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Sonderforschungsbereich Wie sich Schadstoffe in Wasser und Boden langfristig verhalten

| Autor/ Redakteur: Florian Klebs / Dr. Ilka Ottleben

Nitrate, Herbizide, organische Verbindungen oder Mikroschadstoffe aus Arzneimitteln und Kosmetika: wie sich diese Schadstoffe in Fließgewässern, Grundwasser und Boden verhalten, ist hochkomplex und im Detail meist wenig vorhersagbar. Wie derartige Schadstoffe unsere Landschaften tatsächlich langfristig belasten und verändern werden, untersucht jetzt ein neuer multidisziplinärer Forschungsverbund.

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Wie bestimmte Schadstoffe unsere Landschaften langfristig belasten und verändern werden, untersucht jetzt ein neuer multidisziplinärer Forschungsverbund.
Wie bestimmte Schadstoffe unsere Landschaften langfristig belasten und verändern werden, untersucht jetzt ein neuer multidisziplinärer Forschungsverbund.
(Bild: gemeinfrei)

Stuttgart – Während Schadstoffe wie organische Verbindungen, zum Beispiel Pflanzenschutzmittel, unter Laborbedingungen relativ schnell abgebaut werden, ist die Situation in der Natur ganz anders. Hier bleiben die Schadstoffe oft unerwartet lange erhalten. Grund dafür sind hochkomplexe Wechselwirkungen zwischen Schadstoffen, Gewässern, Böden, Pflanzen und Gestein.

Diesem Problem widmet sich jetzt der neue Sonderforschungsbereich „Catchments as Reactors: Metabolism of Pollutants on the Landscape Scale (CAMPOS, SFB 1253)“. Beteiligt sind die Universitäten Tübingen, Hohenheim und Stuttgart sowie zwei Helmholtz-Zentren: Das Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt in München und das Umweltforschungszentrum in Leipzig. Die DFG fördert den Sonderforschungsbereich 1253 ab 1. Januar 2017 für vier Jahre mit insgesamt 9,5 Mio. Euro. Sprecherhochschule ist die Universität Tübingen.

Wie werden Schadstoffe unsere Landschaften langfristig belasten?

Um zu untersuchen wie derartige Schadstoffe unsere Landschaften tatsächlich langfristig belasten und verändern werden, wählt das multidisziplinäre Forschungsteam zwei Ansätze:

  • Umfangreiche Feldstudien mit neuer Mess- und Analysetechnik. Als Forschungsgebiet wählten die Mitglieder des SFB den vielseitigen Landschaftsraum des Ammertals bei Tübingen.
  • Neue Computer-Modelle, die das Verhalten der Schadstoffe mit möglichst wenig Voraussetzungen möglichst genau vorhersagen können.

Die Universität Hohenheim wird sich mit Prof. Dr. Ellen Kandeler, Prof. Dr. Thilo Streck, Dr. Christian Poll und Dr. Holger Pagel vom Institut für Bodenkunde und Standortslehre vor allem bei den Bodenuntersuchungen und den Computersimulationen einbringen. Prof. Dr. Streck ist bereits Sprecher der DFG Forschergruppe Regionaler Klimawandel (FOR 1695), die sich ebenfalls dem Thema neuer Computer-Modelle für komplexe Wechselwirkungen widmet.

Der neue Sonderforschungsbereich CAMPOS ist aus dem Kompetenzcluster Water & Earth System Science (WESS) hervorgegangen und eng verbunden mit der Graduiertenschule „Integrated Hydrosystem Modelling“ (RTG 1829). WESS war ein Kooperationsprojekt der Universitäten Tübingen, Stuttgart und Hohenheim mit dem Umweltforschungszentrum (UFZ) Leipzig, bei RTG 1829 ist die kanadische University of Waterloo Partner.

* F. Klebs: Universität Hohenheim, 70599 Stuttgart

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