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Effizientere Fermentation Wacker-Innovationspreis geht an neuartiges Verfahren zur Herstellung von Cystein

Quelle: Pressemitteilung

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Der Münchner Chemiekonzern Wacker hat ein deutsch-spanisches Projektteam mit dem diesjährigen Alexander Wacker Innovationspreis ausgezeichnet. Prämiert wurde die Entwicklung und Einführung eines neuen, deutlich effizienteren Fermentationsverfahrens zur Herstellung von L-Cystein.

Mario Arcos Rodriguez (zweiter von links), Johanna Koch, Rupert Pfaller und Annemarie Reutter-Maier (von links nach rechts) wurden mit dem diesjährigen Alexander Wacker Innovationspreis ausgezeichnet. Vorstandsmitglied Angela Wörl (links) gratulierte unter anderem.
Mario Arcos Rodriguez (zweiter von links), Johanna Koch, Rupert Pfaller und Annemarie Reutter-Maier (von links nach rechts) wurden mit dem diesjährigen Alexander Wacker Innovationspreis ausgezeichnet. Vorstandsmitglied Angela Wörl (links) gratulierte unter anderem.
(Bild: Steffen Wirtgen/ Wacker Chemie)

Seit 2006 prämiert Wacker im Rahmen seines alljährlichen Forschungssymposiums erfolgreiche Forschungs- und Innovationsprojekte mit dem Alexander Wacker Innovationspreis. Der nach dem Unternehmensgründer benannte und mit 10.000 Euro dotierte Preis wird für herausragende Leistungen in den Bereichen Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung vergeben. In diesem Jahr wurde der Preis einem Wissenschaftler-Team verliehen, das die Herstellung von L-Cystein deutlich effizienter macht.

Johanna Koch, Annemarie Reutter-Maier, Rupert Pfaller und Mario Arcos Rodriguez gelang es, die natürliche Fermentationsleistung der eingesetzten E. coli-Stämme deutlich zu erhöhen. Gleichzeitig setzte das Team neue Standards bei der Umwandlung von Glucose in Cystein und bei der Erzielung von verbesserten Raum-Zeit-Ausbeuten.

Cystein wird traditionell aus Ausgangsstoffen menschlichen und tierischen Ursprungs wie Haaren, Federn und Borsten gewonnen. Die Herstellung ist jedoch arbeitsintensiv und benötigt große Mengen an Salzsäure. Wacker war das weltweit erste Unternehmen, dem die fermentative Herstellung von Cystein in industriellem Maßstab gelang. Das patentierte biotechnologische Verfahren des Unternehmens basiert hauptsächlich auf Glucose und ist somit frei von tierischen Ausgangsstoffen. Die erzeugten Produkte sind rein veganer Natur. Dadurch eignen sie sich besonders für den Einsatz in Lebensmitteln oder Pharmaprodukten.

Die interdisziplinär besetzte Projektgruppe, die den diesjährigen Innovationspreis des Chemiekonzerns erhielt, besteht aus zwei Wissenschaftlerinnen und einem Wissenschaftler der zentralen Konzernforschung in München sowie einem Biotechnologen vom Produktionsstandort León in Spanien. Dem Team war es gelungen, die Produktivität der für die Fermentation genutzten E. coli-Bakterien signifikant zu erhöhen und ohne langwierige Tests, wie dies bei der Skalierung des Prozesses sonst üblich ist, maßgeschneiderte Produktionsbedingungen für den veränderten Stamm zu schaffen. „Mit diesem zukunftsweisenden Ansatz kann der Geschäftsbereich Wacker Biosolutions seine Technologieführerschaft bei der Herstellung von hochwertigem Cystein weiter ausbauen“, sagte Wacker-Vorstandsmitglied Angela Wörl.

Durch die Entwicklung neuer E. coli-Stämme mit einem stark verbesserten Stoffwechselprozess, das geschickte Austarieren der Prozessbedingungen und die Verwendung eines neuartigen Einspeisesystems für die Glucose wurde die Effizienz des Produktionsprozesses in einem bisher nicht gekannten Ausmaß optimiert. Auch die Nachhaltigkeit des Prozesses wurde verbessert. „Die Gewinner des Alexander Wacker Innovationspreises haben einmal mehr unter Beweis gestellt, dass herausragendes biotechnologisches Know-how und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Produktentwicklung, Ingenieurtechnik und Produktion wichtige Erfolgsfaktoren für die effiziente Entwicklung und Realisierung nachhaltiger Herstellverfahren sind“, betonte Angela Wörl.

Mit seinem innovativen Ansatz zur Optimierung der Cysteinfermentation konnte sich das spanisch-deutsche Team gegen starke Konkurrenz durchsetzen. In diesem Jahr hatten sich 25 Teams aus China, Deutschland, Südkorea und den USA um den Innovationspreis beworben.

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