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Forum Akkreditierung als virtuelle Diskussionsrunde Spezialistenwissen zu Qualitätsmanagement und Akkreditierung

| Redakteur: Christian Lüttmann

Qualitätsmanagement-Beauftragte und Laborleiter kamen am 10. und 11. September virtuell zum Erfahrungsaustausch zusammen. Beim Forum Akkreditierung von Klinkner und Partner bildeten sich rund 30 Teilnehmer zum Thema Akkreditierung weiter. Die Veranstaltung fand wegen der Corona-Pandemie nur online statt. Trotzdem gelang es Referenten und Moderatoren, mit ihren Beiträgen zu lebhaften Diskussionen anzuregen.

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Abb. 1: Dr. Sebastian Haßler von Klinkner & Partner bei der Moderation.
Abb. 1: Dr. Sebastian Haßler von Klinkner & Partner bei der Moderation.
(Bild: Klinkner & Partner)

Was gilt es bei der Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle DAkkS zu beachten? Wie lassen sich interne Audits optimieren? Und welche Rolle spielt der einzelne Mitarbeiter bei Labor- und Qualitätsmanagement im Labor? Dies waren einige Fragen, die beim Forum Akkreditierung von Klinkner und Partner am 10. und 11. September diskutiert wurden.

Zusammen mit den Referenten tauschten sich bei der Online-Veranstaltung knapp 30 Teilnehmer zu Themen rund um die Akkreditierung aus. Das Auditorium stammte etwa zu zwei Dritteln aus Industrie und privaten Auftragsinstituten und zu einem Drittel aus öffentlichen Einrichtungen. Die Mehrzahl kam aus medizinischen und Prüflaboren, die nach ISO 15189 oder ISO/IEC 17025 akkreditiert waren.

Umplanung wegen Corona

Aufgrund der Unsicherheiten der herrschenden Corona-Pandemie hatten die Veranstalter das Forum Akkreditierung in eine Online-Veranstaltung umgewandelt – ursprünglich hätte es in Berlin stattfinden sollen. Mit dem Themenschwerpunkt Akkreditierung stellt das Forum in diesem Jahr die fokussierte Version des früheren Forums Labor- und Qualitätsmanagement dar. Klinkner und Partner folgt damit dem Feedback der Teilnehmer vergangener Kurse, die wiederholt ein großes Interesse an diesem Aspekt signalisiert hatten.

Trotz des zwangsweise gewählten digitalen Formats ergaben sich an den beiden Veranstaltungstagen immer wieder lebhafte Diskussionen zwischen den Teilnehmern und Referenten – sowohl im Chat als auch mündlich per Konferenzschaltung. Hier folgten die Teilnehmer offenbar dem Aufruf zur Interaktion von Tagungsleiter Dr. Roman Klinkner. „Mir ist es ein großes Anliegen, dass der Austausch trotz Online-Kurs stattfindet“, betonte er zum Auftakt der Veranstaltung.

Akkreditierung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet

Die beiden Seminartage waren mit je fünf Fachvorträgen gut gefüllt und gaben Input aus verschiedenen Blickwinkeln. So stellte Anton Blöth vom Verband Deutscher Prüflaboratorien (VUP) die Verbandssicht auf die DAkkS dar, während etwa Dr. Florian H. H. Brill als Geschäftsführer der Dr. Brill und Partner GmbH seine Erfahrungen mit der Akkreditierung aus Sicht eines dynamisch wachsenden Auftragsinstitutes teilte. Weitere Impulse kamen vom Qualitätsingenieur des Forschungszentrums Jülich, Thomas Muckenheim, der zum risikobasierten Ansatz im Qualitätsmanagement referierte sowie zu Kompetenzentwicklung und Kompetenzmanagement.

Nach jedem der insgesamt zehn Fachbeiträge gab es genügend Zeit zur Diskussion, die auch intensiv genutzt wurde. Oftmals ergaben sich aber schon im Laufe des Vortrags zahlreiche Fragen der Teilnehmer, die Moderator Dr. Sebastian Haßler (s. Abb.1) zur direkten Klärung an die Referenten weitergab. Per virtuellem „Daumen hoch“ konnten die Fragesteller bestätigen, dass ihr Anliegen geklärt war.

DAkkS war immer präsent

Die Deutsche Akkreditierungsstelle war durch insgesamt drei DAkkS-Begutachter unter den Referenten indirekt bestens vertreten. Dadurch wurden genau die Praxisthemen adressiert, die den Konformitätsbewertungsstellen unter den Nägeln brennen. So gab es viele Fragen zum Themenkomplex Konformitätsprüfung, Messunsicherheit und Entscheidungsregel an Anette Loock. Auch zu Remote Audits und Optimierungsmöglichkeiten bei internen Audits gab die DGQ-Auditorin und DAkkS-Begutachterin hilfreiche Tipps. In der Summe wurde deutlich, dass die Revision der ISO/IEC 17025 Ende 2017 noch immer viele Fragen in der Praxis aufwirft – sie nahm daher in den Vorträgen und Diskussionen breiten Raum ein.

Stolpersteine und Vorzüge des Online-Formats

Abb. 2: So erlebten es die Teilnehmenden: Präsentation, Referent/in und Chat waren immer sichtbar
Abb. 2: So erlebten es die Teilnehmenden: Präsentation, Referent/in und Chat waren immer sichtbar
(Bild: Klinkner & Partner)

Das Online-Format wurde insgesamt gut angenommen. „Es war erst gewöhnungsbedürftig, aber die Erfahrung hat gezeigt: die Onlineveranstaltungen funktionieren sehr gut und können auch sehr lebendig gestaltet werden“, bestätigt Susanne Kolb, die als System- und Fachbegutachterin der DAkkS u.a. einen Vortrag über Unparteilichkeit und Vertraulichkeit hielt. „Online-Formate sind als große Chance zu sehen: Die Hemmschwelle der Teilnahme ist geringer, weil Reisekosten entfallen und man durch den fehlenden Reiseweg Zeit spart“, ist Kolb überzeugt.

Ganz verlustfrei lässt sich eine Präsenzveranstaltung aber dann doch nicht ersetzen. So kam es gerade bei den Diskussionen immer wieder mal zu kleinen technischen Schwierigkeiten – von Tonproblemen bis zum Warten auf Reaktionen aus dem Chat. Das unverfälschte, direkte Feedback mit Mimik und Gestik aller Teilnehmenden lässt sich mit den gegeben technischen Möglichkeiten vorerst noch nicht wiedergeben.

Abb. 3: Umfrage zu Online vs. Präsenz – das Ergebnis überraschte
Abb. 3: Umfrage zu Online vs. Präsenz – das Ergebnis überraschte
(Bild: Klinkner & Partner)

Umso mehr erstaunte das Ergebnis der abschließenden Befragung aller Teilnehmenden, die zwar ein gemischtes Bild zeigte, aber eine hohe Akzeptanz für Online-Formate erkennen ließ. (s. Abb.3).

„Wir sind nun noch mehr davon überzeugt sind, dass auch nach Corona keine Rückkehr zu reinen Präsenzformaten bei hochspezialisierten B2B-Themen stattfinden wird“, zieht Veranstalter Dr. Roman Klinkner das Fazit. „Hybrid- und Onlineformate dürften zur Selbstverständlichkeit werden, weil die Vorteile hinsichtlich Reisekosten, Reisezeiten und Klimabilanz noch weiter in den Vordergrund rücken werden.“

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