English China

Nachhaltiges Kerosin

Wie Algen uns zum Fliegen bringen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Zusätzlich wird in Aufwind eine übergreifende Systemanalyse aus ökonomischer und ökologischer Sicht stattfinden. „Wir wollen auf nachhaltige Weise Biomasse für Treibstoff produzieren, ohne dabei landwirtschaftliche Flächen zu verbrauchen", erläutert Dominik Behrendt vom IBG-2. Die Algen wachsen in sogenannten Fotobioreaktoren – durchsichtigen Schläuchen, Röhren oder Sieben – die sich platzsparend fast überall aufstellen lassen, sei es auf Industriebrachen oder auf anderen ungenutzten Flächen.

Auf vergleichsweise kleiner Fläche können so große Mengen Algen produziert werden. Die winzigen Organismen vermehren sich sehr rasch und ihre Produktivität ist pro Fläche sieben- bis zehnmal so hoch wie die von Landpflanzen. Als Industriepartner sind u.a. der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus und das Öl- und Gasunternehmen ÖMV beteiligt.

Bildergalerie

Nicht nur Kerosin steckt in den Algen

Im Rahmen der Algenprojekte werden aber nicht nur geeignete Aufschluss- und Extraktionsverfahren sowie die Umwandlung und Raffinierung der Biomasse zu Treibstoff untersucht. Es sollen auch die dabei entstehenden Nebenprodukte identifiziert und in Bezug auf ihre Verwertbarkeit analysiert werden. Denn wenn es gelingt, aus den Algen neben Kerosin weitere attraktive Produkte zu gewinnen, könnte das derzeit noch teure nachhaltige Kerosin aus dem Bioreaktor konkurrenzfähig werden.

Da die Algen Vitamine und Farbpigmente, Aminosäuren und Zucker beinhalten, wäre z.B.die Gewinnung von Lebensmittelzusatzstoffen und von hochwertigen Produkten für die Kosmetik- und Chemieindustrie denkbar. Was dann noch übrig bliebe, könnte als Viehfutter Verwendung finden oder in Kraftwerken verbrannt werden. So würde die gesamte Biomasse nachhaltig verwendet und eine Algen-basierte Bioraffinerie aufgebaut werden können.

(ID:42703496)