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Frauengesundheit und Bluttransfusionen

Zeiten ändern sich – die Labordiagnostik auch

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Auch in weiteren Vorträgen des Laborforums standen Themen der Frauengesundheit im Fokus. So erläuterte Prof. Dr. rer.-nat. Susanne Modrow, Virologin am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene in Regensburg die C2k-Leitlinien zur Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen, an deren Erstellung sie maßgeblich beteiligt war. Auch dies u.a. ein Beispiel dafür, wie modernste molekularbiologische Nachweismethoden dabei unterstützen können, die Gesundheit von Frauen, und die ihrer ungeborenen und neugeborenen Kindern zu schützen. Je nach Virus kann eine Infektion vor, während oder nach der Schwangerschaft nicht nur mit den hinlänglich bekannten Hepatitis B und C und HIV-Viren sondern auch mit Viren die beispielsweise Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Zytomegalie oder eine Grippe auslösen zu einer ernsthaften Gefahr für Mutter und Kind werden.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass modernste molekulare Testverfahren alles andere als „nur“ Informationen von überwiegend akademischen Interesse liefern, sondern konkret und praxisnah die Versorgung von Patienten verbessern können, ist das ebenfalls Schwangerschafts-assoziierte Thema der Präeklampsie. PD Dr. Stefan Verlohren, Klinik für Geburtsmedizin/Department of Obstetrics, Charite Campus Mitte, Berlin stellte in seinem Vortrag aktuelle Ergebnisse der im Januar 2016 unter seiner Federführung im New England Journal of Medicine vorgestellten PROGNOSIS (prediction of short-term outcome in pregnant women with suspected preeclampsia study) -Studie vor (Zeisler, H., Llurba, E., Chantraine, F., et al. (2016) NEJM). Die multizentrische, prospektive, nicht-interventionelle Studie hatte das Ziel, die Kurzzeitprädiktion des sFlt/PIGF-Quotienten bei Patientinnen mit klinischem Verdacht auf Präeklampsie zu untersuchen.

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Präeklampsie ist eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft und tritt in Deutschland bei etwa zwei bis drei Prozent aller Schwangerschaften auf. Die Erkrankung – landläufig auch unter der veralteten Bezeichnung „Schwangerschaftsvergiftung“ bekannt, geht klinisch bei der Schwangeren mit Bluthochdruck und einer Proteinurie einher und kann insbesondere bei später Diagnose für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein. Im akuten Fall ist eine umgehende vorzeitige Entbindung angezeigt. Die Veröffentlichung der PROGNOSIS-Studie bestätigte den prädiktiven Wert der Präeklampsie-Tests (Elecsys sFlt-1 und Elecsys PlGF) von Roche und belegte den klinischen Wert des sFlt-1/PlGF-Quotienten bei Frauen mit Verdacht auf eine Präeklampsie. Der Quotient kann für die Vorhersage des Nichtauftretens einer Präeklampsie innerhalb einer Woche und der Entwicklung einer Präeklampsie in den folgenden vier Wochen eingesetzt werden. Das Testergebnis ermöglicht es Ärzten bei einem erhöhten Risiko entsprechend zu handeln und den Ausgang der Schwangerschaft für Mutter und Kind zu verbessern. Durch den zuverlässigen Ausschluss der Erkrankung für eine Woche können darüber hinaus unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden werden.

Über die Elecsys-Präeklampsie-Tests

Die Elecsys Präeklampsie-Tests von Roche messen die beiden Proteine sFlt-1 (soluble fms-like tyrosine kinase-1, lösliche fms-ähnliche Tyrosinkinase-1) und PlGF (placental growth factor, plazentarer Wachstumsfaktor) im Blut der Mutter. Je nach Testergebnis, das als Quotient der zwei Proteine angegeben wird, können Ärzte die Entwicklung der Erkrankung kurzfristig zuverlässig ausschließen oder vorhersagen und sich somit auf die vorsorgliche Behandlung von Frauen mit hohem Risiko für eine Präeklampsie konzentrieren.

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