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Feinstaub-Quellen im Vergleich Wüstenstaub oder Abgas? Luftverschmutzung im Nahen Osten analysiert

Quelle: Pressemitteilung Max-Planck-Institut für Chemie

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Kleinste Feststoffpartikel in der Luft können den Klimawandel vorantreiben und die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen. Doch nicht aller Feinstaub ist menschengemacht und damit vermeidbar. Wie es sich mit der Luftverschmutzung im nahen Osten verhält, haben nun Klimaforscher untersucht – mit deutlichem Ergebnis.

Das Satellitenbild zeigt eine dicht Staubwolke über dem Nahen Osten am 24. April 2022. Eine neue Studie ergab, dass hohe Konzentrationen mikroskopisch kleiner Partikel aus Verbrennungsquellen im Nahen Osten viel gesundheitsgefährdender sind als die größeren und weit verbreiteten Wüstenstaubpartikel, da die kleinen Partikel tief in die Atemwege eindringen.
Das Satellitenbild zeigt eine dicht Staubwolke über dem Nahen Osten am 24. April 2022. Eine neue Studie ergab, dass hohe Konzentrationen mikroskopisch kleiner Partikel aus Verbrennungsquellen im Nahen Osten viel gesundheitsgefährdender sind als die größeren und weit verbreiteten Wüstenstaubpartikel, da die kleinen Partikel tief in die Atemwege eindringen.
(Bild: NASA Aqua/MODIS)

Mainz – Zu Beginn dieses Jahres teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass der Nahe Osten zu den Regionen mit der schlechtesten Luftqualität zählt. Eine verbreitete Meinung ist jedoch, dass in dieser Region Wüstenstaub die bedeutendste Ursache von Luftverschmutzung durch Feinstaub sei. Wer hat Recht?

Ein internationales Team unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie war 2017 in einer Expedition mit einem Forschungsschiff rund um die Arabische Halbinsel gefahren. Mit an Bord waren verschiedene Messinstrumente, um Aerosolpartikel und Spurengase wie Ozon und Stickoxide zu bestimmen. Die nun veröffentlichte Studie zeigt, dass mehr als 90 Prozent der gesundheitsgefährdenden Feinstaubpartikel aus anthropogenen Quellen stammen. Zudem unterscheidet sich dieser Feinstaub von den weniger gesundheitsschädlichen Wüstenstaubpartikeln. Dies hatten Wissenschaftler durch Messungen festgestellt und in Modellierungsberechnungen belegt. Die anthropogenen Partikel sind vor allem der Gewinnung und Nutzung von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zuzuschreiben. Sie sind generell kleiner als Wüstenstaub und können tief in die Lungen vordringen.

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Ozon-Hotspots im Nahen Osten

Die Forscher fanden zudem heraus, dass der Suezkanal, das nördliche Rote Meer und vor allem der Arabische Golf regionale Ozon-Hotspots sind. Die außergewöhnlich starke lokale Ozonbildung weist darauf hin, dass das gesundheitsschädliche Gas auch in anderen dicht besiedelten Regionen der Arabischen Halbinsel ein Problem ist. Auch für Stickstoffoxide stellen die Wissenschaftler Belastungen fest, die deutlich über den Grenzwerten der WHO liegen.

„Aus der Region um die Arabische Halbinsel und generell im Nahen Osten gibt es vergleichsweise wenige Messungen. Daher war diese Expedition sehr wichtig“, sagt Sergey Osipov, Atmosphärenphysiker am Max-Planck-Institut für Chemie (MPIC) in Mainz und der King Abdullah University of Science and Technology (Kaust) in Saudi-Arabien. „Wir haben die Daten für Atmosphärenchemie-Modelle genutzt, um Rückschlüsse auf die generelle Luftqualität und gesundheitliche Folgen zu treffen.“

Luftverschmutzung im Nahen Osten führt zu hohen Sterberaten

„Die Feinstaub-Grenzwerte werden in der Region, in der 400 Millionen Menschen leben, dauerhaft überschritten“, sagt Jos Lelieveld, Direktor am MPIC und Leiter des Projektes, an dem auch Wissenschaftler aus Kuwait, des Cyprus Institute auf Zypern sowie aus Saudi-Arabien, Frankreich und den USA beteiligt waren.

„Die extreme Luftverschmutzung bedeutet eine jährliche Übersterblichkeit von 745 Menschen pro 100.000. Sie ist ähnlich bedeutend wie andere, führende Risikofaktoren, z. B. hoher Cholesterinspiegel und Tabakrauchen und auch mit der von Covid-19 vergleichbar“, ergänzt der Atmosphärenforscher. Da die anthropogene Luftverschmutzung im Nahen Osten ein bedeutsamer Klimafaktor ist, seien Maßnahmen zur Emissionsreduzierung umso wichtiger.

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