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Projekt zum Wissenschaftstransfer

Raus aus dem Elfenbeinturm: So kommt Forschung im Innovationssystem an

| Redakteur: Marc Platthaus

Das BMBF fördert ein Projekt, das zum Ziel hat, einen besseren Transfer von Wissenschaftsergebinssen in das Innvoationssystem zu ermöglichen.
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Das BMBF fördert ein Projekt, das zum Ziel hat, einen besseren Transfer von Wissenschaftsergebinssen in das Innvoationssystem zu ermöglichen. (Bild: ©pressmaster - stock.adobe.com)

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Deutschland das Land der Dichter und Denker: Doch wie gelingt es Forschungsergebnisse bei Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sicht- und nutzbarer zu machen? Hierzu müssen neue Wege für den Austausch von Wissen und neuen Technologien gefunden werden. In einem Projekt erforschen das Fraunhofer IAO und die Technische Universität Berlin nun Wege, wie dies gelingen kann.

Stuttgart – Die Arbeit von Universitäten und außeruniversitären Forschungszentren bildet eine zentrale Säule der deutschen Wissensgesellschaft. Gerade im Kontext großer gesellschaftlicher Herausforderungen, wie beispielsweise dem Klimawandel, bildet Forschung die Grundlage für die Entwicklung gänzlich neuer Lösungen. Den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt sie mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Forschungsergebnisse können gesellschaftliche Debatten anstoßen oder als Impulse zur Neugestaltung politischer Rahmenbedingungen dienen. Voraussetzung dafür, dass die Wissenschaft diese Funktionen erfüllen kann, ist jedoch ein gelungener Transfer neuster Forschungsergebnisse aus Labors und Testzentren zu den Akteuren des Innovationssystems.

3,4 Millionen Fördersumme

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Verbundvorhaben „Transferwissenschaft“ mit einer Fördersumme von 3,4 Millionen Euro ins Leben gerufen. In dem Vorhaben beschäftigen sich das Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie die Technische Universität Berlin mit der Gestaltung einer akademischen Fachdisziplin rund um das Thema Wissens- und Technologietransfer. Die Fundierung in einer eigenen Wissenschaftsdisziplin soll zu einer Verankerung des Themas in den Forschungszentren beitragen und bildet einen Grundpfeiler, um die Transferkultur im deutschen Innovationssystem zu stärken.

Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend, Vizepräsidentin für Forschung, Berufungsstrategie & Transfer der TU Berlin und Schirmherrin des Projekts: „Aktuell werden national und international Fragen aufgeworfen: Wie kann Wissens- und Technologietransfer im wissenschaftlichen Reputationssystem seinen Platz finden? Wie kann er fest in der Lehre verankert werden? Wie wird Wissenschaftskommunikation zu den Basics von Wissenschaftlern? Welchen Beitrag leistet dabei die ›Transferwissenschaft‹? Genau diesen Fragen stellt sich das vom BMBF geförderte Projekt. Die ganze Breite des Wissens- und Technologietransfers bedient die TU Berlin und kann sie ins Projekt einbringen. Auf dessen Ergebnisse sind wir gespannt. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg.“

Transfer neu definieren: Wissenschaft als Impulsgeber und -empfänger

Im ersten Schritt des Projekts beleuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Forschungsgegenstand „Wissens- und Technologietransfer“: Wie kann dieser neu und zukunftsfähig definiert werden? Ausgangspunkt dafür sind aktuelle Modelle des Innovationsprozesses. Im Gegensatz zu alten Modellen sehen diese die Wissenschaft sowohl in einer Sende-, als auch in einer Empfängerposition: Zum einen kommuniziert sie Forschungsergebnisse, beispielsweise gegenüber der Wirtschaft. Zum anderen ist sie aber sowohl im Vorhinein als auch während des Forschungsprozesses auf Impulse von außerhalb der Wissenschaft angewiesen, um ihre Vorhaben entlang gesellschaftlicher Bedarfe ausrichten oder deren politische Machbarkeit von Beginn an sicherstellen zu können. Dieses heute immer wichtigere Rollenverständnis der Wissenschaft stellt neue Anforderungen an die Transferleistung außeruniversitärer und universitärer Forschungseinrichtungen.

„Das Konsortium aus Fraunhofer und der TU Berlin vereint zahlreiche Kompetenzen, die es uns erlauben, zu einer umfassenden Antwort und neuen Konzepten zu kommen. Ich freue mich, dass wir die gute Zusammenarbeit der Einrichtungen in diesem Vorhaben fortsetzen können“, sagt Prof. Dr. Martina Schraudner, Vorstandsmitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und Schirmherrin des Vorhabens.

Transfer von Wissenschaft als eigene Wissenschaft etablieren

Das Vorhaben systematisiert und erweitert das vorhandene Wissen über Transfer und erforscht Erfolgsbedingungen des Transfers. Es zielt darauf ab, die Transferwissenschaft als wissenschaftliche Disziplin mit den drei Schwerpunkten Lehre, Forschung und Anwendung zu etablieren. Eine starke Nachwuchsorientierung im Bereich Lehre soll dabei gewährleisten, dass die Transferkultur innerhalb des Wissenschaftssystems nachhaltig gestärkt wird.

Dr. Hans-Otto Feldhütter, Direktor Geschäftsmodelle der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft und Schirmherr des Projekts: „Fraunhofer ist die bedeutendste Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa, der Transfer neuer Forschungsergebnisse in die Praxis ist daher traditionell wichtiger Bestandteil unserer Mission. Eine vitale Kultur des Wissens- und Technologietransfers, die bereits in den Forschungslaboren entsteht, ist aus unserer Sicht unabdingbar, um die Innovationskraft in Deutschland zu steigern. Für Fraunhofer ist es daher ein Gewinn, wenn Transfer ein fester Bestandteil der Curricula wird und Nachwuchswissenschaftler insbesondere in den MINT-Fächern hier gezielt ausgebildet werden. Dazu kann die Entwicklung innovativer Methoden, um Forschungsergebnisse erfolgreich in die Anwendung zu bringen, einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Transfer in Deutschland noch agiler und effektiver zu gestalten.“

Auf Grundlage der vertieften Analyse, wie der Transfer erfolgreich gelingen kann, erarbeitet das Projektteam konkrete Handlungsempfehlungen zur Stärkung einer zukunftsfähigen Transferkultur. Diese beinhalten auch Schlussfolgerungen, wie diese sozusagen direkt „in der DNA“ außeruniversitärer und universitärer Forschungseinrichtungen verankert werden kann.

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