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Social Media Web 3.0 bringt neue Herausforderungen für Unternehmen

| Autor / Redakteur: Anne M. Schüller / Matthias Back

Alle Welt spricht von Social Media und dem Web 2.0. Dabei ist Vielen nicht klar: Die Kunden sind schon längst in der Web-3.0-Welt unterwegs. Das mobile Internet hat die Machtverhältnisse zwischen Unternehmen und Konsumenten unwiderruflich verändert. Damit müssen die Anbieter nun eiligst umgehen lernen.

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So bewegt sich der Kunde in der Mixed Reality des Web 3.0
So bewegt sich der Kunde in der Mixed Reality des Web 3.0
(Bildquelle: fotolia © N-Media-Images)

Eigentlich sind wir immer auf Achse: Suchende, Findende, Nomaden in Zeit und Raum. Da kommen uns die internetfähigen mobilen Endgeräte gerade recht. Endlich sind wir autonom vom Rechner im Büro und Zuhause. Nun kann uns die ganze Welt Heimat und Arbeitsplatz sein. ‚Mobile Marketing‘ darf mit Fug und Recht als die Herausforderung der nächsten Jahre gelten. Und der mobile Surfer wird zur größten Zielgruppe aller Zeiten.

Mobile Möglichkeiten

Für Menschen im Unruhezustand ein Traum: Auf Knopfdruck und mit etwas Fingerspitzengefühl sind wir nun von unterwegs aus jederzeit durch das Internet mit den Menschen und Dingen in Echtzeit vernetzt. Informationslücken können ruckzuck geschlossen werden, was Sicherheit schafft. Männer können ihre Auge-Hand-Koordination trainieren – und Frauen die Umgebung nach Brauchbarem scannen. All das sind Aspekte, die, schon allein evolutionsgeschichtlich gesehen, sehr wichtig für den Homo sapiens sind.

Schöne neue Businesswelt

Wikipedia versteht unter dem Web 3.0 das semantische Web. Für mich hingegen ist es das mobile Internet. Über Smartphones, Tablets und Apps entsteht gerade eine völlig neue Qualität von Kommunikation und Miteinander – verbunden mit totaler Transparenz. Dies wird ermöglicht durch Technologien, die auf Knopfdruck und per Fingerwisch eine digitale Informationsschicht über die reale Welt legen – und uns so in Echtzeit mit dem kompletten Online-Wissen verbinden.

Natürlich ist das Verknüpfen von Online und Offline schon eine ganze Weile lang möglich, doch durch das Gebundensein an stationäre Computer war dies bis vor kurzem vergleichsweise zäh – und ziemlich beschwerlich. So haben wir im Web 2.0 nur geübt. Unternehmen haben die ‚Weisheit der Vielen‘ oft genug nur für den schönen Schein in Anspruch genommen, die Mitmach-Bereitschaft der Kunden ausgenutzt, die Wahrheit weiter vernebelt und ihre Kunden immer noch gern über den Tisch gezogen. Doch jetzt wird es erst.

1.0: Das Web der Technokraten

Das Web 1.0 beschreibt die Anfänge der kommerziellen Nutzung des World Wide Web, wobei die Kommunikation seinerzeit einseitig war und im Wesentlichen über Webseiten lief. Dort redeten die Unternehmen, die Kunden hörten brav zu und kauften dann. Das Web 1.0 hingegen war ein Web der Technokraten. Und es gehörte den Unternehmen. Es stand für Produkte und Handel, für territoriale Gelüste und Machtexzesse, für Monologe und Topdown-Hierarchien. Das Vorgehen war monochron: analytisch, logisch, unterkühlt strukturiert und in allem einer selbstfixierten Linie folgend. Von Wertschöpfungsketten und dem Abgreifen von Zahlungsbereitschaften sprach man da gern. Die Pest der Shareholder-Value-Denke war allgegenwärtig, und das ‚Fußvolk‘ der Mitarbeiter wurde als Humankapital postuliert.

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