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ADHS

Verhaltensstörung durch Schwermetalle

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LABORPRAXIS: Bitte gehen Sie auf die Beispiele Blei, Mangan und Quecksilber genauer ein.

Sauerbrey: Blei unterdrückt die Dopaminfreisetzung im menschlichen Gehirn und es besteht laut einer großen Zahl an Studien bereits bei äußerst geringen Mengen ein Zusammenhang zwischen der Bleibelastung eines Kindes einerseits und den Kernsymptomen der ADHS andererseits. Dabei war die Höhe der Belastung mit Blei irrelevant, d.h. auch unterhalb des gültigen Grenzwertes für Blei im Blut, korreliert eine Bleibelastung mit dem vermehrten Auftreten von ADHS. Quecksilber im Blut von Kindern, dessen Hauptaufnahmequelle für Menschen die Zahn-amalgame darstellen – Fisch spielt laut Weltgesundheitsorganisation eine deutlich untergeordnete Rolle – korreliert in erhöhten Mengen ebenso mit dem Auftreten der ADHS. Bei diesem Schwermetall fehlen jedoch noch genauere Studien. Mangan wird im Kinderalltag vorwiegend in den USA und Kanada nachgewiesen. Studien verweisen dort auf Einzelfälle, bei denen eine Korrelation zwischen dem Mangangehalt in Haaren von Kindern durch Trinkwasser und dem Auftreten der ADHS bestand. Aus Europa sind mir derartige Fälle allerdings nicht bekannt.

LABORPRAXIS: Welche Auswirkungen werden die Ergebnisse der Studie auf Prävention und Therapie von ADHS haben?

Ulf Sauerbrey: In der Regel dauert es, bevor neue wissenschaftliche Erkenntnisse Einzug in die therapeutische Praxis halten. Meist müssen sie durch viele Studien erst einmal bestätigt werden. Im Falle der Umweltgifte wird ein eindeutiger Nachweis jedoch schwierig, da Blutmessungen nicht die tatsächlichen Körperbelastungen mit Umweltgiften zeigen. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Organbelastungen sogar noch deutlich höher liegen. Ich plädiere daher aus präventiver Sicht für eine eilige, umfassende Aufklärung über Umweltgifte als Risikofaktoren der ADHS, sodass Betroffene sowie Eltern und therapeutische Fachkräfte vorsorglich Umweltgifte meiden können. Darüber hinaus sollte sich die Ursachenforschung dieses Themas deutlich intensiver annehmen als bisher.

Herr Sauerbrey, vielen Dank für das Gespräch.

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