Wie konnten Sie die Anforderungen mit Ihren Abluftwäschern realisieren?

Schmitt: Fridurit-Abluftwäscher werden bereits seit über 20 Jahren in verschiedensten Arten von Laboratorien eingesetzt und zeichnen sich durch hohe Reinigungsleistung und wirtschaftlichen Betrieb aus. Die robuste Konstruktion und die qualitativ hochwertigen Komponenten garantieren eine hohe Anlagenverfügbarkeit. Im Wartungs- und Störungsfall ermöglichen der servicefreundliche Aufbau und die hohe Ersatzteilverfügbarkeit eine Minimierung der Ausfallzeiten. Die Bedienung der Abluftwäscher ist denkbar einfach, da sie automatisch mit der Lüftung und dem Abzug eingeschaltet werden und keinerlei Eingriff des Nutzers notwendig ist. Sämtliche Funktionsabläufe werden durch eine speicherprogrammierbare Steuerung kontrolliert und überwacht. Der zum zuverlässigen Betrieb notwendige Austausch der Waschflüssigkeit geschieht ohne Unterbrechung des Waschvorgangs und wird durch eine im Abluftwäscher integrierte Leitwertmessung kontrolliert. Damit ist eine zuverlässige Funktion unter optimalen Betriebsbedingungen gewährleistet. Zusätzlich ist es möglich, die Abluftwäscher in ein Datennetzwerk einzubinden und mit einem zentralen Störmeldesystem auszustatten. Diese mobilfunkbasierte Lösung informiert die zuständigen Mitarbeiter frühzeitig per E-Mail über festgestellte Funktionsmängel und bietet auch gleich Vorschläge zur Abhilfe an. Damit kann ein Großteil der Störungen vom Personal direkt behoben werden, bevor es zu einem Systemausfall kommt.

LP: Was sind die Vorteile von Abluftwäschern gegenüber einer zentralen Abluftreinigung?

Schmitt: Die dezentrale Anordnung der Fridurit-Abluftwäscher reduziert die Länge der Abluftleitungen, in denen hochaggressive Säuren transportiert werden, auf ein Minimum. Die Auswaschung der Säuren in der Nähe des Abzugs ermöglicht den Weitertransport bereits gereinigter Abluft bis zur Austrittstelle außerhalb des Gebäudes. Dadurch wird das Risiko von Beschädigungen an den Lüftungskomponenten und an der Laborsubstanz reduziert. Außerdem ist die Anlagenverfügbarkeit mehrerer dezentraler Einheiten deutlich höher als bei einem zentralen Gerät, da im Wartungs- und Störungsfall jeweils nur die dem Abluftwäscher zugeordneten Abzüge außer Betrieb genommen werden müssen. Die Wartungs- und Betriebskosten dezentraler Abluftwäscher sind gegenüber zentralen Systemen vergleichsweise gering. Auch die Inbetriebnahme und Einregelung des gesamten Lüftungssystems gestaltet sich bei einzelnen Abluftwäschern wesentlich einfacher als bei einem Zentralgerät.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Schmitt.

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