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Quantenkaskadenlaser Mit Lasertechnologie Bomben aufspüren

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Ein Netzwerk aus verschiedenen Sensoren soll zukünftig die illegale Herstellung von Bomben frühzeitig aufdecken. Spuren an Türklinken, im Abwasser oder auch in der Luft werden von den Sensoren detektiert und die Daten in einer Einsatzzentrale aggregiert. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF entwickelt hierfür eine bildgebende Lasertechnik (Quantenkaskadenlaser), die eine genaue Lokalisierung der Gefahrstoffe ermöglicht.

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Der am Fraunhofer IAF entwickelte Quantenkaskadenlaser kann selbst geringe Spuren von unterschiedlichen Gefahrstoffen aus der Distanz detektieren.
Der am Fraunhofer IAF entwickelte Quantenkaskadenlaser kann selbst geringe Spuren von unterschiedlichen Gefahrstoffen aus der Distanz detektieren.
(Bild: Fraunhofer IAF)

Freiburg – Mit nur wenigen Hilfsmitteln und leicht zugänglichen Materialien wie Kunstdünger können Terroristen relativ einfach Bomben herstellen. Nicht immer gelingt es den Sicherheitskräften die Anschläge zu vereiteln und die illegalen Werkstätten rechtzeitig aufzuspüren. Doch der Bombenbau hinterlässt Spuren: Reste des Kunstdüngers bleiben an Treppenstufen und Türklinken haften, Abfallprodukte aus der Herstellung gelangen in die Kanalisation und lagern sich in Luftschächten ab. Bislang ist keine Technologie kommerziell verfügbar, die den illegalen Bombenbau in einem frühen Stadium systematisch aufdeckt.

Nun haben Forscher im Rahmen des EU-Projekts „Emphasis“ ein Sensornetzwerk entwickelt, das solche Aktivitäten möglichst frühzeitig detektieren und präzise lokalisieren soll. Ende September 2014 haben sie auf dem Testgelände der staatlichen FOI (Swedish Defence Research Agency) bei Grindsjön in Südschweden gezeigt, wie eine einfache Küche, die zur Herstellung von Sprengsätzen verwendet wurde, aufgespürt werden kann.

Unterschiedliche Sensoren senden Daten an Einsatzzentrale

Um die Fehlalarmrate möglichst gering zu halten, sind unterschiedliche Sensortechnologien zur frühzeitigen und präzisen Lokalisierung des illegalen Bombenbaus im Einsatz. Die Sensoren werden an unterschiedlichen Stellen, wie etwa auf Hochhäusern oder in Abwasserkanälen, platziert.

So können Abfallprodukte, die bei der Herstellung von Sprengsätzen und Bomben entstehen, frühzeitig entdeckt werden. In der Einsatzzentrale fließen die Daten aller Sensoren zusammen und werden automatisch ausgewertet. Bei Verdacht schlägt das System Alarm. Mithilfe von laserbasierten Messtechniken können die Sicherheitskräfte dann die Bombenwerkstatt aus der Distanz genauer lokalisieren. Das Infrarotlaser-System des Fraunhofer IAF aus Freiburg wertet die Daten aus der spektroskopischen Messung direkt aus und zeigt die Ergebnisse auf einem Monitor an.

Gefahrstoffe aus bis zu 20 Metern Entfernung detektieren

„Unsere Lasertechnologie kann bereits geringe Spuren von Gefahrstoffen aus einer Entfernung von etwa 20 Metern zuverlässig detektieren“, erklärt Dr. Frank Fuchs, der das Projekt am Fraunhofer IAF leitet. Damit wird das Sicherheitsrisiko für die Einsatzkräfte reduziert. Die eingesetzten Quantenkaskadenlaser emittieren im Infrarotbereich und stellen so keine Gefahr für das menschliche Auge dar. Der Wellenlängenbereich zwischen 7,5 und 11 Mikrometern eignet sich für die Sensorik ohnehin besonders gut: die Moleküle von organischen Verbindungen absorbieren in diesen Wellenlängen sehr stark. Chemische Verbindungen weisen in diesem Bereich spezifische Absorptionslinien auf. Anhand dieses charakteristischen »Fingerabdrucks« können sie exakt bestimmt werden.

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