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Ein Biochip mit echten Blutgefäßen

Organs-on-a-Chip: Leber & Co. im Scheckkartenformat

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Forscht gemeinsam mit seinem Team an der Gewebezüchtung in Biochips: Prof. Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie der Technischen Universität Wien
Abb. 1: Forscht gemeinsam mit seinem Team an der Gewebezüchtung in Biochips: Prof. Peter Ertl vom Institut für Angewandte Synthesechemie der Technischen Universität Wien (Bild: TU Wien)

Organe am Biochip nachbilden: Organs-on-a-Chip haben großes Potenzial z.B. für die Pharmaforschung. Doch ihre Herstellung ist nicht trivial, denn sie bedarf der Züchtung menschlicher Gewebe. Warum das so schwierig ist und wie es ihm zusammen mit seinen Mitarbeitern gelang, funktionale menschliche Blutgefäße in die Biochips zu integrieren, verriet uns Prof. Dr. Peter Ertl im LP-Exklusivinterview des Monats.

LP: Heutzutage lassen sich menschliche Zellen in Petrischalen recht einfach kultivieren. Bei der Herstellung von künstlichem Gewebe sieht das ganz anders. Herr Prof. Ertl, warum ist es so schwierig, menschliche Gewebe zu züchten, wenn dies bei einzelnen Zellen doch gelingt?

Prof. Dr. Peter Ertl: Die Kultivierung von menschlichen Zellen im Labor findet schon seit gut hundert Jahren statt. Routinemäßig werden diese Zellen – seien es Stammzellen oder Tumorzellen – aus dem Gewebe isoliert und anschließend in einer Einzelschicht auf Plastikoberflächen expandiert. Obwohl durch diese Methode schon etliche Durchbrüche entstanden sind und sie für gewisse Zwecke durchaus eine wertvolle Untersuchungsart darstellt, arbeiten wir in der Forschung konstant daran, diese Methode zu verbessern. In meinem Fall ist es das Ziel, möglichst originalgetreue Organe im Kleinstmaßstab zu züchten. Dafür entwickeln wir Systeme, auch Organe-am-Chip genannt, die die Umgebung der Zellen im Körper möglichst genau rekapitulieren, um den Zellen natürliche Lebensbedingungen anbieten zu können.

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