Worldwide China

Das Labor der Zukunft

Welche IT-Lösung passt für mein Labor?

| Redakteur: Matthias Back

Dokumentation, Auffindung, Organisation und Kommunikation von Labordaten nimmt oft 20-30% der täglichen Laborarbeit in Anspruch. Digitale Systeme können helfen.
Dokumentation, Auffindung, Organisation und Kommunikation von Labordaten nimmt oft 20-30% der täglichen Laborarbeit in Anspruch. Digitale Systeme können helfen. (Bild: VBM-Archiv)

Arbeiten im Labor der Zukunft nur noch Roboter oder wie tauschen wir in zwanzig Jahren unsere Forschungsdaten? Was sind die Trendthemen der nächsten Jahre? Wir wagen gemeinsam mit dem Start-Up-Unternehmen Labfolder einen Blick in die Laborkristallkugel.

Würzburg – ELNs und LIMS – Die Auswahl an Softwarelösungen für Labore ist groß. Wie nutzt man diese Tools richtig?

Frage:

Die digitale Vernetzung erobert auch die Laborwelt zunehmend, mit deutlichem Gewinn für Forscher: Wissenschaftler können auf eine wachsende Zahl von Softwarelösungen zugreifen. Nur: Bei dem wachsenden Angebot fragt sich so mancher Wissenschaftler: Welche Lösung passt für mich, mein Labor und meine Forschungsrichtung?

Antwort:

Als erstes lohnt der Blick auf das Laborumfeld: Wird Grundlagenforschung mit einem breiten Methodenspektrum betrieben oder liegt der Fokus darauf, mit etablierten Methoden und Prozessen möglichst standardisiert Proben zu untersuchen? Digitale Laborbücher (oft auch Electronic Lab Notebooks – kurz: ELNs genannt) sind für den ersten Fall geeignet. Sie können Wissenschaftlern helfen, in der zunehmenden Heterogenität der Datenformate im Labor den Überblick zu behalten.

Im digitalen und vor allem durchsuchbaren Format lassen sich Forschungsergebnisse und Messdaten viel leichter mit Kollegen austauschen. Digitale Unterschriften und ein Full Audit Trail sichern dabei das gei­stige Eigentum genauso wie die handschriftliche Signatur in der durchnummerierten Kladde. Laboratory-Information-Management-Systeme (LIMS), die oft auf die Kontrolle von Material- und Probenverwendung spezialisiert sind, sind meistens für Labore mit einem hohen Aufkommen von Proben in einem definierten Prozessumfeld sinnvoll. Nun ist es oft so, dass die Laborumgebung nicht unbedingt so einfach zu kategorisieren ist.

In der Industrie wird grundlagenwissenschaftliche Forschung beschrieben und viele akademische Forschungsgruppen arbeiten sozusagen als Auftragslabor, beispielsweise für die Uniklinik oder in einem Kooperationsprojekt. Wichtig ist deshalb, dass das gewählte System möglichst generisch ist. Man stelle sich vor, der Labormitarbeiter habe keine digitalen Werkzeuge zur Verfügung. Wie würde er seine Arbeit erledigen? Er würde handschriftliche Notizen anfertigen, Tabellen, Formeln usw. zeichnen und Daten in verschiedenen Formaten sammeln. All dies muss er mit digitalen Tools genau so selbstverständlich tun können wie mit dem Papiernotizbuch, im Idealfall sollte ein digitales System die analoge Arbeitsweise möglichst benutzerfreundlich in die digitale Umgebung transferieren – natürlich in einer Form, die es dem Labormitarbeiter einfach möglich macht, die guten Praktiken in Wissenschaft, Labor und Herstellung (GxP) zu befolgen und sein geistiges Eigentum zu schützen.

Insellösungen, die nur die Dokumentation in einer bestimmten Forschungsrichtung oder Methodik abbilden, sind nicht zu empfehlen, solange sie nicht über Schnittstellen an ein zentrales System angeschlossen werden können. Ein zweiter wichtiger Aspekt: Die Software sollte so flexibel sein, dass Schnittstellen zu anderen Programmen verfügbar sind oder im Notfall selbst programmiert werden können. Dazu muss das System von Anfang an modular konzipiert worden sein.

Fazit:

Um das richtige „Betriebssystem“ zu finden, ist es zunächst wichtig festzustellen, welche Laborarbeit vorherrscht: Grundlagenforschung oder Produktion. Dann sollte das System generisch und flexibel sein und mit möglichst vielen Anwendern getestet werden. Denn jedes Werkzeug ist nur dann hilfreich, wenn es vom Nutzer auch verwendet werden kann.

Weitere Informationen zum Thema „Labor der Zukunft“ finden Sie in unserem Webinar „So gelingt digitale Labordokumentation“ mit Dr. Florian Hauer von Labfolder und unserem Chefredakteur Marc Platthaus.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42860803 / Labortechnik)