Worldwide China

Internationales Überwachungs-Projekt

Was bedeutet der Tiefsee-Abbau von Manganknollen für das Ökosystem?

| Redakteur: Marc Platthaus

Manganknollen auf dem Meeresboden in der Clarion-Clipperton-Zone
Bildergalerie: 2 Bilder
Manganknollen auf dem Meeresboden in der Clarion-Clipperton-Zone (Bild: )

Die Tiefsee ist von zahlreichen Rohstoff-Unternehmen als potenziell interessantes Abbaugebiet entdeckt worden. Doch was bedeutet beispielsweise die Förderung von Mangan-Knollen, die wertvolle Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Kupfer und anderen Edelmetalle enthalten, für das Ökosystem der Tiefsee? Ein internationales Projekt, das im Februar starten wird, soll zur Beantwortung dieser Frage ein Tiefsee-Abbau-Vorhaben vor der mexikanischen Küste überwachen.

Bremen – Die Tiefsee ist ein riesiges, noch wenig untersuchtes Gebiet, in dem ökologische Prozesse aufgrund von niedrigen Temperaturen, Dunkelheit und begrenzten Nahrungsmitteln langsam ablaufen. Das Ökosystem braucht daher Jahrhunderte, um sich von Störungen zu erholen. Viele Arten sind noch nicht entdeckt, und einige der Prozesse, die in der Tiefsee ablaufen und möglicherweise weitreichende Auswirkungen haben können, sind noch nicht vollständig verstanden. Auch das chemische Gleichgewicht zwischen Meeresboden und Wassersäule wird durch einen technischen Eingriff gestört.

Überwachungs-Projekt startet im Februar 2019

Anfang Februar 2019 wird das internationale Team in Manzanillo, Mexiko, an Bord des deutschen Forschungsschiffes „Sonne“ gehen. Das Ziel der Gruppe von Wissenschaftlern aus 32 Partnerinstitutionen aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Portugal, Italien, Norwegen, Frankreich, Italien, Großbritannien, Polen und Jamaika ist die Clarion-Clipperton-Zone, vier Tagesreisen entfernt von der mexikanischen Küste. In diesem Gebiet im Zentralpazifik werden die Forscher einen industrienahen Tiefseebergbau-Versuch des belgischen Unternehmens DEME-GSR beobachten und untersuchen.

Der Abbau von Manganknollen vom Meeresboden beeinflusst das Oberflächensediment und wirbelt weiche Tiefseesedimente auf, wodurch eine Fahne entsteht, die sich über weite Strecken ausbreitet, bevor sie auf den Meeresboden zurückkehrt. In Echtzeit werden die Wissenschaftler diese Sedimentfahnen untersuchen und direkt nach dem Eingriff Proben aus dem betroffenen Gebiet entnehmen. Insgesamt drei Monate halten sich die Forscher in der Region auf.

Metallverteilung im Sediment analysieren

Das Team der Jacobs University, darunter Postdoc Sophie Paul, wird sich auf die Metallverteilung im Sediment und im Porenwasser des Sediments konzentrieren. Dessen Zusammensetzung erlaubt es, Rückschlüsse auf die Art und das Ausmaß der Veränderungen und auf die Auswirkungen auf biogeochemische Zyklen zu ziehen. Sedimentkerne werden im Kühlraum des Schiffes beprobt, um die Temperaturbedingungen aus der Tiefsee so gut wie möglich zu erhalten und nach der Fahrt im Labor an der Jacobs University analysiert. Beteiligt an dem Projekt sind auch der Ozeanograph Prof. Dr. Laurenz Thomsen von der Jacobs University sowie der Postdoc Benjamin Gillard.

Seitens der Jacobs University wird dieses Forschungsvórhaben, wie schon das Vorgängerprojekt, von Prof. Dr. Andrea Koschinsky geleitet. Von 2015 bis 2017 hatten europäische Forscher, darunter die Arbeitsgruppe der Geochemikerin, mögliche Umweltaspekte analysiert, die sich bei zukünftigen industriellen Abbauaktivitäten auf dem Tiefseeboden ergeben könnten. Auch Sophie Paul war als Doktorandin schon damals dabei. Außer vom BMBF wird „Mining Impact 2“, so der Name des Vorhabens, von den nationalen Fördereinrichtungen der anderen Teilnehmerländer finanziert. Das BMBF selbst unterstützt das Projekt mit 442.000 Euro für die Jacobs University.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45626683 / Wasser- & Umweltanalytik)