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Studie skizziert Trends für Labore der Zukunft

Wie ist das „Labor von morgen“?

| Autor / Redakteur: Cinthia Buchheister* / Christian Lüttmann

Francis Crick Institut – 2016 in London eröffnet, steht es exemplarisch für die stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungszentren.
Francis Crick Institut – 2016 in London eröffnet, steht es exemplarisch für die stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungszentren. (Bild: Daniel Imade, Arup)

Modular, interaktiv und digital – dies sind nur drei von vielen Attributen, die laut einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Arup das moderne Labor von morgen auszeichnen. Auch die Rücksichtnahme auf individuelle Bedürfnisse der Forschenden sowie die Integration der Einrichtungen in den Gesellschaftsalltag sollen in Zukunft verstärkt Beachtung finden. Welche Trends die Studie sonst noch aufdeckt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Berlin – In unserer schnelllebigen Zeit kann Stillstand in vielen Branchen rasch den Untergang bedeuten. Wer sich nicht neuen Gegebenheiten anpasst, wird unattraktiv und verliert das Rennen um Kunden, Mitarbeiter und Investoren. So muss auch die Wissenschaft stets mit der Zeit gehen. Welche wichtigen Trends sich für die Zukunft wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen auftun, hat nun das weltweit tätige Planungs- und Beratungsunternehmen Arup hat in seiner Studie „Future of Labs“ identifiziert.

Mit der zunehmenden Spezialisierung der Wissenschaft steigt der Bedarf an interdisziplinärer Forschung und dafür dienlichen Kollaborationen. Infolgedessen wird sich neben den traditionellen Forschungseinrichtungen eine neue Generation von Forschungsinstituten wie Inkubatorzentren, Do-it-yourself(DIY)-Hubs und Living Labs in den Innenstädten etablieren. Diese suchen Kollaborationen mit der Wirtschaft und weiteren Forschungseinrichtungen und beziehen oft auch die Städte und ihre Bevölkerung mit ein. Damit findet wissenschaftliche Forschung nicht mehr ausschließlich in abgegrenzten und abgesicherten Räumen statt, sondern wird zu einem Teil der Gesellschaft.

Menschen, Orte und Infrastrukturen berücksichtigen

Auch die Gestaltung der Räume, in denen Forschung stattfindet, wird sich maßgeblich wandeln. Über reine Funktionalität hinausgehend gewinnen dabei die Bedürfnisse der Forscher – ihre Nutzererfahrung und ihr Wohlbefinden – zunehmend an Bedeutung.

„Um für diese neuentstehende Forschungslandschaft intelligente Laborkonzepte zu entwickeln, die die Bedürfnisse der wissenschaftlichen Forschung und der dort tätigen Menschen bestmöglich unterstützen, müssen wir das Ausmaß dieses speziellen Ökosystems und die damit einhergehenden komplexen Wechselwirkungen zwischen Menschen, Räumen und Kontexten verstehen“, sagt Dr. Gereon Uerz, Leiter Foresight Europe bei Arup. „Es geht weit über die physischen Räume der Forschungseinrichtungen hinaus. Es umfasst unter anderen die Menschen, die die Forschung ermöglichen, die Orte, an denen wissenschaftliche Entdeckungen stattfinden, und die Infrastruktur, die zur Entwicklung von Innovationen erforderlich sind.“

Moderne Labore sind flexibel, interaktiv und wie Büros

Innovative Forschungseinrichtungen müssen ein breites Spektrum an hochspezialisierten und multidisziplinären Aktivitäten ermöglichen und zudem zu Interaktionen einladen. Neben der Funktionalität der Räumlichkeiten gewinnen die individuellen Bedürfnisse der Forschenden an Bedeutung. Im Trend sind modulare Gebäude, deren Nutzungen sich nach Bedarf verändern lassen. Dabei werden die Forschungsinstitute zunehmend wie Büros gestaltet. Neben aktivitätsbasierten Arbeitsbereichen mit Cloud Labs gibt es Ruhezonen, die konzentriertes Arbeiten gewährleisten. Hinzu kommen Gemeinschaftsflächen im Innen- und Außenbereich, darunter auch DIY Labs. Es werden vermehrt Plug-and-Play Räume konzipiert. Diese bieten eine Vielzahl von Aktivitäten und können an sich verändernde Nutzerbedürfnisse angepasst werden.

Wie verschiedene Konzepte des Labors von morgen schon heute umgesetzt sind, zeigt das Beispiel des Biozentrum I an der Universität in Mainz.

Die Kunst des Laborbaus

Forum Laborbau zum Biozentrum I der Uni Mainz

Die Kunst des Laborbaus

04.10.18 - An der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz steht ein neues Forschungszentrum für die Biologie zum Einzug bereit. Laborpraxis war im Rahmen des Forums Laborbau zur Besichtigung vor Ort und verrät, welche Besonderheiten das Gebäude auszeichnen und mit welchen Schwierigkeiten die Planer bei der Realisierung zu tun hatten. lesen

Geöffnetes Wissens-Cluster

Digitale Technologien, darunter künstliche Intelligenz und Robotik sowie die Automatisierung und Cloud Computing, verändern die Art und Weise, wie geforscht wird. Viele Arbeitsabläufe können automatisiert werden, so dass Forscher künftig weniger Zeit mit traditionellen Labortätigkeiten verbringen werden. Open Source Tools bieten dabei einen besseren Zugang zu wissenschaftlichen Daten und Erkenntnissen und können auch die engagierte Öffentlichkeit in den wissenschaftlichen Prozess einbinden. Das Labor von morgen wird ein Cluster gleichgesinnter Organisationen an unterschiedlichen Standorten sein.

Die traditionellen Forschungseinrichtungen in Vorstädten und ländlichen Regionen haben auch weiterhin Bestand. Sie werden mit neuen Arbeits-, Wohn- und Freizeitflächen ausgestattet, die mehr Interaktionen mit Kollegen, Kollaborationspartnern und der Öffentlichkeit erlauben.

Studie: Arup: Future of Labs. Released September 2018

* C. Buchheister, Arup Deutschland, 10623 Berlin

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