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Nektarproduktion beeinflusst Eiablage von Motten
Dass die Nektarproduktion das Eiablageverhalten von Tabakschwärmer-Motten stärker beeinflusst als der Blütenduft, hat die Forscher überrascht. Offensichtlich nutzen die Motten den Nektar als eine Art Indikator für die Größe oder den Gesundheitszustand der Pflanze und messen ihrem Nachwuchs größere Überlebenschancen bei, wenn sie auf Pflanzen heranwachsen, die viel Nektar produzieren. „Manche Pflanzen täuschen hingegen die Anwesenheit von Nektar vor, profitieren aber von nektarproduzierenden Nachbarpflanzen und den getäuschten Bestäubern. Damit sind diese nektarfreien Pflanzen vor Raupenbefall stärker geschützt“, erläutert Danny Kessler, der Erstautor der Studie.
Blüten sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Sie müssen die Auskreuzung und somit den Fortpflanzungserfolg sicherstellen. Dabei sind sie auf Bestäuber verschiedener Arten angewiesen, die bestimmte Vorlieben im Hinblick auf Blütenmerkmale haben und unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Gleichzeitig müssen die Blüten aber auch dafür sorgen, dass Motten nicht zu viele Eier auf der Pflanze ablegen. „Fraßschädlinge und Bestäuber haben zur Evolution der Blütenmerkmale Duft und Nektar beigetragen. Es ist daher nicht sinnvoll, diese Merkmale nur im Hinblick auf das Anlocken von Bestäubern zu untersuchen“, fasst Ian T. Baldwin zusammen, der in seiner Abteilung Molekulare Ökologie einen umfangreichen molekularen Baukasten für den Kojotentabak Nicotiana attenuata entwickelt hat.
Blütenduft und Nektarproduktion fein aufeinander abgestimmt
Die Kombination beider Merkmale, Blütenduft und Nektarproduktion, erfordert daher eine gewisse Feinabstimmung um die Fitness einer Pflanze zu maximieren. Große Motten wie Manduca sexta legen wahrscheinlich längere Strecken innerhalb einer Nacht zurück als beispielsweise Kolibris, die nur in der Umgebung ihres Nestes Blüten besuchen. Da wilde Tabakpopulationen in der Natur oftmals isoliert anzutreffen sind, könnte Manduca sexta die Übertragung von Pollen über größere Entfernungen gewährleisten.
Originalpublikation: Kessler, D., Kallenbach, M., Diezel, C., Rothe, E., Murdock, M., Baldwin, I. T. (2015). How scent and nectar influence floral antagonists and mutualists. eLife. doi:10.7554/eLife.07641.
* A. Overmeyer, Max-Planck-Institut für chemische Ökologie, 07745 Jena
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