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Top 100 Wettbewerb

Welche Laborgerätehersteller sind unter den innovativsten Mittelständlern?

| Redakteur: Marc Platthaus

Seit 2012 ist der Wissenschaftsjournalist und Moderator Ranga Yogeshwar der Mentor für den Top-100-Wettbewerb der innovativsten Mittelständler.
Seit 2012 ist der Wissenschaftsjournalist und Moderator Ranga Yogeshwar der Mentor für den Top-100-Wettbewerb der innovativsten Mittelständler. (Bild: KD Busch/compamedia)

Die Labor- und Analysengerätehersteller Elementar, Knauer und Peter Huber Kältemaschinenbau gehören zu den Preisträgern des diesjährigen Top-100-Wettbewerbs für die innovativsten Mittelständler. In diesem Jahr hatten sich über 350 Unternehmen für die Qualifikationsrunde des Wettbewerbs beworben.

Überlingen – Seit mehr als 20 Jahren wird jährlich der Top-100-Wettbewerb der innovativsten Mittelständler durchgeführt. Um in den Kreis der Top 100 aufgenommen zu werden, müssen die Bewerber in fünf Kategorien überzeugen:

  • Innovationsförderndes Top-Management,
  • Innovationsklima,
  • Innovative Prozesse und Organisation,
  • Innovationsmarketing/Außenorientierung sowie
  • Innovationserfolg.

Bewerbne können sich mittelständische Unternehmen in drei Größenklassen: Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten, 51 bis 250 Beschäftigte und mehr als 250 Beschäftigte.

Seit 2002 ist Prof. Dr. Nikolaus Franke vom Institut für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien wissenschaftlicher Leiter von Top 100. Er hat das Verfahren entwickelt, mit dem das Innovationsmanagement der mittelständischen Unternehmen analysiert wird.

Die drei Unternehmen Elementar Analysensysteme, Knauer wissenschaftliche Geräte und Peter Huber Kältemaschinenbau haben es in diesem Jahr auf die Siegerliste geschafft.

Elementar Analysensysteme: Mit Neuheiten mehr als 50 Prozent des Umsatzes erzielt

Zum sechsten Mal in Folge überzeugte die Elementar Analysensysteme beim Innovationswettbewerb Top 100 mit ihrem Innovationserfolg. Das international agierende Familienunternehmen aus Hanau entwickelt, produziert und vertreibt Analysegeräte für die Bestimmung von Elementen in organischen und anorganischen Substanzen. Weltweit setzen Kunden aus Forschung und Industrie die Lösungen in der Umweltkontrolle, in der Landwirtschaft und in der Materialwissenschaft ein. „Eine Innovation gilt bei uns erst dann als Erfolg, wenn sie am Ende des Jahres unseren Gewinn gesteigert hat“, sagt Geschäftsführer Albrecht Sieper. Zuletzt machte der Top-Innovator mit 90 Mitarbeitern 55 Prozent des Umsatzes mit Marktneuheiten und innovativen Verbesserungen. Parallel brachten kostensenkende Prozess-Innovationen eine Einsparung von 30 Prozent der Gesamtkosten ein.

Dr. Marc Ruppenthal, Produktmanager Elementaranalyse (l.) und Fabienne Texier (m.), Marketing Manager External Communication bei der Übergabe der Auszeichnung durch Rangar Yogeshwar.
Dr. Marc Ruppenthal, Produktmanager Elementaranalyse (l.) und Fabienne Texier (m.), Marketing Manager External Communication bei der Übergabe der Auszeichnung durch Rangar Yogeshwar. (Bild: KD Busch/compamedia GmbH)

Dank offener Entwicklungsprozesse erschließt sich das vom Geräteentwickler zum Lösungsanbieter gewachsene Unternehmen trotz des Nischenmarktes immer wieder neue Tätigkeitsfelder: So haben die Laborindustriespezialisten durch die Übertragung von Erfahrungen aus der organischen Chemie auf die anorganische Chemie komplett neue Lösungen gefunden. „Bei uns haben sich immer wieder verrückte Ideen durchgesetzt. Und wir verkaufen einige Produkte, die nach dem Lehrbuch gar nicht funktionieren dürften“, sagt der Leiter des Innovationsmanagements, Lutz Lange. Das Top-Management selbst investiert 30 Prozent seiner Zeit in Innovationen. Zudem dürfen weitere 25 Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in die Entwicklung eigener Ideen stecken.

Knauer wissenschaftliche Geräte: Entwicklung und Produktion von Chromatographiesystemen in Berlin

In der mittleren Größenklasse (51 bis 250 Beschäftigte) hat es der Berliner Labormessgerätehersteller Knauer zum fünften Mal in die „Top 100“-Auswahl geschafft. Insbesondere der klar definierte Innovationsprozess mit notwendigen Prüfschritten führt bei Knauer zu einer hohen Zieltransparenz und hat sich bei der Entwicklung von neuen Produkten sehr bewährt. Entwicklungsleiter Dr. Marc Diener spricht erst dann von Innovation, wenn neue Ideen auch in Produkte oder Anwendungen umgesetzt werden. „Wichtig ist dabei, dass eine Innovation einen tatsächlichen Mehrwert für den Kunden darstellt und sich erfolgreich im Markt durchsetzt.“, erklärt Diener.

Ranga Yogeshwar (l.) überreicht Anke Bördgen und Dr. Marc Diener (r.) von Knauer den Top-100-Preis.
Ranga Yogeshwar (l.) überreicht Anke Bördgen und Dr. Marc Diener (r.) von Knauer den Top-100-Preis. (Bild: KD Busch/compamedia)

Heute gehört Knauer zu den technologisch führenden Produzenten von modernen HPLC- und UHPLC-Systemen. Diese Labormessgeräte werden in Forschung, Entwicklung und zur Kontrolle zum Beispiel von Lebensmittel-, Pharma- und Umweltproben eingesetzt. Das Familienunternehmen behauptet sich in den hochspezialisierten Märkten erfolgreich auch gegenüber großen Mitbewerbern. Mit 125 Mitarbeitern finden Entwicklung und Produktion sowohl von Systemen als auch von Software in Berlin statt.

Peter Huber Kältemaschinenbau: Mit Kältetechnik hoch hinaus

Selbst im Himalaja-Gebirge auf fast 5.000 Metern Höhe stößt man auf die Technologie der Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH: Das Top-100-Unternehmen aus Offenburg hat ein indisches Himmelsobservatorium mit einem Huber-Umwälzkühler ausgestattet. Dieser liefert konstante Betriebstemperaturen für die Messgeräte des Sternenteleskops. Typische Anwendungen für die Heiz- und Kühlsysteme des 1968 gegründeten Familienunternehmens sind allerdings Temperiervorgänge in der Chemie und der Pharmazie, industrielle Materialprüfungen und Stresstests und die Prüfung von Lebensmitteln, Baustoffen und Kosmetikprodukten. „Einsatzgebiete für unsere Systeme gibt es in allen Industriebranchen. Das führt dazu, dass Innovation bei uns ein selbstverständliches Tagesthema ist“, erklärt der kaufmännische Geschäftsführer Daniel Huber. 60 Prozent seiner Arbeitszeit wendet allein das Top-Management für die Beschäftigung mit Innovationen auf.

Ranga Yogeshwar (m.) überreichte am 24. Juni die Top-100-Trophäe an die Geschäftsführer Daniel Huber (l.) und Joachim Huber (r.) von Peter Huber Kältemaschinenbau.
Ranga Yogeshwar (m.) überreichte am 24. Juni die Top-100-Trophäe an die Geschäftsführer Daniel Huber (l.) und Joachim Huber (r.) von Peter Huber Kältemaschinenbau. (Bild: KD Busch/compamedia GmbH)

Eine der jüngsten Innovationen der Badener, die bereits zum fünften Mal beim Innovationswettbewerb Top 100 ausgezeichnet werden, ist eine innovative Plug & Play-Technologie. Mit ihr gestaltet sich der Einsatz von Serienprodukten servicefreundlicher. „Wir haben festgestellt, dass Probleme an Geräten meistens der Elektronik geschuldet sind. Deshalb verfügen unsere Seriengeräte über eine Austauschelektronik, die Kunden weltweit in die Lage versetzt, den Elektronikbaustein schnell und einfach selbst auszuwechseln. Damit sind 80 bis 90 Prozent aller Servicefälle im Handumdrehen erledigt“, erklärt der technische Geschäftsführer Joachim Huber. Firmen, die Geräte nach den Standards von Industrie 4.0 benötigen, sind bei Peter Huber also an der richtigen Adresse: „Industrie 4.0 machen wir praktisch schon seit vielen Jahren, beispielsweise auf der Ebene der automatischen Dokumentation“, sagt Daniel Huber.

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