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Studienergebnisse Nachhaltigkeit in der Chemiebranche: Der Wille ist da, allein es fehlt das Budget

Redakteur: Alexander Stark

Beim Thema Nachhaltigkeit klafft bei Chemie- und Pharmaunternehmen eine Lücke zwischen Strategie und Umsetzung: Drei Viertel der Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als wichtigen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie. Aber nur ein Viertel der Unternehmen stellt dafür ein separates Budget bereit. Auch bei der Digitalisierung sehen die Unternehmensberater von TCS noch großen Nachholbedarf.

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TCS hat die Studie „Nachhaltig geht nur digital – Wie Deutschland mit KI und Co. die Zukunft gestaltet“ veröffentlicht.
TCS hat die Studie „Nachhaltig geht nur digital – Wie Deutschland mit KI und Co. die Zukunft gestaltet“ veröffentlicht.
(Bild: TCS)

Frankfurt – Der Klimawandel hat das Thema Nachhaltigkeit auch in vielen Unternehmen ganz oben auf die Agenda gesetzt – und eine breite Mehrheit hofft auf digitale Technologien, um die gesteckten Ziele zu erreichen. So geben 75 % der Chemie- und Pharmaunternehmen an, dass Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie ist. Sieben von zehn (70 %) sind überzeugt, dass digitale Technologien dabei helfen können, energieeffizienter zu wirtschaften. Fast ebenso viele (64 %) versprechen sich langfristige Vorteile von Investitionen in digitale Technologien, die die eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS) unter 951 Unternehmen in Deutschland.

„Die Unternehmen haben erkannt, dass es für die aktive Gestaltung nachhaltigen Unternehmenserfolges vor allem eines bedarf: Den orchestrierten Einsatz innovativer Technologien. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz, Blockchain und dem Internet der Dinge sind wir bereits heute schon in der Lage, viel ressourceneffizienter zu wirtschaften“, sagt Thorsten Mebs, Senior Supply Chain Advisor im Bereich Life Science bei TCS.

Wie halten es Chemie- und Pharmaunternehmen mit der Nachhaltigkeit?
Wie halten es Chemie- und Pharmaunternehmen mit der Nachhaltigkeit?
(Bild: TCS)

Allerdings verfügt nicht einmal die Hälfte (49 %) der Unternehmen über das Wissen, wie sich digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit einsetzen lassen. Zudem hat gerade einmal jedes Vierte (26 %) für mehr Nachhaltigkeit ein spezielles Budget eingeplant – weniger als der Gesamtdurchschnitt der untersuchten Branchen (33 %).

„Insbesondere in der energieintensiven Produktion der Chemie- und Pharmafirmen gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, um nicht nur die Emissionen zu reduzieren und den Wasserverbrauch zu senken“, sagt Thorsten Mebs. „sondern auch den Einsatz von Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch intelligente Planung und Anwendung moderner Technologien zu optimieren und aktiv zu steuern.“

Schleichende Digitalisierung, Blockchain bleibt Nischentechnologie

Bei der Nachverfolgbarkeit von Materialien in der Lieferkette bietet beispielsweise die Blockchain-Technologie hohen Informations- und Datenschutz für alle Prozessbeteiligten. Allerdings nutzen erst acht Prozent der Unternehmen die Technologie, bei der Informationen statt zentral auf einem Server an vielen verschiedenen Stellen gespeichert werden. Weitere 13 % planen oder diskutieren den Einsatz. Für 77 % ist Blockchain jedoch kein Thema.

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Auch die Digitalisierung der von Chemie- und Pharmabranche insgesamt geht nur langsam voran. Auf einer Skala von 1 (ganz am Anfang) bis 10 (vollständig digitalisiert) sehen sich die befragten Unternehmen aktuell bei einem Wert von 5,8. Vor einem Jahr lag der Wert erst bei 5,7. Im Branchenvergleich liegen Chemie- und Pharmaunternehmen damit auf dem vorletzten Platz. Zwar schritt die Digitalisierung in den vergangenen Jahren kontinuierlich voran, doch es gelang der Branche nicht, Plätze gutzumachen.

Den Handlungsbedarf haben die Chemie- und Pharmaunternehmen gleichwohl erkannt: Sechs von zehn Firmen haben eine spezielle Einheit gebildet, die die Digitalisierung im Unternehmen verantwortet (59 %) – in der Gesamtwirtschaft verfügt nicht einmal die Hälfte (45 %) über eine entsprechende Einheit. Ähnlich viele Unternehmen in der Branche (58 %) setzen auf Change-Management.

„Change-Management hat in Unternehmen die Funktion einer zentralen Schnittstelle, die große Veränderungsprozesse begleitet“, sagt Branchenexperte Mebs. „Die aktive Gestaltung des kontuierlichen digitalen Wandels unter Einbeziehung von Menschen, Prozessen und Technologien im Unternehmen wird durch den Einsatz von Change-Management ermöglicht. Die Mehrheit der Unternehmen greift daher bereits auf entsprechende Methoden zurück.“

Weitere Ergebnisse der Trendstudie „Nachhaltig geht nur digital – Wie Deutschland mit KI und Co. die Zukunft gestaltet“.

(ID:47762772)