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750 Millionen Dollar Investition Sartorius will drei Danaher-Geschäftsbereiche übernehmen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die nächste Übernahme in der Biopharma- und Life-Science-Branche steht an: Sartorius will für drei Geschäftsbereiche von Danaher rund 750 Millionen Dollar ausgeben. Im Einzelnen geht es um Produktlinien zur Biomolekül-Analytik, Downstream-Chromatographie-Systeme und Partikelvalidierungsstandards.

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Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender bei Sartorius: „Mit der Octet-Plattform von FortéBio werden wir das Portfolio unserer Laborsparte um eine breit akzeptierte und differenzierende Technologie zur Weiterentwicklung und Vereinfachung der biopharmazeu­tischen Wirkstoffforschung erweitern.“
Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender bei Sartorius: „Mit der Octet-Plattform von FortéBio werden wir das Portfolio unserer Laborsparte um eine breit akzeptierte und differenzierende Technologie zur Weiterentwicklung und Vereinfachung der biopharmazeu­tischen Wirkstoffforschung erweitern.“
(Bild: Sartorius AG)

Göttingen – Sartorius hat eine Vereinbarung über den Erwerb von Teilen des Life-Science-Portfolios von Danaher für rund 750 Millionen US-Dollar in bar unterzeichnet. Das zum Kauf stehende Portfolio erzielte 2018 einen Gesamtumsatz von rund 140 Millionen US-Dollar bei zweistelligen operativen Gewinnmargen sowie starkem Wachstumsprofil und beschäftigt weltweit rund 300 Mitarbeiter. Die geplante Transaktion wird voraussichtlich im ersten Quartal 2020 abgeschlossen und unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen sowie der erfolgreichen Übernahme des GE Biopharma-Geschäfts durch Danaher.

„Das zur Übernahme stehende Portfolio passt strategisch hervorragend zu Sartorius“, sagte Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender von Sartorius. „Mit der Octet-Plattform von FortéBio werden wir das Portfolio unserer Laborsparte um eine breit akzeptierte und differenzierende Technologie zur Weiterentwicklung und Vereinfachung der biopharmazeu­tischen Wirkstoffforschung erweitern. In der Bioprocess-Sparte erweitern wir mit den Chromatographie-Systemen und entsprechendem Verbrauchsmaterial sowie dem Microcarrier-Geschäft unser starkes Angebot für die Produktion von Biopharmazeutika, insbesondere im Downstream-Bereich. Wir freuen uns sehr darauf, die neuen Teams bei Sartorius willkommen zu heißen und unsere gemeinsamen Kompetenzen zum Nutzen unserer Biopharma- und Life-Science-Kunden zu bündeln.“

Biomolekül-Analytik, Downstream-Chromatographie-Systeme und Partikelvalidierungsstandards

Das angebotene Portfolio umfasst drei Geschäftsbereiche, die derzeit Teil der Life-Science-Plattform von Danaher sind:

Das Fortébio-Geschäft zur markierungsfreien Analyse von Biomolekülen beinhaltet innovative Geräte zur Proteinanalyse, Biosensoren und Reagenzien, die in der Wirkstoffforschung eingesetzt werden und in den Bereich Bioanalytik innerhalb der Sparte Lab Products & Services von Sartorius integriert werden sollen. Die Produkte basieren auf der patentierten Biolayer-Interferometrie-Technologie und führen Echtzeitanalysen verschiedener biomolekularer Interaktionen durch. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 200 Mitarbeiter mit Produktionsstätten in Fremont, Kalifornien, USA, und Shanghai, China, und trägt rund die Hälfte zum Umsatz des zur Übernahme stehenden Portfolios bei.

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Sartorius geht weiter auf Einkaufstour. Wurden unter der Ägide des langjährigen Vorstandschefs Dr. Joachim Kreuzburg in den Anfängen vor allem das Bioprozesstechnik-Geschäft gestärkt, so ist die Laborsparte bei den letzten Zukäufen erweitert worden. Dies setzt sich nun mit dem Danaher-Deal fort, gerade das Fortebio-Geschäft vergrößert das Sartorius-Portfolio zur Analyse von Biomolekülen mit neuen Techniken. Die Ausrichtung auf die biopharmazeutische Industrie, der sich Sartorius in den letzten Jahren verschrieben hat, wird hier aber auch wieder deutlich. Marc Platthaus, LP-Chefredakteur

Mit dem Geschäft mit Chromatographie-Systemen und -Gelen würde Sartorius sein Portfolio der Bioprozess-Sparte im Downstream-Bereich erweitern. Das Geschäft adressiert einen zentralen Schritt in der Aufarbeitung von Zellkulturen und umfasst sowohl Mehrweg- als auch Einwegtechnologie, Säulen und Gele. Die Einheit beschäftigt an ihren Standorten in Europa und den USA rund 100 Mitarbeiter.

Das dritte Geschäft, Solohill, beinhaltet hauptsächlich eine Mikroträgertechnologie und Partikelvalidierungsstandards für Zellkulturprozesse und andere Bioprozesse. Sie hat ihren Sitz in Ann Arbor, Michigan, USA, und beschäftigt rund 10 Mitarbeiter.

Die geplante Transaktion bedarf der Zustimmung verschiedener Aufsichtsbehörden. Gleiches gilt für einen Teil der Abschluss-Voraussetzungen, insbesondere die Übernahme des GE Biopharma-Geschäfts durch Danaher, die in diesem Zusammenhang vorgeschlagenen regulatorischen Maßnahmen hinsichtlich der von Danaher zu verkaufenden Vermögenswerte sowie Sartorius als Käufer dieser Vermögenswerte.

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