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Laborsicherheit

Wie werden Ebola-kontaminierte Abfälle richtig transportiert und entsorgt?

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Neben den abfallrechtlichen Regelungen sind jedoch beim Straßentransport auch die Bedingungen des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR [5]) zu erfüllen. Konkret bedeutet dies, dass jegliches Material, das mit Ebolaviren kontaminiert ist oder sein könnte, zwingend der UN 2814 (Ansteckungsgefährlicher Stoff, gefährlich für Menschen) zuzuordnen ist und die Anwendung der entsprechenden Regularien des ADR erforderlich ist. Das große Problem hierbei stellt die für UN 2814 vorgeschriebene Verpackungsanweisung P620 dar. Durch die besonders hohen Prüfanforderungen an diese Verpackungsmaterialien sind bislang keine Verpackungen über 30 l Inhalt zugelassen worden. Menge und Beschaffenheit der im Zusammenhang mit der Behandlung von Ebolafieber-Erkrankten anfallenden Abfälle erfordern jedoch größere Transportbehältnisse.

Dieses Dilemma betrifft alle Länder, für die der ADR den Transport von Gefahrgut auf der Straße regelt. Die für Gefahrguttransporte zuständigen belgischen Behörden unterbreiteten im Oktober 2014 einen Vorschlag einer multilateralen Vereinbarung, um eine Lösung für den Transport von Ebola-haltigen Abfällen zu erzielen. Nach eingehender Prüfung und Aufnahme einiger Änderungsvorschläge wurde die multilaterale Vereinbarung M281 [6] Ende 2014 von Deutschland unterzeichnet und kann seither angewandt werden.

Alternative Verpackung von Ebola-kontaminiertem Abfall

Die wesentlichen Regelungen der multilateralen Vereinbarung M281 sind die Definition einer alternativen Verpackungsmöglichkeit für Abfälle, die mit hämorrhagisches Fieber auslösenden Viren verunreinigt sind. Das bewährte Prinzip der Dreifach-Verpackung für ansteckungsgefährliche Stoffe wurde beibehalten, jedoch wurden die Anforderungen an die einzelnen Komponenten der Verpackung praktikabel ohne Verlust der Sicherheit gestaltet. Die Primärverpackung wurde als Kunststofffass der Verpackungsgruppe II definiert. Für flüssige Stoffe muss ausreichend Geliermittel oder aufsaugfähiges Material beigefügt werden und ein dichter Verschluss der Primärverpackung ist zu gewährleisten. Als Sekundärverpackung wurde ein flüssigkeitsdichter Kunststoffsack mit einer Dicke von mindestens 75 µm festgelegt. Auch dieser Sack muss sicher verschlossen werden. Primär- und Sekundärverpackung werden nach wirksamer äußerer Desinfektion in der Schleuse in eine Außenverpackung (Kunststofffass, Verpackungsgruppe I) gegeben, welches sich immer im „grünen Bereich“ (Außenbereich) befindet und sich zu keiner Zeit in einem Bereich befunden hat, in dem Ebolaviren auftreten könnten. Dennoch wird auch diese Verpackung noch einmal dekontaminiert. Das Berliner Universitätsklinikum Charité, das Robert-Koch-Institut und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung haben eine Musteranleitung für das Verpacken von ansteckungsgefährlichen Stoffen erarbeitet [7]. Die Anwendung dieser Anleitung zusammen mit der Einhaltung der M281 garantieren den sicheren Transport der Abfälle vom Ort des Anfalls zur Verbrennungsanlage. Die Verbrennung stellt nach der RKI-Desinfektionsmittelliste eine sichere Inaktivierungsmethode für alle Abfälle dar [8]. Die Entsorgung des Ebolavirus-belasteten Abfalls kann also analog der Entsorgung anderer Abfälle des Abfallschlüssels 18 01 03* erfolgen. Darüber hinausgehende Schutzmaßnahmen in den Sondermüllverbrennungsanlagen sind nicht erforderlich.

Auch Ebola-Verdachtsproben, die zur Diagnostik in die Laboratorien der Sicherheitsstufe 4 der Universität Marburg bzw. des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts geschickt werden, sind als UN 2814 zu transportieren. Hier kann allerdings auf eine Reihe bewährter kommerzieller Verpackungen zurückgegriffen werden, die den Anforderungen der Verpackungsanweisung P620 genügen.

Umfangreiche Informationen zu Ebolafieber können auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes abgerufen werden. Insbesondere das Rahmenkonzept Ebola [9] fasst alle wesentlichen Aspekte zum Erkennen, Bewerten und Bewältigen des Auftretens von Ebolafieber in Deutschland zusammen und wird fortlaufend aktualisiert.

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