Immer zu Ostern schmälern Gewissensbisse die Freude aufs Osterei, hört man doch immer wieder von den Gefahren einer cholesterinreichen Ernährung. Ein Kardiologe der Deutschen Herzstiftung ordnet ein, ob die Eier zu Ostern lieber weggelassen werden sollten.
Böse Eier? Wie stark Cholesterin aus Eiern die Gesundheit beeinträchtigt, ist Gegenstand vieler Studien (Symbolbild).
Frankfurt a.M. – So lecker das Frühstücksei auch ist, schwingt doch hin und wieder das schlechte Gewissen mit: Sind Eier keine Cholesterinbomben? Und ist Cholesterin nicht schädlich für die Gesundheit? Tatsächlich ist ein Ei mit etwa 250 bis 280 mg Cholesterin verhältnismäßig reich an dem oft kritisierten Stoff. Und Herzspezialist Prof. Dr. med. Helmut Gohlke vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung betont: „Erhöhte Cholesterinspiegel im Blut sind ein wichtiger Risikofaktor für koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall. Das belegen Studien seit Jahrzehnten.“
US-Studie warnt vor Auswirkungen cholesterinreicher Ernährung
Forscher aus den USA haben 2019 eine Übersichtsarbeit [1] veröffentlicht, die sechs einzelne US-Studien mit insgesamt über 29.600 Teilnehmern vereint. Die Ergebnisse dieser Metaanalyse deuten auf die negativen Folgen cholesterinreicher Ernährung hin. „Denn bei erwachsenen US-Amerikanern war eine höhere Cholesterinzufuhr deutlich mit einem höheren Erkrankungs- und Sterblichkeitsrisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden“, fasst Gohlke zusammen. „Also je höher der Cholesterinverzehr in Lebensmitteln oder der Eierkonsum war, umso höher war auch das kardiovaskuläre Risiko.“
Pro 300 mg täglicher Cholesterinzufuhr in Lebensmitteln nahm das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen laut der Studie um relative 17% zu (absolut: 3,24%), das Sterberisiko stieg um relative 18% (absolut 4,43%). Dabei spielte es keine Rolle, ob das Cholesterin vorwiegend über den Verzehr von Eiern oder über andere Nahrungsmittel aufgenommen wurde. Allerdings weisen die Autoren der Studie darauf hin, dass sich ihre Auswertungen nicht ohne Weiteres auf Menschen außerhalb der USA übertragen ließen. Gohlke folgt diesem Standpunkt. „Vermutlich spielt die gängige und beliebte Zubereitung der Eier in den USA, beispielsweise mit Speck, eine größere Rolle als das Ei selbst“, meint der Kardiologe.
Verzicht auf das Osterei zugunsten der Gesundheit?
Dass der Verzehr von Eiern nicht per se gesundheitlich bedenklich ist, zeigt eine spanische Beobachtungsstudie [2] an über 14.100 gesunden Universitätsabsolventen. Dort wurde kein erhöhtes KHK-Risiko durch höheren Cholesterinkonsum festgestellt – selbst in der Gruppe der Personen, die mehr als vier Eier pro Woche verzehrten. „Der Blick beim Essen sollte daher nicht nur auf die einzelne Nahrungskomponente Ei fallen. Vielmehr kommt es auf das Gesamternährungskonzept an“, folgert Gohlke.
Statine – Welche Gefahren bergen diese Cholesterinsenker?
Viele Studien zeigen, dass sich eine medikamentöse Senkung erhöhter Cholesterinwerte insbesondere durch Statine günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Doch es gibt auch negative Stimmen. So wird eine zu leichtfertige präventive Einnahme gegen Cholesterin durchaus kritisch gesehen. Weitere Schattenseiten von Statinen als Cholesterinsenker: Sie sollen „gutes“ braunes Fettgewebe reduzieren und bei übermäßig hoher Dosierung sogar das Risiko für Diabetes erhöhen. Grundsätzlich sind Statine allerdings als sinnvoller und gut wirkender Cholesterinsenker anerkannt, jedenfalls bei angemessenem Einsatz.
Etwas anders ist das Ergebnis einer Untersuchung aus Schweden [3]. Dort kam man zu dem Schluss, dass zwar bis zu sechs Eier pro Woche nicht mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden sind, bei höherem Konsum das Risiko jedoch zunimmt. Das würde einer täglichen Cholesterinzufuhr von 240 mg pro Tag entsprechen – ausschließlich durch den Verzehr von Eiern. Angst um die Gesundheit brauche man beim vermehrten Griff zum Ei über die Ostertage trotzdem nicht zu haben, meint der Kardiologe Gohlke. Denn in den besagten Studien wurde stets ein dauerhaft hoher Cholesterinkonsum untersucht und kein über einen kurzen Zeitraum erhöhter. „Deshalb sollte man sich die Freude am Osterfrühstück auch nicht durch ein schlechtes Gewissen verderben lassen.“
Lieber gesättigte Fette aus Fleischprodukten meiden
Die gute Nachricht für alle Fans von Ostereiern: Eier alleine sind selten für zu hohen Cholesterin verantwortlich. Der Cholesterinspiegel im Blutserum ist stark von der übrigen Ernährung abhängig. Ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fetten im Essen reduziert die Cholesterinaufnahme. „Je höher jedoch der Anteil der gesättigten Fette in der Nahrung ist, umso stärker fällt die Cholesterinerhöhung aus. Außerdem verstärken die gesättigten Fette die Gerinnungsaktivität im Blut. Dadurch begünstigen sie die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall“, erläutert Gohlke.
Nicht nur das Essen, auch das Klima wirkt sich auf die Gesundheit aus. Wie Klimawandel und Herzinfarktrisiko zusammenhängen könnten, lesen Sie hier:
Stand: 08.12.2025
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Gesättigte Fette verstecken sich in erheblichen Mengen z. B. in Fleisch und Fleischprodukten wie Speck, Wurst, Schinken und Schweineschmalz. Auch in Milchprodukten sind diese Fette vorhanden, aber die gesättigten Fette aus der Milch von Kühen, Schafen und Ziegen werden Gohlke zufolge als eher günstig beurteilt. Wer sich daher herzgesund ernähren möchte, greift beim Essen am besten vorwiegend auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Geflügel, Fisch, Hülsenfrüchte, Raps- und Olivenöl (kein Kokosnuss- oder Palmöl) und Nüsse zurück – Zutaten der so genannten Mittelmeerküche. Schon 200 g Obst und Gemüse pro Tag sollen das Risiko für die Arteriosklerose senken. Zudem werden 30 bis 45 Gramm Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Obst und Gemüse empfohlen und idealerweise zwei Mal pro Woche Fisch. Und selbst wenn ab und an mal ein Ei auf dem Teller landet (oder zu Ostern auch mal ein Ei mehr), braucht man sich um die Gesundheit noch keine Gedanken zu machen.