English China

Registrierungspflichtiger Artikel

Asphaltforschung Wachs hilft bei der Asphaltproduktion

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die TU Wien forscht an umweltfreundlicheren Gussasphaltmischungen: Mithilfe von Wachs und innovativen Technologien könnte viel Energie gespart werden. Das Forschungsprojekt wird mit dem Wirtschaftskammerpreis 2014-Projektförderung der Wirtschaftskammer Wien unterstützt. Durch das Verarbeiten bei niedrigen Temperaturen enstehen außerdem weniger schädliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Firmen zum Thema

„Bei Walzasphalt hat es sich bewährt, der Mischung etwas Wachs beizufügen“, sagt Bernhard Hofko vom Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien.
„Bei Walzasphalt hat es sich bewährt, der Mischung etwas Wachs beizufügen“, sagt Bernhard Hofko vom Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien.
(Bild: TU Wien)

Wien/ Österreich – Zum Straßenbauen braucht man Hitze. Das Bitumen, die klebrige Substanz, die das Gestein im Asphalt zusammenhält, lässt sich nur bei hohen Temperaturen bearbeiten. Durch die Beimengung von Wachs kann die notwendige Arbeitstemperatur allerdings spürbar gesenkt werden, ohne die Qualität des Asphalts negativ zu beeinflussen. An der TU Wien wird derzeit untersucht, welche Asphalt-Rezepturen bei Gussasphalt die besten Ergebnisse liefern. Messungen zeigen, dass eine Absenkung der Temperatur um 30 Grad möglich ist, damit ließen sich 20% der nötigen Energie und 20% der Treibhausgase einsparen. Die Wiener Wirtschaftskammer unterstützt das Projekt nun mit einem Förderpreis.

Walzasphalt und Gussasphalt

4,2 Petajoule an Energie werden jedes Jahr in Österreich für die Produktion von Asphalt aufgewendet – das entspricht der jährlichen Stromproduktion eines mittelgroßen Flusskraftwerks. Im Straßenbau wird meist Walzasphalt verwendet, der zähflüssig aufgetragen und dann mit schweren Maschinen verdichtet wird. Oft ist das aber nicht möglich, etwa bei Brücken, aber auch bei kleinen Gehsteigen und engen Innenstadtbaustellen, die für große, schwere Verdichtungsmaschinen schwer zugänglich sind. In diesen Fällen verwendet man Gussasphalt, der vor dem Aushärten dünnflüssiger ist als Walzasphalt und dann nicht mehr verdichtet werden muss. Allerdings sind hier noch deutlich höhere Temperaturen von etwa 230 bis 250 Grad notwendig.