Suchen

Frauengesundheit und Bluttransfusionen

Zeiten ändern sich – die Labordiagnostik auch

| Autor: Dr. Ilka Ottleben

Schnelle Befunde, effiziente Prozesse, präzise Ergebnisse und das bei steigendem Kostendruck. Die Anforderungen an die Labordiagnostik von heute sind hoch und mitunter ein Drahtseilakt zwischen unterschiedlichen Interessengruppen. Doch welche Chancen birgt, abseits dessen, modernste medizinische Diagnostik? Wovon können Patienten bereits heute profitieren? Ein Laborforum von Roche Diagnostics vertiefte beispielhaft einige aktuelle Entwicklungen u.a. im Bereich Gebärmutterhalskrebsvorsorge und schwangerschaftsrelevanter Diagnostik.

Firmen zum Thema

Am 16. November lud Roche Diagnostics rund 100 Anwender aus dem Bereich Labordiagnostik und klinische Chemie zum Laborforum nach Frankfurt-Oberursel.
Am 16. November lud Roche Diagnostics rund 100 Anwender aus dem Bereich Labordiagnostik und klinische Chemie zum Laborforum nach Frankfurt-Oberursel.
(Bild: I.Ottleben - LABORPRAXIS / Roche Diagnostics)

Frankfurt/Oberursel, Mannheim – Den meisten Frauen dürfte der Begriff HPV oder Humane Papillomviren schon einmal begegnet sein. Viele Frauenärzte bieten derzeit noch im Rahmen sog. IGeL-Leistungen die Testung auf eine HPV-Infektion des Gebärmutterhalses als Zusatz zur allgemeinen Krebsvorsorge an. Jungen Mädchen bzw. deren Eltern wird zudem häufig zu einer vorsorglichen Impfung geraten. Denn: Humane Papillomviren gehören zusammen mit beispielsweise dem Hepatitis-B-Virus (HBV), dem Hepatitis-C-Virus (HCV) oder dem Epstein-Barr-Virus (EBV) zu einer Gruppe von humanen cancerogenen Viren (Onkoviren), die weltweit für 10 bis 15 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich sind.

Ein Umstand, der bei vielen (betroffenen) Frauen Angst und Verunsicherung auslösen kann – aber nicht zwingend muss, folgte man dem Vortrag von Prof. Dr. Christian Dannecker, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum der Universität München, anlässlich des Laborforums von Roche Diagnostics am 16. November 2016 in Frankfurt-Oberursel. Denn „HPV ist überwiegend harmlos. Die meisten Frauen werden Humane Papillomviren innerhalb relativ kurzer Zeit wieder los, auch die High-risk Viren HPV 16 bzw. 18.“ Erst eine persistierende Infektion mit Humanen Papillomviren gilt als wichtigster Risikofaktor bei der Entstehung u.a. von Gebärmutterhalskrebs. „70 Prozent aller Zervixkarzinome gehen dabei auf die HPV Genotypen 16 und 18 zurück“, erklärt Dannecker. Detailliertes Wissen über den „HPV-Status“ einer Frau kann zusammen mit zytologischen bzw. histologischen Verfahren die Abschätzung des Erkrankungsrisikos einer Frau verbessern und gleichzeitig helfen, unnötige Übertherapien zu vermeiden.

Bildergalerie

Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge im Wandel

Die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge befindet sich derzeit Umbruch: Seit 1971 wird in Deutschland der jährliche Pap-Abstrich zum Gebärmutterhalskrebs-Screening eingesetzt - und das mit Erfolg: Inzidenz und Mortalitätsrate des Zervixkarzinoms konnten signifikant reduziert werden. Nun soll die Vorsorge für Frauen noch weiter verbessert werden. Die europäischen Leitlinien favorisieren im Primärscreening den Einsatz der HPV-Testung.

Auch in Deutschland herrscht Bewegung in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Eine neue Früherkennungs-Richtlinie, bei deren Gestaltung vermutlich die kurz vor der Veröffentlichung stehenden S3-Leitlinien der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) sowie die bereits veröffentlichen Supplements der europäischen Leitlinien eine große Rolle spielen werden, wird auch zum HPV-Screening Stellung beziehen.

Über das Roche Portfolio für das Screening auf Gebärmutterhalskrebs

Als einziges Unternehmen im Markt bietet Roche Diagnostics derzeit ein komplettes Angebot zum Screening und Management (für eine zielgerichtete Überweisung zur Differentialkolposkopie), sowie Diagnose und Monitoring zervikaler Erkrankungen. Der cobas HPV Test ist der aktuell einzige von der FDA zugelassene HPV-Test, der neben dem Ergebnis Hochrisiko-HPV positiv gleichzeitig die Genotypisierung der HPV-Typen mit höchstem onkogenen Potential erlaubt, HPV 16 und HPV 18. Zudem ist es der einzige Test, der für alle Screeningpopulationen zugelassen ist: die Abklärung unklarer Pap-Zytologien (ASC-US Triage), HPV & Pap-Co-Screening sowie für das alleinige HPV-Primärscreening. Der cobas HPV Test identifiziert die 14 relevanten hoch-Risiko Genotypen mit dem gleichzeitigen individuellen Ergebnis der beiden aggressivsten HPV Genotypen (HPV 16 und HPV 18) für eine optimierte Risikostratifizierung. Dadurch kann das individuelle Risiko einer Patientin, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, genauer und sicherer bestimmt werden.

Der CINtec Plus Test detektiert die p16/Ki-67 Biomarker und identifiziert in der Triage Frauen mit bereits vorliegenden zervikalen Läsionen (p16/Ki-67 positiv), die am meisten von einer Kolposkopie profitieren können. Der CINtec Histology Test dagegen bestätigt die Gegenwart oder das Nicht-Vorhandensein einer CIN3+ Läsion (p16 positiv) in Biopsien, die während einer Differentialkolposkopie entnommen wurden. Diese signifikant erhöhte diagnostische Genauigkeit ermöglicht eine verbesserte Therapieentscheidung durch präzise Gewebediagnostik.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44413526)

Über den Autor

Dr. Ilka Ottleben

Dr. Ilka Ottleben

, LABORPRAXIS - Mehr Effizienz für Labor & Analytik