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Tiernahrung

Phosphat im Futter schädigt Katzennieren

| Autor/ Redakteur: Nicola Holzapfel* / Christian Lüttmann

Nicht alle Katzen können sich mit der Mäusejagd im Feld selbst versorgen. Für das leibliche Wohl der beliebten Haustiere sorgt oft der Mensch. Wer seiner Katze etwas Gutes tun möchte, sollte sich bei der Futterwahl gut informieren. Denn einige handelsübliche Katzenfutter enthalten zu viel Phosphat. Das kann bei gesunden Katzen die Nieren schädigen, wie Münchener Tiermediziner in einer neuen Studie belegen.

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Aufgepasst bei Katzenfutter: Produkte mit viel Phosphat können den Nieren der Haustiere zusetzen.
Aufgepasst bei Katzenfutter: Produkte mit viel Phosphat können den Nieren der Haustiere zusetzen.
(Bild: ©jozsitoeroe - stock.adobe.com)

München – Wenn die Phosphatkonzentration im Futter das Fünffache des nötigen Werts übersteigt, beeinträchtigt das bei gesunden Katzen innerhalb weniger Tage die Nierenfunktion. Dies zeigt eine Studie von Prof. Dr. Ellen Kienzle und Dr. Britta Dobenecker und deren Team vom Lehrstuhl für Tierernährung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

„35 Prozent der älteren Katzen leiden an chronischen Nierenerkrankungen. Die Krankheitsursache war bislang ungeklärt“, sagt Kienzle. Ihre Ergebnisse deuten nun darauf hin, dass zu hohe Phosphatwerte im Futter die Nieren schädigen und langfristig eine Ursache für Nierenerkrankungen sein könnten.

Neun Mal mehr Phosphat als nötig

Veröffentlichungen der Stiftung Warentest zufolge enthält Fertigfutter für Katzen im Schnitt viel mehr Phosphat als es für eine gesunde Tierernährung nötig ist. Vor allem bei Nassfutter trifft dies zu. „Bislang gilt diese Menge an Phosphat als sicher. Teilweise war die Konzentration bei dem getesteten Katzenfutter fast neun Mal so hoch wie nötig“, sagt Kienzle. Die Studienergebnisse der Expertin deuten nun aber auf einen negativen Effekt derart erhöhter Phosphatgehalte hin.

Das Phosphat im Tierfutter stammt teilweise von Knochen und Getreide, heißt es in einer LMU-Pressemeldung. Zudem werden anorganische Phosphate aus technischen Gründen bei der Futterherstellung zugegeben, etwa um die richtige Konsistenz und eine längere Haltbarkeit zu sichern.

Nierenschäden nach wenigen Wochen

Bislang war bekannt, dass bei Katzen mit bereits geschädigten Nieren eine zu hohe Phosphatkonzentration im Futter den Krankheitsverlauf verschlechtert. Kienzle hat mit ihrem Team nun bestätigt, dass eine zu hohe Phosphatdosis auch bei gesunden erwachsenen Katzen schädlich wirkt. Ihre Ergebnisse bestätigen grundsätzlich eine frühere Studie.

Bei Kienzles neuen Versuchen waren nach 28 Tagen die Glukosewerte im Urin der Katzen und die Ausscheidung des Proteins Albumin deutlich erhöht – Hinweise auf eine Schädigung der Nieren. Zudem sank die Kreatinin-Clearance deutlich. Sie ist ein weiteres Messwerkzeug für die Nierenfunktion. „Wir waren überrascht, dass sich die Kreatinin-Clearance innerhalb eines so kurzen Zeitraums so stark verändert hat“, sagt Kienzle.

Phosphatquelle ist entscheidend

In weiteren Studien untersuchen die LMU-Tiermediziner jetzt, welche Rolle die Quelle des Phosphats für die Belastung der Nieren spielt und welche Bedeutung die Löslichkeit des Phosphats hat. Dazu vergleichen sie unter anderem die Phosphatausscheidung nach exzessiver Aufnahme von schlecht wasserlöslichem Calciumphosphat mit jener nach der Aufnahme von gut wasserlöslichem Kaliumphosphat.

„Wir vermuten, dass das wasserlösliche Kaliummonophosphat die Funktion der Niere stärker schädigt als Phosphat aus Calcium“, sagt Kienzle. Denn im Gegensatz zum natürlich gebundenen Calciumphosphat werden wasserlösliche Phosphate wie Kaliumphosphat sehr schnell vom Körper aufgenommen.

Nach der Studie an Katzen untersucht das Team von Kienzle nun im Rahmen einer Dissertation auch bei Hunden die Auswirkung einer Überversorgung mit Phosphat. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Gehalt von Phosphat im Blut nach der Fütterung anorganischer Phosphate deutlich ansteigt.

Orginalpublikation: Britta Dobenecker, Anna Webel, Sven Reese, Ellen Kienzle: Effect of a high phosphorus diet on indicators of renal health in cats. Journal of Feline Medicine and Surgery, DOI: 10.1177/1098612X17710589

* Nicola Holzapfel: Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), 80539 München

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