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„Planlose“ gezielt einsetzen

Simultane Labor- und Produktionsplanung als Add-On zu SAP ERP

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Um das zusätzliche Objekt „Planlos“ einzuführen und damit zu planen, kann man ein Advanced Planning and Scheduling System (APS) nutzen. Die Grundidee eines solchen Systems ist es, anhand einer Kopie des ERP-Produktionsmodells in einem Add-On zusätzliche Objekte virtuell zu erzeugen und damit zu arbeiten.

Man hat damit vier Aufgaben zu lösen:

  • Aufgabe 1: Erzeuge nach dem SAP MRP Lauf zu Planaufträgen und Bestellanforderungen „Planlose“ und stelle Reports bereit (Transparenz).
  • Aufgabe 2: Erzeuge zu vorhandenen Bestellungen und nicht freigegebenem Fertigungs-/Prozessauftrag ebenfalls „Planlose“ und stelle Reports bereit.
  • Aufgabe 3: Plane (Zuweisung anderer Zeiten, Labore, Ressourcen, Personal), verwalte und speichere die Planlose. Ändere gegebenenfalls die Kapazitätsangebote.
  • Aufgabe 4: Ordne nach dem Statuswechsel von Fertigungs-/Prozessaufträgen in „eröffnet“ bzw. nach dem Übergang von Bestellungen zu Wareneingang dem dadurch in SAP ERP entstandenen Prüflos die Eckdaten der geplanten Planlose zu und lösche die zugewiesenen Planlose.

Planungslösung per Advanced Planning and Scheduling

Eine Planungslösung erstellt man üblicherweise mit einem Advanced Planning and Scheduling System. Das hier verwendete APS liest die SAP ERP- und SAP S/4HANA-Objekte aus den Modulen PP, PP-PI und QM aus, die für die Lösung von Labor- und Produktionsplanungsaufgaben benötigt werden. Dazu gehören insbesondere Materialstamm, Ressourcen und Prüfpläne als Stammdaten sowie Planaufträge, Bestellanforderungen, Bestellungen, Prozessaufträge, Prüflose als Bewegungsdaten. Diese Objekte werden im RAM eines Servers verknüpft und in Hilfsstrukturen abgelegt. Darauf aufbauend kann man Listen und Planungsmappen generieren und darstellen. Besonders interessant sind Planungsmappen.

Bildergalerie

In Abbildung 2 ist im mittleren Layoutfenster eine Planungsmappe dargestellt, in der die Personalauslastung angegeben wird. In der ersten Zeile dieser Planungsmappe sind die Auslastungsprozente angegeben. Es folgen Kapazitätsangebot, kumulierte Überlast usw. Diese Planungsmappe kann in alternative Diskretisierungsmodi umgeschaltet werden. Insbesondere kann man aus Zellen heraus in Listen springen wie sie beispielsweise im oberen Layoutbereich in Abb. 2 sichtbar sind. Sie zeigen die Objekte, welche die Zelle bestimmen. In diesen Listen können die Zeiten und Personalzuweisungen editiert werden.

Das verwendete APS-System erlaubt es beim Editieren, entweder in einem SAP-Modus zu arbeiten, bei dem die Änderungen sofort eine Transaktion in SAP auslösen oder einen SIM-Modus zu nutzen, bei dem man Änderungen erst einmal probeweise im APS-System ausführt, um die Konsequenzen zu erkennen. Hier ist auch ein schrittweises Rollback möglich.

In Planungsmappen und Listen können Objekte aus verschiedenen Laboren und SAP-Werken zusammengeführt werden. Im konkreten Fall wird das System „Manufacturing Workbench“ des Unternehmens Orsoft verwendet. Dieses ist in einer Reihe von Konzernen im Einsatz und wird in unterschiedlichen Ausprägungen an ca. 9000 Arbeitsplätzen genutzt.

Transparenz

Die einfachste (und preisgünstigste) Möglichkeit, Transparenz zu erzeugen, wäre die Bereitstellung von Planungsmappen, in denen tageweise, wochenweise, monatsweise die Zahl der Prüflose angezeigt wird. Aus der Zelle dieser Planungsmappe kann man sich Tabellen generieren und die dort gelisteten Prüflose für das jeweilige Diskretisierungsintervall anschauen.

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