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Sonderbericht des UN-Klimarates

Starker Anstieg des Meeresspiegel bis 2100

| Redakteur: Marc Platthaus

Der Klimawandel hat extreme Auswirkungen auf die Ozeane, wie der aktuell veröffentlichte Bericht des Weltklimarates zeigt. Obwohl die Experten betonen, dass solche Langfrist-Prognosen Unsicherheiten beinhalten, sind sie überzeugt davon, dass die Politik hieraus Handlungsmaßnahmen ableiten muss.

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Der UN-Klimarat prognostiziert drastische Auswirkungen des Klimawandels auf die Weltmeere. So soll der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich 84 cm ansteigen.
Der UN-Klimarat prognostiziert drastische Auswirkungen des Klimawandels auf die Weltmeere. So soll der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich 84 cm ansteigen.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Hamburg – Eine der zentralen Folgen des Klimawandels ist nach dem aktuellen Sonderbericht des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) über den Ozean und die Kryosphäre in dem sich wandelnden Klima (SROCC) der Meeresspiegelanstieg. Der IPCC hat den Bericht am 25. September in Monaco veröffentlicht.

Der SROCC präsentiert den weltweiten wissenschaftlichen Kenntnisstand über Hochgebirgsregionen, Polargebiete, Meeresspiegelanstieg und Auswirkungen auf tief liegende Inseln, Küsten und Gemeinden, veränderte Ozeane, marine Ökosysteme sowie extreme, abrupte Veränderungen, Anpassung und Risikomanagement. Tausende von Veröffentlichungen aus aller Welt und zehntausende von Gutachterkommentaren flossen in die Bewertungen ein, die Grundlage für wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik sein sollen.

Der SROCC legt dar, dass der Klimawandel bereits jetzt unausweichliche Folgen für Ozeane und Eisgebiete hat, und dass unser heutiges Handeln die langfristigen Folgen auch über das Jahr 2100 hinaus bestimmt. Eine der zentralen Folgen ist der Meeresspiegelanstieg.

Trotz Unsicherheiten bedrohliche Vorhersagen

Der Bericht liefert Projektionen von Erdsystemmodellen für den mittleren globalen Meeresspiegelanstieg, für Extremwerte und deren Häufigkeiten, die auf Szenarien der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung beruhen. Bund und Küstenländer haben sich darauf verständigt, für Vorsorgezwecke das so genannte RCP 8.5-Szenario zu verwenden. In diesem Szenario steigen die globalen Emissionen unverändert bis nach 2100 weiter an und gehen erst um 2300 auf netto null zurück. Die wahrscheinliche Bandbreite des mittleren globalen Meeresspiegelanstiegs liegt Ende dieses Jahrhunderts im Vergleich zum Jahr 2000 bei 61 – 110 cm, der Median bei 84 cm.

Jedoch wird darauf hingewiesen, dass Projektionen des Meeresspiegelanstiegs bis zum Ende des Jahrhunderts und darüber hinaus von zahlreichen Unsicherheiten gekennzeichnet sind. Dazu gehören die Annahmen über die Entwicklung der Eisschilde in Grönland und der Antarktis ebenso wie Entwicklungen zum Beispiel des Bevölkerungswachstums, der Wirtschaft und der Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist der Meeresspiegelanstieg weltweit nicht gleichmäßig. Auch wenn der Bericht diese Unsicherheiten darstellt, sollte der zukünftige Meeresspiegelanstieg insbesondere bei Infrastrukturprojekten, die Jahrzehnte im Voraus konzipiert werden, beachtet werden.

Hier gibt es den gesamten Bericht zum Download.

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